06. Dezember 2018 / 15:22 Uhr

Die Quadratur des Kreises

Die Quadratur des Kreises

Jürgen Rönnau
Die in der Regionalliga-Reform angedachte Ligensortierung. Je zwei Teams aus beiden Regionen sollen in die 3. Liga aufsteigen.
Die in der Regionalliga-Reform angedachte Ligensortierung. Je zwei Teams aus beiden Regionen sollen in die 3. Liga aufsteigen.
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Eine Arbeitsgruppe ist gescheitert, eine Aufstiegsreform für die Regionalligen zu entwickeln. Jetzt ist das DFB-Präsidium am Zug, das ab heute in Hamburg tagt.

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DFB-Präsident Reinhard Grindel ist zwar Hamburger und die zweitägige Vorstands- und Präsidiumssitzung seines Deutschen-Fußballbundes tagt ab heute im noblen Hotel „Le Meridien“ an der Außenalster in der Hansestadt, ein Heimspiel aber wird es für den deutschen Fußballboss wohl nicht. Denn der innere Friede seines Verbandes ist stark gefährdet, die Nahtstelle zwischen den Bundesligen und dem Leistungsfußball im Amateurbereich, zwischen Profis und Basis droht zu reißen. Es geht um Aufstiegsregeln und Verbandsstrukturen. Insider erwarten heiße und kontroverse Diskussionen.

Konkret steht die „Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga“ ganz oben auf der Agenda. Ein außerordentlicher Bundestag hatte vor exakt einem Jahr dem DFB-Präsidium den Auftrag erteilt, ein Modell zu entwickeln, das es jedem Regionalligameister ermöglicht, direkt aufzusteigen. Die 3. Liga hatte als Vorleistung zugestanden, vier Teams absteigen zu lassen, um vier Aufsteiger aus den 4. Ligen garantieren zu können.

Modelle, Ideen und Varianten zur Regionalliga-Reform

Regionalliga-Reform

Bei diesem Modell könnten alle vier Meister aufsteigen - allerdings würde die Regionalliga Nordost gesplittet, was abgelehnt wird. Zur Galerie
Bei diesem Modell könnten alle vier Meister aufsteigen - allerdings würde die Regionalliga Nordost gesplittet, was abgelehnt wird. ©
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Es wurde eine „Ad-hoc Arbeitsgruppe“ gebildet, bestehend aus sechs Vertretern der fünf Regional- und 21 Landesverbänden (Günter Distelrath für den Norden), fünf Regionalligadelegierten (u.a. Reenald Koch, Eintracht Norderstedt), sowie zwei Vertretern von der 3. Liga.  Ihnen sollte so etwas wie die Quadratur des Kreises gelingen, denn der Auftrag war mit kniffligen Vorgaben verknüpft: Das weitere Teilnahmerecht der Zweitvertretungen von Bundesligisten (derzeit 20) sollte nicht in Frage gestellt werden, eine Zweiteilung der 3. Liga war ebenso tabu. Die Lösung sollte sportlich und wirtschaftlich sinnvoll sein. Und die geografischen Grenzen der Bundesländer und der Landesverbände sollten nicht angetastet werden. Allerdings: Damit vier Meister direkt aufsteigen, ist es unumgänglich, die zur Zeit fünf Regionalligen auf vier zu reduzieren.

15 Modelle wurden schließlich diskutiert zur Neuschneidung der Regionalligen. Aus Sicht des Nordens, und somit des VfB Lübeck, gab es interessante, aber auch irritierende Ideen. So schlug Modell Nr. 1.1 der aktuellen Regionalliga Nord die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt zu. Modell 3 plädierte, die Regionalliga Nord um Hessen zu erweitern. Etwas atemberaubend mutet Modell Nr. 10 an, das allein Schleswig-Holstein mit dem VfB Lübeck der ungeteilten Nordost-Regionalliga anhängen wollte. Das hieße: keine Kurzstrecken mehr (außer nach Kiel und Flensburg), dafür bis nach Bautzen (560 Kilometer).

Als die „Ad-hoc-AG“ am 13. November über die Varianten abstimmte, fielen dann sämtliche Modelle durch. Man einigte sich alternativ auf eine Zweiteilung des Fußballlandes: Die beiden Regionalverbände West und Südwest bekommen demnach ein direktes Aufstiegsrecht, die drei Verbände Nord, Nordost und Bayern spielen zwei weitere Aufsteiger in einer Relegation aus. Und sie wurden aufgefordert, eine Lösung zu finden, wie ihre drei Ligen zu zwei zu verschmelzen seien. Knackpunkt: es funktioniert nur, wenn der Regionalverband Nordost aufgeteilt wird. Der aber verweigert sich diesem Plan strikt.

Nun liegt der Ball wieder beim DFB-Präsidium, denn der eingangs erwähnte, vor einem Jahr erteilte Auftrag wurde nicht erfüllt – auch wenn die „Ad-hoc-AG“ das in ihrem Protokoll anders sieht. Der Druck auf Grindel und Co ist groß. Denn für eine Lösung hatte der DFB-Bundestag damals die Deadline 30. April 2019 gesetzt.

Das sind die besten Torjäger in Schleswig-Holstein (Oberliga, Landesliga und Verbandsliga). Stand: 26. November 2018.

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27 Tore ©
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