09. Januar 2019 / 15:12 Uhr

Diesmal kein Hotel für den VfL Wolfsburg allein: Hier residieren die Profis in Portugal

Diesmal kein Hotel für den VfL Wolfsburg allein: Hier residieren die Profis in Portugal

Tim Lüddecke
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Die Auffahrt zum Hilton Conrad Algarve: Palmen säumen den Weg zur VfL-Heimat für das neuntägige Trainingslager in Almancil.
Die Auffahrt zum Hilton Conrad Algarve: Palmen säumen den Weg zur VfL-Heimat für das neuntägige Trainingslager in Almancil. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg ist während des Trainingslagers in Almancil erstmals im Fünf-Sterne-Hotel Hilton Conrad Algarve untergebracht. Für die Hotelleitung bedeutet das eine besondere Herausforderung. Am Donnerstag bekommt der Bundesligist Gesellschaft, unter anderem von einem alten Bekannten.

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Und auf einmal spazieren vier Profis in Bademänteln durch die pompöse Hotellobby des Hilton Conrad Algarve. Zwar gibt es außer dem VfL Wolfsburg auch noch einige „normale“ Gäste, doch dieser Tage ist eben vieles anders in dem Fünf-Sterne-Resort. Es ist das erste Mal, dass hier ein Fußball-Bundesligist beherbergt wird. Doch Hotel-Direktorin Katharina Schlaipfer versichert: „Wir wissen, was zu tun ist.“

Neun Nächte residieren die Wolfsburger während des Trainingslagers in Almancil, haben 59 der insgesamt 154 Zimmer belegt. Der Unterschied zum vergangenen Jahr in Marbella: Diesmal hat man das Hotel nicht für sich allein – was eine ganz bewusste Entscheidung war. Die gesamte vierte Etage ist trotzdem fest in VfL-Hand, die Spieler haben Einzelzimmer, sind aber noch mal getrennt vom restlichen Stab.

Gern mal ein Match an der Playstation

Die Zeit im Hotel verbringen die Profis eher unspektakulär, hauptsächlich sind sie zum Essen und Schlafen hier – und auch sonst für jede Minute dankbar, in der sie bei drei (intensiven) Trainingseinheiten pro Tag die Füße hochlegen können, gern bei einem Match an der Playstation. Der Freizeitraum mit Dartscheibe oder Snookertisch wird eher selten betreten. Im Speisesaal, zu dem eigens angebrachte Schildchen mit VfL-Logo den Weg weisen, hängt noch ein Tagesplan aus: 7.30 Uhr Stabi, 8.15 bis 9 Uhr Frühstück, 10 Uhr Training, 12.30 Uhr Essen, 15.30 Uhr Training, 19.15 Essen.

„Im Vergleich zu anderen Urlaubern ist das Einhalten aller Zeiten extrem wichtig“, weiß auch die Hotel-Direktorin inzwischen. Ansonsten stelle die Unterbringung eines Fußball-Teams vor allem in Sachen Logistik eine besondere Herausforderung dar. In der Wäscherei türmen sich etwa täglich die Trainingsklamotten der Spieler. „Und am nächsten Tag müssen die dann auch wieder beim richtigen Spieler landen“, weiß Schlaipfer.

Die Auffahrt zum Hilton Conrad Algarve: Palmen säumen den Weg zur VfL-Heimat für das neuntägige Trainingslager in Almancil. Zur Galerie
Die Auffahrt zum Hilton Conrad Algarve: Palmen säumen den Weg zur VfL-Heimat für das neuntägige Trainingslager in Almancil. ©
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In der Küche, die zum Speisesaal geöffnet ist, bereitet VfL-Koch Marvin Mende zusammen mit den portugiesischen Köchen des Hotels die Gerichte zu – und steht den Profis bei der Ausgabe, wie auch in Wolfsburg üblich, für Nachfragen zur Verfügung. „Die Jungs hier sind echte Teamplayer, sie helfen, wo sie können und besorgen beste Lebensmittel aus der Region“, erklärt der Velpker, der die Profis auch in Portugal mit seinen selbstgemachten Getränken versorgt.

Und dann wäre da natürlich noch der High Performance Campus, auf dem die Mannschaft trainiert, und der keine drei Kilometer vom Hotel entfernt ist. Die meisten Spieler legen den Weg mit dem Fahrrad zurück, andere fahren in der Gruppe mit dem Auto. Aber alle schwärmen von der Anlage mit dem Hybridrasen (25 Prozent Kunst-, 75 Prozent Naturrasen), der erst 2016 fertiggestellt und zwischendurch bereits erneuert wurde – womöglich, weil er ansonsten für Rugby genutzt wird. „Die Bedingungen in Wolfsburg sind zu 99,9 Prozent perfekt, aber hier sind sie wirklich bei 100 Prozent“, sagt etwa Josip Brekalo.

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Seit November steht auch das Gebäude zwischen dem Rasen- und zahlreichen Tennisplätzen, auf dem auch die Mutter von Tennis-Star Andy Murray Unterricht gibt. Mit allem drum und dran, versteht sich: Kälte-, Wärmebecken, Saunen, Fitnessgeräten... „Das alles entspricht nun dem Standard eines Bundesligisten“, sagt Tom Marheinecke von Match IQ, der Agentur, die mit dem VfL bei der Umsetzung aller Reisen (auch für die Internationalisierung nach China und die USA) seit über vier Jahren zusammenarbeitet.

Aber auch andere Fußballklubs finden allmählich den Weg in die Golf-Gegend an der Algarve, demnächst der MSV Duisburg oder der norwegische Topklub Rosenborg Trondheim. Als Hochburg für Fußball-Trainingslager – wie etwa Marbella – komme Portugal jedoch vorerst nicht in Frage. „So weit ist das Land noch nicht“, sagt Hotel-Direktorin Schlaipfer hinsichtlich der Anzahl der Plätze, „aber wir freuen uns über jede Mannschaft, die wir bei uns begrüßen dürfen“.

epa04843750 Bartlomiej Pawlowski (R) of Lechia Gdansk and Xizhe Zhang (L) of VfL Wolfsburg fight for the ball during a friendly soccer match between Lecha Gdansk and VfL Wolfsburg at PGE Arena Gdansk in Gdansk, Poland, 12 July 2015. EPA/Adam Warzawa POLAND OUT +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ex-VfLer: Xizhe Zhang. © dpa

Am Donnerstag kommt bereits der chinesische Topklub Beijing Guoan mit dem ehemaligen Bundesliga-Coach Roger Schmidt, der bereits vor einem Jahr sein Trainingslager in Almancil bezog und die erste Profimannschaft überhaupt war, die im Hilton Conrad Algarve residierte. Am Donnerstag reist der Pokalsieger erneut an, um seine Vorbereitung am High Performance Campus abzuhalten. Der VfL bekommt also Gesellschaft, übrigens auch von einem alten Bekannten. Denn mit Xizhe Zhang steht neben dem Ex-Bundesligaprofi Renato Augusto auch ein ehemaliger Wolfsburger im Kader. Der Chinese hatte von Januar 2015 bis Juli 2015 beim VfL unter Vertrag gestanden. Am Freitag werden beide Mannschaften zeitversetzt trainieren.

Die Übungseinheiten des VfL Wolfsburg, im Trainingslager in Almancil, gestalteten sich auch am 7. Tag intensiv, mit und ohne Ball Zur Galerie
Die Übungseinheiten des VfL Wolfsburg, im Trainingslager in Almancil, gestalteten sich auch am 7. Tag intensiv, mit und ohne Ball ©
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