10. Januar 2019 / 13:55 Uhr

DHB-Team vor dem Auftakt der Heim-WM gegen Korea: "Wir haben unfassbare Möglichkeiten"

DHB-Team vor dem Auftakt der Heim-WM gegen Korea: "Wir haben unfassbare Möglichkeiten"

Jens Kürbis
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Schwört sein Team ein: Bundestrainer Christian Prokop (Mitte) und seine Mannschaft vor dem WM-Auftakt.
Schwört sein Team ein: Bundestrainer Christian Prokop (Mitte) und seine Mannschaft vor dem WM-Auftakt.
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Nun ist es so weit: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft startet gegen Korea in die Heim-WM. Mit einem Auftaktsieg wollen die deutschen Handballer eine Euphorie im ganzen Land entfachen.

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Vor dem „Grand Hyatt“, dem Fünf-Sterne-Tempel am Potsdamer Platz, tummeln sich Autogrammjäger. Oben, in der guten Hotel-Stube, bastelt Patrick Groetzki an seiner Hitliste. Wenn Deutschlands Handballer heute gegen Korea in die Heim-WM starten, legt der Rechtsaußen in der Kabine die Musik auf. „We Will Rock You“, der Queen-Klassiker, werde es nicht, verriet er. „Ich stehe eher auf Metallica oder AC/DC. Nicht mein Ding, aber Schlager spiele ich auch.“ Ein Wunsch von Silvio Heinevetter. Das DHB-Team geht es bis zum Anwurf locker an. „Wir werden noch mal Video schauen und die Taktik besprechen, ansonsten wird es eher gemütlich“, verrät Groetzki. „Wir sind an der Darts-Scheibe, spielen viel ‚Mario Kart‘, dann gibt es noch eine Tischtennisplatte.“

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Hanning: "Das Spiel muss der Dosenöffner sein"

Ablenkung vor dem Start gegen Korea. „Das Spiel muss der Dosenöffner sein. Ich hoffe, wir spielen uns da frei, kommen dann in die Begeisterung“, sagt DHB-Vize Bob Hanning. Die Partie wird auch der endgültige Abschied von den „Bad Boys“ sein. Nicht nur verbal, im kleinen Kreis vor dem Anwurf, wo das japanische „Ganbaru“ (das Beste geben) das „Bad Boys“ abgelöst hat. Im Sommer beim Trip ins Land des künftigen Olympia-Gastgebers „haben wir uns viele Dinge erarbeitet, die wir jetzt während der WM anwenden wollen“, erzählt Bundestrainer Christian Prokop.

Handball-WM 2019: Das ist der 16er-Kader der deutschen Nationalmannschaft

Die DHB-Stars Patrick Wiencek (l.) und Uwe Gensheimer (r.) sind bei der WM 2019 dabei, das entschied Bundestrainer Christian Prokop (Mitte).   Zur Galerie
Die DHB-Stars Patrick Wiencek (l.) und Uwe Gensheimer (r.) sind bei der WM 2019 dabei, das entschied Bundestrainer Christian Prokop (Mitte).   ©
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Werte wie Autorität, Hierarchie, Tradition, Pünktlichkeit und gegenseitigen Respekt habe man da auch verinnerlicht. Und das neue Leitmotto. „Wir sind jetzt eine Einheit, eine andere Mannschaft als noch vor einem Jahr“, beschwört Groetzki den neuen Teamgeist. Auch Prokop sei nun ein anderer. „Er war im intensiven Austausch mit uns, hat jeden Spieler besucht, mehrere Stunden mit ihm gesprochen. Das habe ich von einem Bundestrainer in der Art noch nicht erlebt.“

Ab heute sollen die neuen Tugenden abgerufen werden. Gegen das vereinigte Korea stehen die Zeichen dabei ganz klar auf „Shori“, auf Sieg. Es ist die leichteste Vorrunden-Hürde. Der Dritte der Asienmeisterschaft, der aufgrund einer Sonderregelung des Weltverbandes IHF mit einem Kader von 20 Spielern, darunter vier Soldaten aus dem Norden, auflaufen darf, komme über den Teamgeist, hat Prokop im Videostudium ausgemacht. Auch, dass das Team eine offen interpretierte 6:0-Abwehr bevorzuge, „die auf Bälle klauen und auf Tempogegenstöße aus ist. Vorne spielen sie typisch schnell, mit Kempa-Tricks und überraschenden Würfen.“ Unterm Strich bleibt aber: Korea hat zuletzt gegen Drittligist Potsdam 26:30 gepatzt, gegen den Oranienburger HC – noch ein Drittligist – im finalen Test knapp 34:29 gewonnen.

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Deutsche Vorrundenspiele sind nahezu ausverkauft

Mit dem Spiel in der Mercedes-Benz-Arena wird für den Berliner Fabian Wiede „ein Traum wahr. Eine Heim-WM, das ist einzigartig. Wir wollen die Leute mitnehmen und begeistern.“ Auch das ist schon passiert. 2000 Fans waren beim öffentlichen Training – im Handball einmalig. „Das zeigt, welch unfassbare Möglichkeit sich für unseren Sport ergeben kann“, sagt Hanning. „Wir haben jetzt die 500.000er-Ticketgrenze gesprengt“, erklärt Mark Schober, Vorstandschef des Deutschen Handballbunds (DHB).

Die deutschen Vorrunden-Spiele in Berlin sind nahezu ausverkauft. Für das Korea-Spiel gibt es noch 150 Karten, für die Brasilien-Partie am Sonnabend fünf und Frankreich am Dienstag zehn Tickets. Lediglich für das Spiel gegen Russland (200 Tickets) und Serbien (300) sind noch mehr zu haben. Schober ist aber sicher: „Die gehen noch alle weg. Wir werden ausverkauft sein.“ Es passt auch zur neuen Website des DHB, zum neuen Leitbild: „Wir machen stark!“ Handball-Deutschland erfindet sich gerade neu.

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