Der neue Mann bei Hannover 96: Horst Heldt. 96-Manager Horst Heldt. © Joachim Sielski
Der neue Mann bei Hannover 96: Horst Heldt.

"Die Stadt Hannover hat viel zu bieten": 96-Manager Horst Heldt in Teil Zwei des großen Interviews

Horst Heldt, Manager von Hannover 96, spricht im zweiten Teil des Interviews über Rekord-Neuzugang Jonathas, die explodierenden Preise auf dem Transfermarkt und das Image der Stadt Hannover. 

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Erhofft haben sich die Fans viel von Neun-Millionen-Neuzugang Jona­thas. Nach seinem ersten Tor gegen Schalke und dem Spiel in Wolfsburg musste er wegen einer Oberschenkelverletzung und Migräne passen. Die Fans diskutieren, ob 96 einen Dauerpatienten verpflichtet hat.

Ich verstehe, dass die Fans sich Sorgen machen. Aber ich kann die Leute beruhigen: er hat eine ganz normale Muskelverletzung, die jedoch nicht innerhalb von drei, vier Tagen verheilt. Da muss man vorsichtig sein, damit nicht noch ein größerer Schaden entsteht. Aber er hat in der Vergangenheit keine Langzeitverletzung gehabt. Dazu kam sein Migräneanfall. Wenn man da den Zeitpunkt verpasst, Medikamente da­gegen zu nehmen, dann ist Feierabend. Und dazu will ich noch Folgendes sagen.

Gerne ...

Mich hat in 16 Jahren als Profi niemand gefragt, ob ich migräneanfällig bin. Ich habe auch noch nie von irgendeinem Kollegen gehört, dass man einen Spieler nicht unter Vertrag nehmen würde, der hin und wieder mal Migräne hat. Das, was dann da in der Diskussion um Jonathas aufgekommen ist, fand ich mehr als lächerlich. Es ist schade und bitter für uns, dass er ausfällt. Aber warum sollte er uns keine Freude mehr bereiten? Die Vergangenheit hat ge­zeigt, dass er belastbar ist.

Diese Spieler sind bei Hannover 96 zur Zeit verletzt oder angeschlagen.

Martin Kind hat die Kasse für den Jonathas-Transfer weit aufgemacht. Mussten Sie den Clubchef beruhigen, als der Brasilianer in den vergangenen Wochen nicht spielen konnte?

Ich musste Herrn Kind noch nie beruhigen.

Wirklich?

Na gut, in der vergangenen Saison gab es solche Phasen ab und an. Ich habe ihm dann gesagt, dass wir den Aufstieg schaffen werden, es aber eine enge Kiste wird. Herr Kind ist seit 20 Jahren in diesem Geschäft und weiß, dass man in die Zukunft investiert und im Fußball alles mit Risiko verbunden ist. Das bedeutet, dass jeder Transfer eine Verpflichtung ohne Gewähr auf ein positives Ergebnis ist. Die Kunst ist es, das Risiko, so gut es geht, zu minimieren.

Indem man in neue Spieler investiert?

Ja, das war genauso alternativlos wie der Aufstieg. Wir haben für diese Saison sieben neue Spieler geholt und dafür knapp 20 Millionen Euro bezahlt. Unser Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Um das erreichen zu können, war uns klar, dass wir investieren müssen. Vielleicht wird unser nächstes Ziel in drei, vier Jahren sein, international zu spielen. Dann müssen wir mehr investieren, um gegenüber anderen Clubs, die das gleiche Ziel haben, konkurrenzfähig zu sein.

Und wohin führt das? Muss 96 in naher Zukunft 30 Millionen Euro für einen Stürmer und 18 Millionen für einen Verteidiger bezahlen?

Weil in letzter Zeit so viel Geld in den Markt hineingespült wurde, sind die Summen explodiert. Das zeigt, dass Vereine bereit sind, für Top-Qualität im dreistelligen Millionenbereich zu investieren. Das hat natürlich auch Auswirkungen bis nach unten.

Was bedeutet dieser Wahnsinn für Hannover 96?

Dass es sein kann, dass wir in den kommenden Jahren für einen Spieler einen zweistelligen Millionenbetrag bezahlen müssen, um konkurrenzfähig zu sein. Den Markt zu regulieren, dazu ist 96 nicht in der Lage.

Felipe fällt aus, langfristig. Und Hannover 96 schaut sich bereits nach Ersatz um. Diese Spieler kämen als Ersatz in Frage.

Das sagt Horst Held über ...

... den vielgefeierten Abbruch der Transferverhandlungen mit dem Mainzer Angreifer Jairo: „Die Honorarvereinbarung mit dem Spielerberater ist wichtig, aber bei allen Punkten, die bei einem Transfer verhandelt werden, der unwichtigste. Dass ein Berater jedoch seine Provision bei der Verhandlung so in den Vordergrund stellt, dass er den Spieler nicht zum Medizincheck ge­hen lässt, habe ich in elf Jahren als Manager noch nie erlebt. Das ist ein Unding und war für mich so ärgerlich, dass ich diesen Vorgang transparent gemacht habe.“

... das Image der Stadt Hannover: Wenn ich bei meiner Familie in München bin und gefragt werde, wie mir Hannover gefällt, sage ich immer: Die Stadt hat viel zu bieten und ist viel interessanter als ihr Ruf. Meine Familie nicht dauerhaft zu sehen, ist schwierig, aber in diesem Geschäft ist es wichtig, einen Lebensmittelpunkt zu haben.“

... einen neuen Innenverteidiger und Wintertransfers: Es sind in den letzten Tagen, als klar war, dass Felipe länger ausfällt, viele Namen diskutiert worden. Wir haben aber davon Abstand genommen, kurzfristig etwas zu machen. Das schließt einen Transfer im Winter aber nicht aus.

Hier geht's zum ersten Teil des Interviews

Region/Hannover Hannover 96 (Herren) Fussball Bundesliga

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