16. Mai 2018 / 18:55 Uhr

Die 2. Bundesliga, Spielzeit 2017/18 - ein Fazit

Die 2. Bundesliga, Spielzeit 2017/18 - ein Fazit

Patrick Wall
Die Saison 17/18 in der zweiten Liga ist beendet. USER-BEITRAG
Die Saison 17/18 in der zweiten Liga ist beendet.
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Am vergangen Sonntag wurde mit dem 34. Spielzeit die Spielzeit 2017/2018 im deutschen Unterhaus beendet.

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Fortuna Düsseldorf: Aufstiegsexperte Friedhelm Funkel konnte die Fortuna innerhalb eines Jahres vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam formen. Mit einem 2:3 Auswärtssieg beim Mitaufsteiger aus Nürnberg, konnten die Fortunen sogar die Meisterschaft an den Rhein holen. Dabei gilt die Fortuna klar als Überraschungsmeister. Waren die Düsseldorfer in der vorherigen Spielzeit noch knapp dem Abstieg von der Schippe gesprungen, zeigten sie sich in dieser Saison als wahres Spitzenteam. Viele Punkte konnte die Fortuna dabei zumeist gegen Ende des Spiels noch auf die eigene Seite holen. Rückblickend muss man sagen, dass die Fortuna das konstanteste Team der Saison war, weshalb sich schon in der Rückrunde abzeichnete, wohin die Reise gehen wird.

1.FC Nürnberg: Auch der Club aus Nürnberg hat den Aufstieg in die Bundesliga geschafft, obwohl ihn vor der Saison wohl nur die wenigsten auf der Rechnung hatten. Dass die Zweitligameisterschaft knapp verpasst wurde, sollte zu verkraften sein. Die Nürnberger überzeugten vor allem durch ihren Team-Spirit und der spielerischen Stärke, die unter Coach Köllner aufgebaut wurde. Auffällig war zudem, dass viele junge Spieler im Vergleich zur letzten Saison einen riesigen Schritt nach vorne machten. Herausragender Spieler war Kapitän Behrens, der als defensiver Mittelfeldspieler satte 14 Tore erzielte.

Holstein Kiel: Der Aufsteiger aus dem Norden ist das Überraschungsteam der Saison. Mit insgesamt 71 Toren konnten sie ihre Offensivqualitäten problemlos von der dritten Liga mit nach oben bringen. Das Erfolgsrezept der Kieler scheint dabei die eingespielte Mannschaft zu sein, die sich schon im Vorjahr durch die dritte Liga gekämpft. Nahezu alle Leistungsträger konnten gehalten werden, wodurch der KSV kaum Eingewöhnungszeit in der neuen Liga brauchte. Das ging sogar so weit, dass die Störche fast den Durchmarsch in die Bundesliga geschafft hätten. Trotz einer Sieglos-Serie von 10 Spielen in der Rückrunde konnte immerhin der dritte Tabellenplatz dank der ausgeglichenen Liga gehalten werden. Nun geht es in der Relegation gegen Wolfsburg.

Arminia Bielefeld: Letztes Jahr noch fast in die dritte Liga abgestiegen, schafften die Bielefelder in dieser Saison den Turnaround und konnten sich schon zu Beginn der Saison in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Kurze Zeit träumte man auf der Alm sogar von der Rückkehr in die Bundesliga. Das Team konnte sich unter dem Luxemburger Jeff Saibene schon im letztjährigen Abstiegskampf festigen und setzte dies in der neuen Spielzeit problemlos fort. Alles in allem dürfte aber bei den Fans die Erleichterung über eine sorgenfreie Saison überwiegen.

Jahn Regensburg: Neben Kiel konnte auch der zweite Aufsteiger aus der dritten Liga überraschen, dabei wurde den Bayern von vielen Seiten eine schwere Saison prophezeit. Das hatte zum einen damit zu tun, dass man erst ein Jahr zuvor aus der Regionalliga aufgestiegen war und nach dem rasanten Durchmarsch irgendwann der Knick kommen sollte, zum anderen verlor man Aufstiegstrainer Heiko Herrlich. Der Jahn benötigte jedoch unter Neucoach Achim Beierlorzer nur wenige Wochen, um auch in der zweiten Liga Erfolgserlebnisse zu sammeln. Das Team überzeugte mit schnellem Umschaltspiel, dass viele Gegner womöglich unterschätzt haben. Der zweite Durchmarsch in Folge wurde zwar verpasst, jedoch kann man von einer überragenden Saison sprechen.

