Die deutschen U21-Nationalspieler gedachten in Auschwitz der Opfer des Holocaust. Die deutschen U21-Nationalspieler gedachten in Auschwitz der Opfer des Holocaust. © Lights Of The World
Die deutschen U21-Nationalspieler gedachten in Auschwitz der Opfer des Holocaust.

Deutschlands U21 besucht Auschwitz: "Fassungslosigkeit über das Grauen"

Gedenken an den Nazi-Terror. Die Spieler zeigten sich sichtlich berührt und zündeten 23 Kerzen an den Gedenktafeln am früheren Krematorium nieder.

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Die Köpfe gesenkt, die Schritte ganz langsam. Völlige Stille in den Reihen der deutschen U21-Nationalmannschaft. An der Spitze der Gruppe DFB-Trainer Stefan Kuntz, Kapitän Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) und Delegationsleiter Ronny Zimmermann, die in Gedenken an die Opfer des Holocausts Blumen und einen Kranz an Block 11 in Auschwitz niederlegten.

Nur einen Tag vor dem Auftakt der Europameisterschaft der U-21-Nationalmannschaften in Polen besuchte die deutsche Auswahl das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau. Erst am Mittwoch war der Tross in Krakau gelandet, um sich in Polen in das Abenteuer Europameisterschaft zu stürzen – und bereits am Sonntag muss man sich in Tychy Auftaktgegner Tschechien (18 Uhr, ZDF) stellen.

Doch zunächst stellten sich die größten deutschen Nachwuchshoffnungen dem dunkelsten Teil der deutschen Geschichte.

In spartanischen Zugwaggons wurden die Häftlinge nach Auschwitz gebracht. In Zugwaggons wurden die Häftlinge nach Auschwitz gebracht. © Lights Of The World

Spieler waren sichtlich berührt

In Birkenau legten die Spieler 23 Kerzen – jeder Profi eine – an die Gedenktafeln am früheren Krematorium nieder. Es folgte eine Schweigeminute. In einem von allen Spielern unterschriebenen Eintrag im Besucherbuch der Gedenkstätte ist von der „Fassungslosigkeit über das Grauen, das Menschen hier anderen Menschen angetan haben“, die Rede. Weiter heißt es: „Aus der Geschichte entstehen Verantwortung und Verpflichtung, sich für Toleranz, Respekt, Offenheit und Menschlichkeit einzusetzen. Heute, morgen, übermorgen. Für immer. Auf dem Platz und überall.“

Die Spieler wie auch die DFB-Verantwortlichen waren sichtlich berührt: "Da kamen ganz viele Gefühle hoch. Mitleid, Wut, Unverständnis. Alles was man so im Körper hat. Wir sind das krasse Gegenteil. Weltoffen, egal welche Religion, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung man hat. Man hat gemerkt, wie der Vormittag auf das Team gewirkt hat. Es war ruhig." Auch Kapitän Maximilian Arnold äußerte sich: "Verrückt wie Menschen mit anderen Menschen umgehen können. Im Team herrschte ein Stück weit bedrückte Stimmung."

Der Präsident des Zentralrats der Juden hatte den Besuch zuvor im SPORTBUZZER als „wichtige Geste der Versöhnung“ bezeichnet. „Die jüdische Gemeinschaft weiß diese Würdigung der Opfer der Schoah zu schätzen. Gerade für junge Menschen, für die die Verbrechen der Nationalsozialisten weit weg in der historischen Vergangenheit liegen, ist ein solcher Besuch sehr eindrücklich“, hatte Josef Schuster mitgeteilt. Und das sicher nicht ohne Grund.

Denn im Zuge der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine hatte es großen Wirbel um den Besuch der deutschen A-Nationalmannschaft in der KZ-Gedenkstätte gegeben. Der damalige Präsident des Zentralrat der Juden, Dieter Graumann, hatte einen Besuch eingefordert. Am Ende war eine DFB-Delegation in Auschwitz, aus dem EM-Kader nahmen jedoch nur drei Spieler teil, was Graumann als „ungenügend“ kritisierte.

U21 EM

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