FAN-BEITRAG Jan Fitschen gibt seit einigen Wochen die Kommandos beim TSV Ottersberg – und legt bislang eine gute Vorbereitung hin. © Focke Strangmann

Die Sache mit den elf Freunden

Jan Fitschen hat seine ersten Einheiten in Ottersberg hinter sich und legt viel Wert auf das Wir-Gefühl

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Noch bevor die Amtszeit von Jan Fitschen so richtig begonnen hatte, gab es die erste Hiobsbotschaft: Stürmer Mazan Moslehe, der eigentlich fest zugesagt hatte, verließ den Landesligisten TSV Ottersberg bekanntlich doch noch in Richtung Uphusen. Es gibt Mannschaften, die bekämen ernsthafte Probleme, wenn ein absoluter Leistungsträger derart überraschend die Biege macht. Der neue Coach der Wümmekicker nimmt die vermeintliche Schwächung jedoch recht gelassen hin: „Ich kann nicht beurteilen, was vorher war. Für mich ist das wichtig, was jetzt zählt“, betont er. „Und da sehe ich, dass wir jetzt durch Mazans Abgang vielleicht sogar die Chance haben, noch ein wenig unberechenbarer zu werden.“ Es ist ihm anzumerken: Das ist nicht nur so dahergesagt. Nicht nur eine beliebige Fußballer-Floskel. Er ist vielmehr fest überzeugt davon.

Der Optimismus basiert auf dem, was er seit seiner ersten Einheit vor ein paar Wochen bis zu diesem Zeitpunkt zu sehen bekam. Die Mannschaft zieht mit, auch die Ergebnisse stimmen. „Wobei die Resultate aus den Freundschaftsspielen für mich eigentlich völlig untergeordnet sind. Da kommt es auf andere Dinge an“, sagt er. „Wichtig war, wie die Mannschaft mich und ich umgekehrt sie kennengelernt habe und wie wir zusammen arbeiten.“ Genau das scheint bislang gut funktioniert zu haben. „Das Team wirkt schon sehr gefestigt“, meint der Übungsleiter zufrieden.

„Aktuell haben wir 20 Leute, dann werden noch einige A-Junioren hinzukommen“, zählt der 33-Jährige auf. Eine Ausgangsposition, die noch vor exakt einem Jahr undenkbar schien. Zur Erinnerung: Die Ottersberger standen nach dem Oberliga-Abstieg und dem Wechsel von Trainer Axel Sammrey nach Oyten vor einem Scherbenhaufen. Etliche Spieler gingen, nur wenige zuverlässige Akteure blieben. Torsten Just übernahm die Herkulesaufgabe, dem Team trotzdem ein vernünftiges Gesicht zu geben – und hatte nach einigen Anlaufschwierigkeiten Erfolg damit. Von Spiel zu Spiel erarbeiteten sich die Wümmekicker den Respekt der Konkurrenz zurück, die Rolle des Abstiegskandidaten Nummer eins wurde zeitnah abgelegt.

In der jetzigen Vorbereitung scheint alles anders zu sein. Die vielen jungen Talente haben ihr erstes komplettes Herrenjahr hinter sich und wissen nun, was auf sie zukommt. Und genau da will Jan Fitschen ansetzen. Gemeinsam mit seinem spielenden Co-Trainer Christoph Drewes, den er von seinem Ex-Klub Rotenburger SV mitgebracht hat. „Er weiß ganz genau, wie ich Fußball denke und wie ich spielen lassen möchte“, sagt der Oytener über den 29-jährigen Innenverteidiger. „Christoph kann mit seiner Erfahrung unser junges Team wunderbar anleiten und ist genau der richtige Mann für diese Aufgabe.“ Als Kapitän soll er die Elf allerdings nicht aufs Feld führen (Fitschen: „Das ist für mich ausgeschlossen.“), vielmehr werde die Mannschaft demnächst gemeinsam entscheiden, wer Tim Eggert beerben wird.

Eben jener Tim Eggert ist der zweite namhafte Spieler, der künftig fehlen wird. Ein mehr als ungewohntes Bild. Das Urgestein der Ottersberger hat seine Laufbahn jedoch beendet und den Platz im Tor aus familiären Gründen geräumt. Panik? Fehlanzeige. „Wir haben ein gutes, junges Duo mit Leon Seeger und Felix Mindermann. Die beiden sind unheimlich willig, da mache ich mir keine Sorgen“, bekräftigt Fitschen. Wer künftig seine Nummer eins sein wird, steht allerdings noch nicht fest. „Das wäre auch viel zu früh“, unterstreicht der Coach.

Und auch beim Blick auf das bevorzugte System lässt sich Jan Fitschen nicht in die Karten blicken. „Da beißen sich seit Jahren alle Redakteure an mir die Zähne aus“, erzählt er lachend. „Bei uns steht einzig und allein das Team im Vordergrund. Wir wollen unsere Aufgaben gesamtheitlich lösen, und das klappt bereits sehr gut. Systeme sind für mich letztlich Schall und Rauch. Ich bin vielmehr ein Fan davon, den Jungs ein gesundes Handwerkzeug zu geben, mit dem sie dann im Laufe der Saison arbeiten können, und wir dann nur Kleinigkeiten je nach Bedarf verändern.“

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