Alles zu seiner Zeit: Fifa-Boss Gianni Infantino lässt noch viele Fragen offen. Alles zu seiner Zeit: Fifa-Boss Gianni Infantino lässt noch viele Fragen offen. © dpa
Alles zu seiner Zeit: Fifa-Boss Gianni Infantino lässt noch viele Fragen offen.

Die Fragezeichen der Mega-WM

2026 reisen 48 Fußball-Nationalmannschaften zur Weltmeisterschaftsendrunde: So viel ist klar, viel mehr aber auch nicht – eine Übersicht der wichtigsten Fragen

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Kurz nach der Verkündung der Mega-Fußball-WM ab 2026 ging dieser Scherz durch die sozialen Netzwerke: Vom Panini-Sammelalbum der WM 2026 war da die Rede, dazu gab es Bilder von einem überdimensionalen Wälzer. Der italienische Sammelbildchen-Hersteller reagierte mit Humor auf die Kommentare. „In Zeiten von Fake-News würde sich doch die Schlagzeile anbieten: Panini wars! Unterzeile: Die Klebekonterfei-Könige können 2026 so richtig große Brötchen backen“, sagte der Geschäftsführer der deutschen Panini-Tochter, Hermann Paul. Noch sei die WM aber weit weg, noch müsse sich das Unternehmen keine Gedanken über das entsprechende Sammelalbum machen.

Panini vielleicht nicht. Dafür muss der Fußballweltverband Fifa nach dem Beschluss vom Dienstag, die WM-Endrunde ab 2026 mit 48 statt wie bisher 32 Teams auszutragen, jetzt einige offene Fragen klären. Denn noch ist nicht viel mehr klar, außer, dass aufgestockt und in Dreiergruppen in der Vorrunde gespielt werden soll. Die großen WM-Fragezeichen:

Wie werden die zusätzlichen Startplätze verteilt?
Fifa-Präsident Gianni Infantino inszeniert sich als Förderer des afrikanischen und asiatischen Fußballs. Entsprechend groß ist bei europäischen Verbänden die Sorge, dass die Uefa bei der Verteilung der 16 neuen Startplätze auf sechs Kontinentalverbände schlecht abschneidet. „Bei allem Verständnis und aller Sympathie für die Bestrebungen, den Fußball auch weiter in Regionen Afrikas und Asiens zu entwickeln, muss jedem auch klar sein, dass es allen dient, den elementar wichtigen Kernmarkt Europa auch bei den Startplätzen weiterhin stark abzubilden“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Zur WM 2018 in Russland darf Europa neben dem Ausrichter 13 Teams schicken. Aus Afrika kommen vier, aus Asien vier oder fünf. Nord- und Mittelamerika hat drei bis vier Plätze, Ozeanien höchstens einen, Südamerika vier oder fünf. Für 2026 hat das Geschacher begonnen, die Fußball-Lobbyisten sind im Einsatz. Asien und Afrika dürften jeweils mit mindestens fünf weiteren Plätzen rechnen. Eine Entscheidung dürfte es frühestens beim Fifa-Council im Mai in Bahrain geben.

Wer kann solch ein Turnier überhaupt ausrichten?
Infantino hat zwar bekräftigt, dass die Endrunde in neun Jahren weiterhin 32 Tage dauern soll, auch sollen nicht mehr als die bisher zwölf Stadien vorgehalten werden müssen. Und trotzdem stellt eine 48er-WM gigantische logistische Herausforderungen an den Gastgeber. Es müssen allein 48 adäquate Unterkünfte gebucht werden, dazu kommen Trainingsplätze, Transportmittel und -wege sowie jede Menge Sicherheitspersonal. Das Feld möglicher Einzelausrichter wird damit immer kleiner. Möglicherweise wird die WM deswegen häufiger in mehreren Staaten gleichzeitig stattfinden (wie schon 2002 in Japan und Südkorea). Für 2026 ist sogar ein Trio – USA, Kanada, Mexiko – gemeinsam im Gespräch. Europa und Asien dürfen wegen der Endrunden 2018 (Russland) und 2022 (Katar) turnusgemäß nicht. In Südamerika, Ozeanien und Afrika wird aktuell keinem Staat zugetraut, eine Mega-WM ausrichten zu können. Die Entscheidung wird für 2020 erwartet.

Welche neuen Regeln sind nötig?
Der Modus mit 16 Dreiergruppen birgt Risiken. Da alle Teams in der Vorrunde nur zwei Spiele absolvieren müssen, werden Abschlussbilanzen mit Punkt- und Torgleichheit wahrscheinlicher. Auch besteht das Risiko von Ergebnisabsprachen im letzten Gruppenspiel, wenn beide beteiligten Teams noch weiterkommen können. Eine Idee ist, bei Unentschieden nach regulärer Spielzeit, eine Entscheidung nach Elfmeterschießen herbeizuführen. Nur zählt ein solcher Sieg genauso viel wie ein Sieg nach 90 Minuten? Wie werden die Tore im Elfmeterschießen im Torverhältnis gezählt? Alles offene Fragen. Infantino äußerte nun sogar den Vorschlag, bei entsprechender Konstellation die Fifa-Weltrangliste heranzuziehen, um den endgültigen Tabellenstand zu bestimmen.

Fussball WM-Qualifikation (Herren)

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