06. Juni 2018 / 17:07 Uhr

Die Kritik an der Fußball-WM 2018 in Russland

Die Kritik an der Fußball-WM 2018 in Russland

Redaktion Sportbuzzer
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Fußball-Weltmeisterschaft, das heißt Euphorie, Partystimmung und gute Laune. Allerdings hat die diesjährige WM auch eine ganze Reihe negativer Aspekte mit sich gebracht, die in der Presse heiß diskutiert wurden. Eine Zusammenfassung.

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Kritik und Boykott der Fußball-WM 2018 im Überblick

Die Weltmeisterschaft in Russland stand und steht in großer Kritik. Von Berichten über miserable Bedingungen der größtenteils ausländischen Arbeiter beim Stadionbau bis hin zu Dopingvorwürfen und außenpolitischen Eklats, immer wieder waren negative Schlagzeilen über die Ausrichtung des Turniers in Russland zu lesen. Dabei hagelte es nicht nur für die russische Regierung, sondern auch für die FIFA heftige Kritik.

Schlechte Arbeitsbedingungen bei der Fußball-WM 2018

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft wurde bekannt, dass Russland beim Bau der WM-Stadien auf nordkoreanische Arbeiter setzte, die nicht nur für Hungerlöhne, sondern auch unter miserablen Bedingungen schufteten. Berichte, nach denen sogar tote Arbeiter aufgefunden wurden, alarmierten vor allem europäische Nationalverbände, die die FIFA um weitere Informationen baten. Der Weltverband antwortete daraufhin, dass man von den nordkoreanischen Arbeitern wisse und das Vorgehen Russlands verurteile. Angeblich seien aber bei einer anschließenden Besichtigung keine Nordkoreaner mehr auf den Baustellen der Stadien gesichtet worden. Dass trotzdem noch Arbeiter aus dem totalitären Staat an den Stadien bauen, bestätigte ein ARD-Report. Viele der Nordkoreaner würden in kläglichen Unterbringungen hausen und müssten den Großteil ihres Lohnes an das Regime in der Heimat weiterleiten.

Mehr über die aktuelle Kritik zur WM 2018

Staatsdoping in Russland

Bereits wenige Monate nach den Olympischen Winterspielen von 2014 in Sotschi wurden erste Details über ein Staatsdoping in Russland bekannt. Etliche Athleten sollen durch ein landesweites, unter staatlichem Einfluss stehendes Netzwerk systematisch gedopt worden sein. Während der Spiele sollen zudem unter anderem durch den Geheimdienst und die Russische Anti Doping Agentur Proben ausgetauscht worden sein, um das Doping zu vertuschen. Das Internationale Olympische Komitee reagierte anschließend und schloss das russische NOK von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang aus. Die nicht überführten oder nicht gedopten Athleten durften lediglich unter der olympischen Flagge antreten.

Zuletzt tauchten auch Proben von russischen Fußballern aus dem Jahr 2014 auf, die laut diverser Berichte und Informantenaussagen vom Staat vertuscht wurden. Diese sollen ebenfalls verdächtig sein. Zudem soll die World Anti Doping Agentur (WADA) zuletzt der FIFA eine Datenbankkopie mit Probenresultaten zugeschickt haben, die die Agentur durch russische Whistleblower erhielt. Das russische Labor, aus dem die Datenbank stammt, verweigert jedoch die Mithilfe. Und auch der FIFA wird Untätigkeit in diesem Zusammenhang vorgeworfen.

Schwierige Politik in Russland

Die Kritik an der WM-Vergabe nach Russland wurde auch durch den Bürgerkrieg in der Ukraine und der Annexion der Krim-Halbinsel durch Russland losgetreten. Bis heute bestreitet die russische Regierung zwar die Beteiligung am Bürgerkrieg im Nachbarland, doch sprechen die Indizien eine andere Sprache.

Ein weiterer außenpolitischer Eklat könnte zudem für einen Boykott einiger Regierungen der teilnehmenden Nationen sorgen. Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien, beschuldigte die britische Regierung Russland. Es folgte eine diplomatische Krise, während der sich auch andere Nationen hinter Großbritannien stellten. Einige wiesen sogar russische Diplomaten aus. Die isländische und die britische Regierung kündigten beispielsweise einen Boykott der Weltmeisterschaft an. Auch viele Politiker anderer Nationen erwägen ein Fernbleiben.

Die Befürchtungen vor Ausschreitungen in Russland

Im Hinblick auf den Verlauf des Turniers befürchten einige Experten schlimme Ausschreitungen wie beispielsweise die brutalen Auseinandersetzungen während der Europameisterschaft 2016 zwischen gewaltbereiten englischen und russischen Fans. Die Hooligans des Gastgeberlandes sind international berüchtigt für Gewaltexzesse.

Allerdings spricht die geplante hohe Polizeipräsenz gegen eine Wiederholung derartiger Ausschreitungen während der Weltmeisterschaft 2018. Die russische Regierung sieht die Austragung als Prestigeprojekt an und wird alles daran setzen, Szenen wie aus Marseille von 2016 zu verhindern. Darüber hinaus sollen potenzielle Hooligans durch personalisierte Tickets abgeschreckt werden.

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