06. Februar 2018 / 17:17 Uhr

DFB-Präsident Reinhard Grindel im Eichsfeld über Verantwortung des Fußballs

DFB-Präsident Reinhard Grindel im Eichsfeld über Verantwortung des Fußballs

Eduard Warda
„Am Ende entscheiden die Vereine über einheitliche Anstoßzeiten“: DFB-Präsident Reinhard Grindel bei seinem Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus Wollbrandshausen.
„Am Ende entscheiden die Vereine über einheitliche Anstoßzeiten“: DFB-Präsident Reinhard Grindel bei seinem Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus Wollbrandshausen. © Pförtner
Anzeige

Um Fußball ging es beim Schlachteessen des CDU-Samtgemeindeverbandes Gieboldehausen in Wollbrandshausen. Redner war DFB-Präsident Reinhard Grindel – der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete sprach über „Die gesellschaftspolitische Verantwortung des Fußballs“.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Vor der Tür steht eine respektable schwarze Limousine mit Frankfurter Kennzeichen, drinnen sitzt der DFB-Boss. Doch Reinhard Grindel kennt keine Berührungsängste: Immer wieder kommen Parteifreunde aus dem Eichsfeld zu ihm, um gemeinsame Bilder zu machen, und er hat für jeden ein Lächeln parat.

Er sei im Eichsfeld weil er dem „eindringlichen Charme“ von Eva-Kristin Waldhelm, der Vorsitzenden des CDU-Samtgemeindeverbandes, „nicht widersprechen konnte“, klärt der DFB-Chef gleich zu Beginn über die Gründe für seinen Auftritt in Wollbrandshausen auf – Waldhelm habe ihn auf dem Landesparteitag in Hameln darum gebeten. Ein anderer Beweggrund sei gewesen, dass Südniedersachsen die Heimat des Göttinger CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler ist, der ihm als ordentliches Mitglied im Sportausschuss des Bundestages nachgefolgt sei.

Der DFB-Präsident spannt der Tragweite des Themas entsprechend einen weiten Bogen: Der 4. Juli 1954, der WM-Sieg, sei vielleicht die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik gewesen, heute ist der Fußball„vielleicht das letzte Lagerfeuer, um das sich die Leute versammeln“. Ansonsten scheine die Gesellschaft in „digitale Einzelteile“ zu zerfallen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel beim Schlachteessen in Wollbrandshausen

Zur Galerie
Anzeige

Apropos digital: Viel Applaus erntet Grindel für seine Kulturkritik. Wieso spreche man von sozialen Netzwerken, „wenn sich Kinder hinter seelenlose Ipads zurückziehen? Ein Stromausfall, und die Freunde sind weg!“ E-Sport könne Vereinssport „in keinster Weise ersetzen“, Fußbawll gehöre „an die frische Luft und auf den Rasen“.

Mit Spannung erwartet worden sind Grindels Ausführungen zur Kommerzialisierung des Fußballs – auch angesichts der 50+1-Debatte. Er höre oft Kritik an den Supergehältern von Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Neymar. Doch biete etwa der Brasilianer „mit 100 Millionen Followern“ in den Netzwerken Sponsoren eine ungeheuer breite Plattform. „Man holt sich Wirtschaftskraft ins Team, das ist eine neue Entwicklung.“

Weil wegen der Wünsche des Pay-TV die Spieltage auseinandergerissen werden, würden oftmals DFB und DFL kritisiert. „Aber am Ende entscheiden die Vereine“, stellt Grindel klar. Die Klubs könnten zur einheitlichen Anstoßzeit zurückkehren, „dann würde man aber auf einen Großteil der TV-Einnahmen verzichten“. Es sei letztlich die Frage zu beantworten, ob man sich der internationalen Konkurrenz stellen und wettbewerbsfähig bleiben wolle.

Reinhard Grindel bei der CDU in Gieboldehausen

Der DFB-Chef ist jedoch optimistisch, dass eine Kompromisslösung gefunden wird, auch bei der Frage nach dem Sponsoreneinfluss auf Profiklubs und der 50+1-Regel. „Wir sind gespannt auf die Vorschläge der Liga“, sagt Grindel.

Nicht ganz so ernst gemeint sind im Anschluss Waldhelms Fragen: Ob er sich ein gemeinsames Büro mit Angela Merkel vorstellen könne? Nein, beteuert Grindel, Merkel sei eine misstrauische Person, da müsste er bei jedem Telefonat das Zimmer verlassen. Humor bewweist der DFB-Chef auch beim Thema WM, für dass sich die Niederlande bekanntlich nicht qualifiziert haben: „Mehr als die Entscheidung für 48 Teilnehmer können wir für unsere niederländischen Freunde nicht tun“. Aber das, sagt er, möge bitte unter uns bleiben.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Göttingen/Eichsfeld
Sport aus aller Welt