Der Gladbacher Jonas Hofmann (M.) feiert den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer. Der Gladbacher Jonas Hofmann (M.) feiert den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer. © dpa
Der Gladbacher Jonas Hofmann (M.) feiert den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer.

DFB-Pokal: Dresden mit Zittersieg, Gladbach rettet sich, Kiel wirft Braunschweig raus

Mit viel Mühe erreicht Dresden die zweite Runde im DFB-Pokal, Kiel setzt sich gegen Braunschweig durch, Gladbach verhindert ein historisches Pokal-Aus. Die Zusammenfassung.

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Holstein Kiel wirft im Zweitliga-Duell Braunschweig aus dem Pokal

Aufsteiger Holstein Kiel hat im Zweitliga-Duell Eintracht Braunschweig aus dem DFB-Pokal geworfen. Die Schleswig-Holsteiner siegten am Freitagabend vor 10 052 Zuschauern im modernisierten Holstein-Stadion mit 2:1 (0:0). Die Tore erzielten Christoffer Nyman (48. Minute) für Braunschweig sowie Dominick Drexler (71.) per Foulelfmeter und Marvin Ducksch (77.) für Kiel. Eintracht-Abwehrspieler Joseph Baffo sah nach einer Notbremse in der 70. Minute die Rote Karte.

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Die Gastgeber waren die aktivere, giftigere Mannschaft, die die favorisierten Braunschweiger zunächst nicht zu Entfaltung kommen ließ. 9:3 Torschüsse und 8:3 Ecken waren deutlicher Beleg für die Dominanz der Hausherren in den ersten 45 Minuten. Erst nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste offensiver, beflügelt von der glücklichen Führung. Doch die Kieler behielten die Partie im Griff.

Dem 1:0 der Gäste war 30 Sekunden zuvor eine umstrittene Szene im Braunschweiger Strafraum vorausgegangen. Kingsley Schindler wurde von Eintracht-Stürmer Ken Reichel zu Fall gebracht. Schiedsrichter Guido Winkmann ließ jedoch weiterspielen.

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Die Niedersachsen bekamen dagegen einen Foulelfmeter zugesprochen, nachdem Stürmer Onel Hernandez über den Fuß von Dominik Schmidt gestürzt war. Doch Reichel schoss rechts am Pfosten vorbei (36.). Dafür konnten sich die Norddeutschen über einen Treffer vom Elfmeterpunkt freuen. Baffo hatte Ducksch gelegt, Drexler verwandelte. Als dann St.-Pauli-Leihgabe Ducksch sechs Minuten später kaltschnäuzig zum 2:1 einschob, waren die Zuschauer aus dem Häuschen.

Mit Kampf und Glück: Gladbach verhindert historisches Pokal-Aus

Borussia Mönchengladbach hat nach einem harten Stück Arbeit und mit einer gehörigen Portion Glück die Auftakthürde im DFB-Pokal gemeistert. Der Bundesligist setzte sich am Freitagabend in einem echten Pokal-Fight beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit 2:1 (0:1) durch. Bis zur 79. Minute hatte die Borussia, die noch nie in ihrer Vereinsgeschichte an einem Viertligisten gescheitert war, in Rückstand gelegen, dann drehten Joker Jonas Hofmann und Raffael (82.) das Spiel innerhalb von nur vier Minuten.

Nach dem unglücklichen Halbfinal-Aus im Vorjahr im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt hofft die Borussia in diesem Jahr auf die erste Final-Teilnahme seit dem Cup-Sieg 1995. Benjamin Baier, der Bruder des Augsburger Bundesliga-Profis Daniel Baier, hatte die vom langjährigen Gladbacher Nachwuchs-Coach Sven Demandt trainierten Essener in der 29. Minute in Führung gebracht. Trotz der Niederlage tankte RWE Selbstvertrauen für die Liga. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen hatte Essen, das zuletzt 2007 in der 2. Bundesliga spielte, dort einen Fehlstart hingelegt.

Als die beiden westdeutschen Traditionsvereine sich 1982 zuletzt in einem Pflichtspiel gegenüberstanden, war von den heutigen Spielern noch keiner geboren, Gladbachs Manager Max Eberl spielte damals noch in der E-Jugend von Bayern München. Die ohne sechs verletzte Spieler angetretene Borussia übernahm mit den Neuzugängen Matthias Ginter und Denis Zakaria sogleich die Spielkontrolle und zeigte, dass sie die Aufgabe ernst nahm. Der Außenseiter, der in Erinnerung an den überraschenden Final-Einzug 1994 (1:3 gegen Bremen) in entsprechenden Retro-Trikots angetreten war, hielt aber mit großer Leidenschaft dagegen.

Glück hatten die Essener in der 23. Minute, als Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einem Foul von Hervenogi Unzola an Nico Elvedi nicht auf Strafstoß für die Borussia entschied. Sechs Minuten später führte RWE plötzlich, als Kapitän Baier aus sieben Metern unhaltbar für Yann Sommer einköpfte.

Erst nach der Halbzeit wurde der Bundesligist zielstrebiger, der agile Ibrahima Traoré und der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Confed-Cup-Sieger Lars Stindl schossen innerhalb weniger Sekunden jeweils knapp rechts vorbei (54.). Auf der Gegenseite verhinderte Sommer gegen Kai Pröger sogar das mögliche 0:2 (66.).

Gladbachs Trainer Dieter Hecking wechselte spät, brachte erst in der 67. Minute durch Jonas Hofmann für den beim Debüt unglücklichen Zakaria einen frischen Spieler. Hofmann leitete dann die Wende ein.