VfL Bochum: Die Bochumer erlebten in dieser Spielzeit ein wahres Wechselbad der Gefühle. Mit Aufstiegsambitionen gestartet, versank man schon früh im Tabellenkeller. Existenzangst machte sich im Ruhrpott breit und viele schrieben den VFL schon ab. Rettung gab es in Form von Robin Dutt, der das Team im Februar übernahm und wieder in die obere Tabellenhälfte führte. In insgesamt 12 Spielen konnte der VFL unter ihm satte 22 Punkte einfahren, sodass man kurzzeitig doch wieder vom Aufstieg redete.  Die schwache Bilanz seines Vorgängers und die katastrophalen Umstände in der Hinrunde (Dutt war bereits der 4. Trainer der Saison) sorgten dafür, dass man sich immerhin noch auf Platz 6 einpendelte. Herausragende Spieler, die hier zu nennen sind, ist auf der einen Seite Kevin Stöger, der von vielen Erstligisten umworben wird, sowie Lukas Hinterseer, der unter Dutt seine Torgefahr wiedergefunden hat.

MSV Duisburg: Auch der dritte Aufsteiger im Bunde schließt die Saison unter den Top7 ab. Die Zebras, die eher als Fahrstuhlmannschaft bekannt sind, waren in diesem Jahr nie ernsthaft in Abstiegsnöten. Zwischenzeitlich klopfte man sogar ganz oben an, bevor man durch eine kleinere Schwächephase kurzzeitig doch wieder nach unten Blicken musste. Die Duisburger konnten sich am Ende der Saison jedoch nochmals stabilisieren und können nun optimistisch in die neue Spielzeit blicken.

Union Berlin: Nach dem vierten Platz im vergangenen Jahr waren die Eisernen zu Beginn der Saison heißer Aufstiegskandidat. Am Ende der Saison steht man vor einem enttäuschenden achten Platz, womit die Hauptstädter den Erwartungen nicht gerecht werden konnten. Der mögliche Knackpunkt für viele Beobachter scheint der Rauswurf von Jens Keller gewesen zu sein, den man trotz des fünften Tabellenplatzes vor die Tür setzte. Unter Nachfolger Hofschneider konnte sich dann kein Erfolg einstellen, wodurch man schnell in den Abstiegsstrudel gerissen wurde. Am Ende der Saison konnten sich die Berliner dann durch zwei Siege noch bis in die obere Tabellenhälfte hochkämpfen, was man dennoch als Misserfolg werten muss.

FC Ingolstadt: Der FCI war zusammen mit Union vor der Saison als Spitzenteam und Aufstiegsfavorit gezählt worden. Der Saisonstart ging dann aber mächtig daneben. Als man nach 3 Spieltag mit 0 Punkte dastand, konnte man schon ahnen, dass es eine schwierige Saison werden würde. Schnell wurde Trainer Walpurgis durch Stefan Leitl ausgetauscht, der das Team wieder nach oben führen konnte. Fehlende Konstanz führten letztendlich dazu, dass man sich nicht an die Aufstiegsplätze heranschleichen konnte und man die Saison nur auf Platz 9 beendet. Auch für die Schanzer ein enttäuschendes Jahr.

SV Darmstadt: Die Platzierung von Darmstadt 98 sieht weitaus besser aus, als die Saison war. Nach einem ordentlichen Saisonstart brachen die Lilien völlig ein und mussten bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen, denn man wurde im Verlauf der Saison von Platz 3 bis auf Platz 17 durchgereicht und sah lange wie ein sicherer Absteiger aus. Doch durch die Rückkehr von Trainer Dirk Schuster konnte man die Saison mit einer Serie von 11 Spielen ohne Niederlage doch noch zum Guten wenden. Sicherlich hatten sich die Hessen vor der Saison mehr erhofft, doch nun kann man zufrieden über den zehnten Tabellenplatz sein.

