15. November 2018 / 22:37 Uhr

Deutschland-Sieg gegen Russland: Serge Gnabry, Leroy Sané & Co. begeistern

Deutschland-Sieg gegen Russland: Serge Gnabry, Leroy Sané & Co. begeistern

Heiko Ostendorp
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Serge Gnabry (l.) und Leroy Sané bejubeln ihr Zusammenspiel, das zum 1:0 gegen Russland führte.
Serge Gnabry (l.) und Leroy Sané bejubeln ihr Zusammenspiel, das zum 1:0 gegen Russland führte. © imago/Claus Bergmann
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Trotz enttäuschender Kulisse in Leipzig machen die jungen Wilden um Serge Gnabry und Leroy Sané beim 3:0 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Russland richtig Spaß. Das Team von Joachim Löw setzte sich mit 3:0 durch.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat an Russland tatsächlich viele gute Erinnerungen – auch wenn man das in Anbetracht des WM-Debakels vom vergangenen Sommer eigentlich gar nicht glauben mag. Doch noch nie hat ein DFB-Team gegen die „Sbornaja“ verloren, vor über 100 Jahren gab es bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm den höchsten Sieg der Länderspiel-Geschichte – ein 16:0. Doch daran dachte wohl keiner der 35 288 Zuschauer, die am Donnerstagabend in die Leipziger Arena gekommen waren. Gefühlt waren es noch deutlich weniger.

Die Nachwehen der größten Enttäuschung im deutschen Fußball der vergangenen Jahrzehnte sind noch immer deutlich spürbar. Kein Wunder, das musste sogar Joachim Löw im Vorfeld zugeben: „Wir können nicht erwarten, dass uns die Fans nach diesem Jahr die Bude einrennen.“ Ähnlich verständnisvoll äußerte sich auch Serge Gnabry: „Wir müssen schauen, dass die Ergebnisse wieder stimmen. Dann kommen die Zuschauer wieder“, sagte der Bayern-Star. Neben dem verpatzten Turnier waren auch die sonstigen Auftritte des DFB-Teams bis dato überschaubar. Nie zuvor gab es in einem Jahr mehr Niederlagen (sechs), nie zuvor weniger Tore (neun).

Deutschland-Einzelkritik gegen Russland: Die DFB-Elf in Noten

Das war ein lockerer Sieg für Deutschland. Die DFB-Elf gewinnt das Testspiel gegen Russland verdient. Alle Deutschland-Spieler hier in der Einzelkritik mit Noten. Zur Galerie
Das war ein lockerer Sieg für Deutschland. Die DFB-Elf gewinnt das Testspiel gegen Russland verdient. Alle Deutschland-Spieler hier in der Einzelkritik mit Noten. ©
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Startelf war 23,9 Jahre alt

In den letzten beiden Spielen 2018 ging und geht es daher vor allem darum, den verlorenen Kredit nach und nach wieder einzusammeln. Und den Umbruch, den Löw beim 1:2 in Frankreich eingeleitet hatte, fortzusetzen. Gestern stand mit dem 19-jährigen Leverkusener Kai Havertz ein weiteres Toptalent erstmals in der Startelf, dazu setzte der Bundestrainer auf die drei Offensivspieler, die in Paris ordentlich Wirbel gemacht hatten: Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sané.

Und auch ansonsten eher auf frisches Blut statt Erfahrung. Niklas Süle, Matthias Ginter und Thilo Kehrer statt gestandenen Spielern wie Mats Hummels und Thomas Müller, die zunächst nur auf der Bank Platz nahmen, wo Hummels sogar für die gesamte Spielzeit bleiben musste. Das Durchschnittsalter der Startelf betrug 23,9 Jahre. „Für uns auf dem Platz ist es egal, wie alt man ist. Wir haben in Deutschland viele Spieler, die in ihren Vereinen schon Stammspieler sind. Warum soll man sie dann nicht spielen lassen?“, fragte Gnabry anschließend.

Die Stimmen zum Deutschland-Sieg

Zwei der Youngster sorgten für das erste Highlight der Partie. Gnabry kam auf dem rechten Flügel durch und legte mustergültig quer für Sané, der nach acht Minuten zum 1:0 einschob. Endlich, endlich gelang dem bei Manchester City so famos durchgestarteten Ex-Schalker sein erstes Länderspieltor. Keine Viertelstunde später hätte Sané eigentlich gleich sein zweites folgen lassen müssen, doch die butterweiche Flanke von Havertz köpfte er viel zu harmlos in die Arme des russischen Torhüters Andrey Lunew. So war es Niklas Süle vorbehalten, die Führung per Abstauber nach einer Ecke von Joshua Kimmich auf 2:0 auszubauen (25.) und ebenfalls seinen ersten Treffer in der A-Nationalelf zu erzielen.

Gnabry, Sané, Havertz: Neues Motto setzt sich fort

Und das neue deutsche Motto „Jugend forsch“ ging munter weiter: Der starke Havertz schickte mit einem herrlichen Pass in die Tiefe erneut Gnabry auf die Reise – 3:0 (40.). Mit Applaus ging es in die Pause – und mit einer La-Ola-Welle nach dem Seitenwechsel weiter. Ansonsten blieb die Stimmung richtig mau. Mit zunehmender Spielzeit flachte auch das Niveau spürbar ab. Für den einzigen echten Aufreger sorgte Aleksandr Jerochin, der Jonas Hector mit einer völlig unnötigen Grätsche an der Mittellinie böse vom Platz trat. So blieb es beim ungefährdeten 3:0 gegen den WM-Viertelfinalisten.

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Heute Abend wird die Mannschaft im Leipziger Teamhotel gemeinsam die Partie der Gruppengegner in der Nations League zwischen den Niederlanden und Frankreich schauen und muss dabei dem Weltmeister die Daumen drücken, damit man nicht vor dem Fernseher sitzend absteigt. Auch „wenn das kein Beinbruch wäre“, wie Löw zu Protokoll gab. Am kommenden Montag will das DFB-Team dann in Gelsenkirchen gegen Holland zumindest für einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss des Seuchenjahres sorgen. Und 2019 mit den jungen Wilden in der EM-Qualifikation endlich wieder für gute Stimmung sorgen.

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