Dresden erreicht nach Zittersieg gegen Koblenz 2. Runde im DFB-Pokal

Dynamo Dresden hat mit viel Mühe die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus gewann ihr Erstrundenspiel am Freitagabend gegen Regionalligist TuS Koblenz knapp mit 3:2 (1:1). Nach der frühen Koblenzer Führung durch Dejan Bozic (6.) konnten Erich Berko (11.) und Philip Heise (49.) die turbulente Begegnung zunächst zugunsten von Dynamo drehen. Nach dem erneuten Ausgleich durch Dimitrios Popovits (80.) sorgte Aias Aosman (84.) für den Siegtreffer. In der 85. Minute parierte Dresdens Torhüter Markus Schubert einen Foulelfmeter von Andreas Glockner.

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Weil das heimische Stadion Oberwerth wegen Umbaumaßnahmen derzeit gesperrt ist und alle in Frage kommenden Spielorte rund um Koblenz die Partie aus Sicherheitsgründen nicht austragen wollten, musste der Außenseiter notgedrungen ins 430 Kilometer entfernte Zwickau umziehen.

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Vor 6300 Zuschauern erwischte der Regionalligist mit dem Treffer durch Bozic aus Nahdistanz einen perfekten Start. Doch die Freude darüber war nur von kurzer Dauer, denn nach einem flachen Pass von Sascha Horvath von der rechten Seite stand Berko am langen Pfosten goldrichtig und schob nur fünf Minuten später zum 1:1 ein.

Mit einem direkt verwandelten Freistoß brachte Heise den Favoriten kurz nach Wiederbeginn mit 2:1 in Front. In der Schlussphase war dann noch einmal viel geboten. Nach dem Ausgleich durch Popovits avancierten Aosman und Schlussmann Schubert zu den Matchwinnern für die Dresdner.

Bayer vermeidet bei Herrlich-Debüt Pokal-Blamage in Karlsruhe

Bayer Leverkusen hat bei der Pflichtspiel-Premiere des neuen Trainers Heiko Herrlich nach einem intensiven Pokal-Abend nur knapp eine Blamage abgewendet. Die Werkself zog am Freitag dank des 3:0 (0:0) nach Verlängerung beim tapfer kämpfenden Fußball-Drittligisten Karlsruher SC in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Eine Woche vor dem Liga-Auftakt beim Rekordmeister FC Bayern München sorgten Dominik Kohr (93. Minute), Joel Pohjanpalo (99.) und Leon Patrick Bailey (105.) für Erleichterung und Freude beim früheren Torjäger Herrlich und bei Leverkusen.

Vor 17 073 Zuschauern im Wildpark-Stadion tat sich der Favorit bei der ersten Pflichtaufgabe nach der schwachen Vorsaison schwer. Erst in der Verlängerung machte sich die Erfahrung der Bayer-Profis bezahlt, die mit schnellen Treffern die Badener im strömenden Regen überrumpelten und erst dann für ein standesgemäßes Ergebnis sorgten. In den torlosen 90 Minuten zuvor waren die Leverkusener im Angriff zu wenig effizient aufgetreten.

Für den KSC blieb die erhoffte Überraschung samt finanzieller Mehreinnahmen aus. Mit dem bislang besten Saison-Auftritt sammelte der Zweitliga-Absteiger dennoch Mut nach dem Stolperstart in der 3. Liga. Im Pokal wartet der einstige Erstligist seit 2014 darauf, wieder in die zweite Runde einzuziehen.

Ohne den verletzten Lars Bender war der Favorit das über weite Strecken feldüberlegene Team, scheiterte aber im Abschluss. Schon in der zweiten Minute rannte Nationalstürmer Karim Bellarabi bedrängt von Verteidiger Martin Stoll gefährlich aufs KSC-Tor zu, sein Schuss flog ebenso vorbei wie die Versuche von Kai Havertz (17.), Jonathan Tah (19.) und Dominik Kohr kurz vor dem Pausenpfiff.

«Das Weiterkommen ist unser absolutes Ziel. Es gibt keine zweite Chance», hatte der 45 Jahre alte Herrlich gesagt und gewarnt: «Wenn man da ein bisschen nachlässig ist, kann es ein böses Erwachen geben.» Der neue Coach war von Sportchef Rudi Völler geholt worden, um die Rheinländer nach einer schwachen Vorsaison in den Europapokal zu führen. In der ersten Pokal-Begegnung der Rheinländer mit den Badenern wurde ein Zweiklassen-Unterschied lange nicht deutlich, das böse Erwachen blieb aber aus. KSC-Angreifer Oskar Zawada prüfte Keeper Bernd Leno, der stark reagierte (13.). Alexander Siebecks Abschluss nach einer guten halben Stunde war zu harmlos.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang dem Bundesligisten zu wenig im Angriff. Herrlichs Profis fehlte die Präzision, die Aktionen waren nicht zwingend genug. Die Gastgeber verteidigten aufmerksam und aufopferungsvoll - und kämpften. Gefährliche Chancen blieben in der zweiten Halbzeit lange aus, bis Bayer-Stürmer Kevin Volland frei vor KSC-Torhüter Benjamin Uphoff verzog (78. Minute). Nach dem ersten frühen Gegentor in der Verlängerung nach einem Standard von Julian Brandt waren die Karlsruher jedoch geschlagen.

Fussball DFB-Pokal Holstein Kiel (Herren) Eintracht Braunschweig (Herren) SG Dynamo Dresden (Herren) Bayer 04 Leverkusen (Herren) Karlsruher SC (Herren) Borussia Mönchengladbach (Herren) Rot-Weiss Essen (Herren) TuS Koblenz (Herren)

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