SV Sandhausen: Durch einen guten Saisonstart mit 14 Punkten nach 7 Spielen konnte der SV Sandhausen ein ruhiges Jahr in der zweiten Liga verbringen, während dem man zu keiner Zeit abstiegsgefährdet war. Lange konnte sich der SVS sogar in der oberen Tabellenhälfte halten. Erst gegen Ende der Saison schien die Luft etwas raus zu sein, weswegen man noch auf Platz 11 abrutschte. Dennoch können die Sandhäuser um Kenan Kocak mit der Saison rundum zufrieden sein. Trotz vieler Verletzungen hat sich das Team die ganze Spielzeit über solide gezeigt. Für die kleine Stadt aus dem Rhein-Neckar-Kreis ist jedes Jahr, dass man sich in der zweiten Liga halten kann ein voller Erfolg.

FC St. Pauli: Die Kiezkicker standen lange Zeit tief im Abstiegskampf und fanden sich am 31. Spieltag sogar auf Platz 16 wieder. Durch zwei immens wichtige Heimsiege an den Spieltagen 32 und 33 konnte sich die Hamburger dann aus eigener Kraft befreien. Nachdem es auch in der letzten Saison ziemlich lange düster an der Elbe aussah, konnte der FC St. Pauli in diesem Jahr womöglich auf die Erfahrung der vorangegangenen Spielzeit zurückgreifen und so wiederholt die Klasse halten. In Zukunft wird man wohl versuchen gar nicht erst wieder in eine solch missliche Lage zu gelangen.

FC Heidenheim: Für die Heidenheimer war diese Saison eine echte Berg- und Talfahrt. Nach einem verpatzten Saisonstart stand die Truppe um Rekordcoach Frank Schmidt zunächst tief im Keller. Die Hinrunde konnte man gerade noch über dem Strich abschließen. In der Rückrunde schien sich das Team stabilisiert zu haben und tauchte sogar in der oberen Tabellenhälfte auf. Nach einer weiteren Schwächephase standen die Ostwürttemberger dann plötzlich mit dem Rücken zur Wand, als man nur noch Platz 16 belegte. Trotz eines schweren Restprogramms konnte man sich aber befreien und die Saison auf dem 13 Platz abschließen. Für die kleine Stadt am Rande Bayerns ist die Spielzeit damit ordentlich zu Ende gegangen. Auch hier kann man der Leistung des kleinen Vereins nur immer wieder Respekt zollen.

Dynamo Dresden: Durchatmen bei Dynamo! Im immer wieder zitierten „schwierigen zweiten Jahr“ konnten die Dresdner dem Abstieg knapp entrinnen. In einer durchwachsenen Saison mit vielen Aufs und Abs konnte man sich dem Klassenerhalt nie sicher sein. Nach dem eindrucksvollen 5. Platz in der vergangenen Spielzeit, hatten viele Dynamo-Fans schon den Blick nach oben gewagt, ehe es von Beginn an schwer für den Verein wurde. Gründe für die schwache Saison lassen sich leicht finden: Dynamo konnte zahlreiche Abgänge nicht gleichwertig kompensieren und konnte sich zudem nicht auf die altbewährte Heimstärke verlassen. Am Ende steht das Team aus Elbflorenz auf dem letzten Platz der Heimtabelle. Außerdem hat man mit insgesamt 23 Gegentoren in der Schlussviertelstunde summa summarum 14 Punkte noch hergeschenkt. Mit diesen beiden Schreckensbilanzen kann man in der Landeshauptstadt Sachsens froh über Platz 14 sein.

Greuther Fürth: Im Gegensatz zu den Sachsen waren die Fürther eines der heimstärksten Teams der Liga. Die Probleme lagen auswärts, wo man nur 9 Punkte holen konnte und somit das Schlusslicht der Auswärtstabelle bildete. Die Spielzeit begann für die Bayern alles andere als Gut. Nach 5 Spielen hatte man nur einen einzigen Punkt auf dem Konto. Von diesem schlechten Saisonbeginn konnten sich die Kleeblätter während der gesamten Spielzeit nicht mehr erholen. Man steckte von Anfang bis zum Ende im Abstiegskampf und konnte sich erst durch ein Remis am letzten Spieltag retten. Der Heimstärke war es letztendlich zu verdanken, dass man am Ende dem Abstieg und der Relegation entkommen konnte.

