22. Juni 2018 / 06:14 Uhr

Die Hierarchie-Pyramide der DFB-Elf: Boss dringend gesucht

Die Hierarchie-Pyramide der DFB-Elf: Boss dringend gesucht

Heiko Ostendorp, Eric Zimmer und Patrick Strasser
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Wer ist der Boss der deutschen Nationalmannschaft? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Hierarchiepyramide.
Wer ist der Boss der deutschen Nationalmannschaft? Der SPORTBUZZER zeigt die Hierarchiepyramide. © Getty
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Der SPORTBUZZER zeigt die Hierarchie-Pyramide der deutschen Nationalmannschaft. Dabei fallen zwei Dinge auf: Führungsspieler gibt es im DFB-Team eigentlich genug. Und: Trotzdem hat die Mannschaft keinen echten Boss mehr. Warum eigentlich?

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64 Jahre ist es mittlerweile her, als erstmals ein deutscher Fußballer den WM-Pokal in die Hände nehmen durfte. Kapitän Fritz Walter reckte die Trophäe nach dem Wunder von Bern einst in den Schweizer Nachthimmel. Er trug damals zwar die Binde um den Arm, den Titel des Anführers hatte aber ein anderer inne: Helmut Rahn, „der Boss“. Auch bei den drei folgenden Titelgewinnen gab es immer einen unumstrittenen Star, der das Team führte, dem die Mannschaft gehorchte, zu dem die Spieler aufschauten. 1974 war es Franz Beckenbauer, „der Kaiser“. 1990 Lothar Matthäus, 2014 Philipp Lahm.

Auch Joachim Löw hat in seinem jetzigen WM-Kader reichlich Chef-Potenzial, vielleicht sogar so viel wie noch nie. Und dennoch fehlt der Mannschaft ein ganz klarer Boss. Warum eigentlich? Der Hauptgrund ist wohl in den Füßen von Manuel Neuer zu finden. 2016 übernahm er das Kapitänsamt von Bastian Schweinsteiger. Aber schon vor zwei Jahren war diese Entscheidung nicht unumstritten. Gerne hätte Jeromé Boateng die Binde getragen, auch Sami Khedira hatte sich Hoffnungen gemacht.

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Das Problem: Aufgrund seiner Mittelfußbrüche war Neuer rund 18 Monate nicht bei der Nationalmannschaft. In dieser Zeit bildeten sich neue Hierarchien, es kamen junge, andere Spieler hinzu. Und der Bundestrainer verpasste es, einen neuen Boss zu bestimmen – auch, weil er Neuer nicht vor den Kopf stoßen wollte. Die Binde wanderte. Mal trug sie Boateng, mal Khedira, mal Thomas Müller oder Toni Kroos.

Alle gehören dem mächtigen Mannschaftsrat an, dazu auch Mats Hummels. Der redete wie kein anderer nach der Mexiko-Pleite Klartext, gehört mittlerweile zu den Wortführern im Team. Khedira dagegen verschwand nach dem Auftaktspiel wortlos in den Mannschaftsbus. Dass Hummels selbst katastrophal spielte, sich bei seiner Manöverkritik aber nicht erwähnte, kam nicht bei allen gut an. Überhaupt sehen ihn einige immer noch als „Schlaumeier“, der gerne belehrende Worte an seine Kollegen richtet, auch wenn es bei ihm selbst nicht läuft. Kroos hätte alleine aufgrund seiner sportlichen Erfolge locker das Zeug zum Chef, allerdings ist er mit seiner ruhigen Art kein klassischer Anführer. Genau wie Müller, der zwar von allen akzeptiert und geschätzt wird, aber doch zu oft Sprücheklopfer und Gute-Laune-Onkel ist.

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Die "Bling-Bling-Fraktion": Özil, Draxler, Rüdiger

Während Neuer, Müller, Kroos und Hummels sich inhaltlich meist einig sind, gehören Boateng und Khedira einer anderen Gruppe an, welche die SPORT BILD passend die „Bling-Bling-Fraktion“ taufte. Zu ihr gehören unter anderem auch Mesut Özil, Julian Draxler und Antonio Rüdiger. Hier geht es oft um Klamotten, Lifestyle, um Eigenvermarktung. Sportlich hat diese Gruppe mitunter eine andere Auffassung, als die „Bayern-Fraktion“ um Neuer & Co. Dies zeigte sich unter anderem, als die Anführer ein klares Statement von Özil im Zuge der Erdogan-Affäre forderten, zu dem er sich bis heute nicht durchringen konnte. Auch als es um die Entscheidung rund um die Ausbootung von Leroy Sané ging, in die Löw seine Vertrauten mit einbezog, gab es unterschiedliche Meinungen. Khedira sprach sich beispielsweise für den Überflieger von Manchester City aus.

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Dass es innerhalb der Mannschaft Grüppchenbildungen und sogar erste Risse geben soll, wurde in den letzten Tagen teils so heftig dementiert, dass man den Verdacht haben muss, dass genau dies der Fall ist. Team-Manager Oliver Bierhoff sagte: „Ich sehe keine Risse. Es gibt immer Spieler, die mehr zusammen sind oder weniger.“ Und Müller legte nach: „Diese Grüppchenbildung, die ich zum Beispiel 2012 mit den Dortmund- und Bayern-Blocks, auch schon erlebt habe, gibt es nicht – das kann ich ganz klar dementieren. Es gibt verschiedene Tische beim Essen. Natürlich sitzen dort oft die Spieler zusammen, die auch privat mehr miteinander zu tun haben.“

Opfert Löw gegen Schweden einen der arrivierten Spieler, könnte dies die Machtverhältnisse innerhalb des Teams noch mal ordentlich durcheinander wirbeln. Der Boss wird aber weiterhin gesucht.

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