Hannovers Martin Harnik und Leipzigs Diego Demme kämpfen um den Ball. Hannovers Martin Harnik und Leipzigs Diego Demme kämpfen um den Ball. © dpa
Hannovers Martin Harnik und Leipzigs Diego Demme kämpfen um den Ball.

Die zwei Gesichter von RB Leipzig

Zuerst dominant und offensiv gefährlich, dann unsicher und defensiv anfällig – zwischen den beiden Gesichtern von RB Leipzig lagen gegen Hannover 96 erneut nur wenige Minuten. Timo Werner glänzte diesmal nicht mit eigenen Toren, aber zwei brillanten Vorlagen.

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Hannover. „Wir sind RB Leipzig, wir machen es immer spannend“, sagte Emil Forsberg mit einem verschmitzten Grinsen und fügte hinzu: „Klar muss das Spiel nach dem 3:1 durch sein, aber es ist in diesem Jahr irgendwie so bei uns, dass es immer eng wird.“ Der Vizemeister agiert in der Bundesliga oft wie eine Wundertüte. Trotz zweimaligem Zwei-Tore-Vorsprung und Überlegenheit in allen Belangen geriet das Hasenhüttl-Team in Hannover in der Schlussphase noch einmal unnötig unter gewaltigen Druck. Erneut zeigte RB Leipzig im Liga-Alltag seine zwei Gesichter.

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Auf der Suche nach Erklärungen, sagte Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem etwas glücklichen aber verdienten 3:2-Sieg gegen den Tabellen-13. am Ostersamstag: „Das hat ein bisschen was damit zu tun, dass man sich in der Spielweise gefällt und sagt, wir sind klar besser. Das war ja auch so, aber das nützt im Fußball nichts, solange das Spiel nicht entschieden ist. Es war auch nicht das erste Mal, wenn ich an das Köln-Spiel denke. Am Ende war es trotzdem brutal wichtig, das Spiel zu ziehen.“ Denn der Vizemeister nutzte die Dortmunder Klatsche sowie das Leverkusener Remis, um sich in der Tabelle wieder direkt unter die Champions-League-Aspiranten zu mischen. Es war der erste Erfolg in der Rückrunde, gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte.

Kapitän Willi Orban sagte zu den turbulenten letzten 25 Minuten gegen Hannover: „Wir haben ein bisschen die Coolness verloren, die wir in der ersten Hälfte schon zu viel hatten. Wir haben den Ball nicht halten können, keine Entlastung gehabt und so den Gegner aufgebaut.“ Hitzig wurde es auch, weil die Leipziger in der zweiten Halbzeit zu viele Fouls am Strafraum der Hannoveraner und zu viele Ecken produzierten. Der Anschlusstreffer des Breitenreiter-Teams zum 2:1 fiel nach einer Ecke. Beim 3:2 agierte die RB-Abwehr, obwohl rings um den eigenen Strafraum in Überzahl, völlig ungeordnet. Dass die am Ende vogelwilde Defensivleistung mit dem Ausgleich zum 3:3 nicht bestraft wurde, lag auch an glücklicher Fügung und dem Videoschiedsrichter.

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Freude herrschte bei den Leipziger Torschützen, denn Emil Forsberg und Yussuf Poulsen konnten in dieser Saison noch nicht so oft über eigene Treffer jubeln. Für den Schweden war es das erste Bundesligator in dieser Saison aus dem Spiel heraus, das zweite insgesamt. Der Däne netzte im Fußballoberhaus das letzte Mal am 4. November 2017 ein – beim 2:1-Heimsieg gegen Hannover.

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Beide profitierten von den brillanten Vorbereitungen des deutschen Nationalstürmers Timo Werner. Der 22-Jährige blieb zwar selbst im Abschluss glücklos, zeigte sich dafür zweimal nach Kontern als perfekter Vorbereiter und mit dem Auge für seine Mitspieler: „Er hat heute sehr viel zum Sieg beigetragen, das ist mindestens genauso wichtig. Es ist auch nicht so entscheidend, ob Timo trifft, sondern dass wir treffen“, sagte Hasenhüttl. Auch Willi Orbans Tor bei seinem 50. Bundesligaspiel im RB-Trikot war kein Zufall: Bereits fünf seiner sechs Ligatore drückte der Innenverteidiger mit dem Kopf über die Linie.

Forsberg brachte es am Ende des Tages und nach dem fünften Auswärtssieg der Bundesligasaison auf den Punkt: „Wir sind wieder in einer guten Spur für die Champions League, das ist die Hauptsache und dafür kämpfen wir jetzt jedes Spiel. Deshalb bin ich happy.“ Auch für die fast 2500 mitgereisten RB-Fans hatte sich der Osterausflug ins nassgraue Hannover gelohnt.

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Die Zeichen vor dem Viertelfinal-Hinspiel kommenden Donnerstag in der Europa League gegen Olympique Marseille stehen nun auch personell richtig gut: Marcel Sabitzers Sprunggelenk hielt der Belastung bei der Einwechslung in Hannover und nur zwei Wochen nach seinem Bänderriss Stand. Stefan Ilsanker übte nach seiner Zerrung im Knie am Ostersonntag wieder individuell auf dem Rasen am Cottaweg.

Region/Leipzig Hannover 96-RB Leipzig (31/03/2018 15:30) Hannover 96 (Herren) RB Leipzig (Herren) Hannover 96 RB Leipzig Bundesliga

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