Erzgebirge Aue: Im Erzgebirge betont man immer wieder, dass der Klassenerhalt oberste Priorität hat und man die 2. Bundesliga nicht als selbstverständlich ansieht. In jedem Jahr müsse wieder aufs Neue um den Klassenverbleib gekämpft werden. Auch in diesem Jahr mussten die Sachsen wieder bis zum letzten Spieltag kämpfen und darüber hinaus -  es geht in die Relegation. Nachdem man, ähnlich wie Heidenheim, mal tief im Abstiegskampf steckte und sich mal herausgekämpft hatte, sah es alles in allem bis zum 29. Spieltag sehr gut für Aue aus. Man befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Platz 8 und schien nur noch einen Sieg von der Rettung entfernt zu sein. Dieser Sieg sollte jedoch nicht gelingen: Mit 4 Niederlagen und einer Punkteteilung rutschten die Erzgebirgler noch auf den Relegationsplatz ab. Dabei war man oftmals mit der Meinung des Schiedsrichters nicht einverstanden. Rückblickend wäre es ziemlich unglücklich, wenn Aue die Relegation nicht gewinnen sollte.

Eintracht Braunschweig: Der Drittplatzierte der Spielzeit 16/17, der nur knapp gegen Wolfsburg in der Relegation verlor, steigt im darauffolgenden Jahr aus der 2. Liga ab. Ein Schock in Braunschweig! Vor der Saison als Aufstiegskandidat gehandelt, konnte das Team um Thorsten Lieberknecht den Absturz nicht verhindern. Dabei zeigte sich das Team als gar nicht so schlecht und wirkt auch Tage nach dem Saisonfinale nicht wie ein typischer Abstiegskandidat. Die Eintracht befand sich im Verlauf der gesamten Saison im scheinbar gesicherten Tabellenmittelfeld. Das einzige Manko der Niedersachsen war, dass sie zu oft Unentschieden spielten, als zu gewinnen. So mussten die Braunschweiger trotz weniger Niederlagen immer den Blick nach unten wagen. Durch insgesamt 15 Remis kamen die Löwen letztendlich auch nur auf 8 Siege, weshalb sie der Ausgeglichenheit der Liga zum Opfer gefallen sind.

FC Kaiserslautern: Leider musste mit den roten Teufeln ein weiterer großer Traditionsverein die zweite Liga nach unten hin verlassen. Die Gründe dafür kann man einzig und allein in der katastrophalen Hinrunde suchen. Mit lediglich 11 Punkten in der gesamten Hinserie zementierten sich die Pfälzer auf den letzten Tabellenplatz. Trotz einiger prominenter Zugänge im Winter, konnte sich Lautern auch mit einer wirklich starken Rückrunde nicht mehr von diesem Platz befreien. Durch viele siegreiche Spiele keimte nochmal Hoffnung auf einen Ligaverbleib auf, jedoch hätte man fast jedes zweite Spiel gewinnen müssen, hätte man sich wenigstens auf den Relegationsrang retten wollen. Mit insgesamt 35 Punkten ist der FCK kein schlechter Tabellenletzter. Auch sie sind der Ausgeglichenheit der Liga erlegen.

*Fazit:  *Die Zweitligaspielzeit 17/18 wurde schon im Vorfeld, als die „spannendste und ausgeglichenste Saison aller Zeiten“ angeteasert. Diesem Ruf ist die 2. Bundesliga in diesem Jahr wirklich gerecht worden, allerdings hat sich die meiste Spannung auf den Abstiegskampf bezogen. Zwischenzeitlich standen bis zu 13 Vereinen im Abstiegskampf!!! Auch die Schwierigkeit im Vorfeld einen Favoriten zu nennen, hat sich bestätigt. Vereine, die eher als Aufstiegskandidaten gesehen wurden, hatten mit den vorderen Tabellenplätzen nur wenig zu tun. Vereine, die als Abstiegskandidaten gehandelt wurden, sind größtenteils durch die Liga geflogen und haben eher oben als unten angegriffen. Sowohl auf den Aufstiegs- als auch auf den Abstiegsplätzen hat es in diesem Jahr große Überraschungen gegeben, auf die wohl kaum ein Fan gesetzt hat. Die zweite Liga bleibt, wie so oft, die wohl spannendste Liga in Deutschland. Wir freuen uns auf die neue Spielzeit 18/19 mit einigen prominenten Neulingen, sowohl aus der dritten Liga, als auch aus der 1. Bundesliga.

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