18. April 2018 / 12:27 Uhr

Dirk Wieland vom SV Altlüdersdorf: "Der Fußball hat mich wieder ins Leben geholt"

Dirk Wieland vom SV Altlüdersdorf: "Der Fußball hat mich wieder ins Leben geholt"

Knut Hagedorn
Den Schreibkram erledigt Dirk Wieland noch heute akribisch und gewissenhaft. 
Den Schreibkram erledigt Dirk Wieland noch heute akribisch und gewissenhaft.  © Uwe Halling
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Fußballkreis Oberhavel/Barnim: Seit knapp zwei Jahrzehnten schlägt das Herz von Dirk Wieland lila-weiß.

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“Ich erlitt im Jahr 2001 einen Schlaganfall, was mich sehr beeinträchtigt und belastet hat. Der Fußball hat mich wieder ins Leben geholt, ich wurde gebraucht und gefordert.“ Ehrliche und nachdenklich stimmende Worte eines Mannes, der sich seit knapp zwei Jahrzehnten ein und demselben Verein verschrieben hat: Dirk Wieland. Der seit Sonntag 58 Jahre alte Wieland ist eines der prägenden Gesichter des SV Altlüdersdorf, der seit langem mit der ersten Männermannschaft in der Fußball-Oberliga spielt.

Seit 1984 in Oberhavel

Aufgewachsen ist Dirk Wieland in Müncheberg bei Strausberg, verlebte dort auch seine Jugend- und Schulzeit. 1984 zog es den damals 24-Jährigen nach Oberhavel, genauer gesagt nach Dannenwalde, wo er bis heute lebt. Dort fand er auch erste Berührungspunkte mit dem Fußball - allerdings nicht beim SV Altlüdersdorf. „Freunde hatten mich damals zu Traktor Barsdorf gelotst, dort habe ich einige Jahre gespielt. Nach einem Mittelfußbruch habe ich aber früh meine fußballerische Laufbahn beendet.“

Anschließend widmete er sich verstärkt seinem beruflichen Werdegang, nutzte aber dennoch die freie Zeit, um sich auf den Fußballplätzen Oberhavels umzuschauen. Auch in Altlüdersdorf. Im Jahr 1999 wurde aus einer Zuschauerrolle mehr. „Mich haben Bernd Götz und Hubertus Pade irgendwann mal angesprochen, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, mich beim SVA zu engagieren. Daraus wurde dann schnell eine Tätigkeit im Vorstand“, so Wieland rückblickend. Dem gehört er heute noch an.

Wieland bezeichnet sich selbst als eine Art „Mädchen für alles“. „Ich kümmere mich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um logistische Angelegenheiten - halt um alles, was so anfällt.“ Den Wandel des SVA in den vergangenen Jahren hat Dirk Wieland hautnah miterlebt und zeigt sich beeindruckt vom Erreichten. „Altlüdersdorf war schon zu meiner Anfangszeit ein sehr engagierter und ambitionierter Verein, aber bei weitem nicht mit heute zu vergleichen.“ Dabei sieht Wieland nicht nur die sportliche Komponente: „Allein schon das ganze Drumherum hat sich natürlich verändert. Das neue Gebäude, die Platzbedingungen, es wurde schon extrem viel bewirkt und erreicht in den zurückliegenden Jahren.“

Dirk Wieland übernimmt auch die Öffentlichkeitsarbeit für seinen SVA.
Dirk Wieland übernimmt auch die Öffentlichkeitsarbeit für "seinen" SVA. © Uwe Halling
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Für den 58-Jährigen sind das alles kleine Mosaiksteinchen, die den Verein interessanter und attraktiver gestalten. „Das letzte Highlight war für mich persönlich die Einweihung der Flutlichtanlage im November des vergangenen Jahres. Das war noch einmal so ein Meilenstein.“ Vor allem findet es Wieland wichtig, alles mit gesundemn Augenmaß zu tun, sich als Verein nicht zu übernehmen. „Wichtig ist, alles Schritt für Schritt anzugehen, das ist uns gut gelungen in den zurückliegenden Jahren. Wir mussten uns nie verbiegen.“

Aufwand stieg mit Oberliga-Aufstieg

Mit dem Aufstieg in die Oberliga im Jahr 2010 veränderte sich auch das Aufgabenfeld von Wieland. „Ohne Frage ist der Aufwand nun größer und vielschichtiger, aber das gehört dann halt dazu.“ Für den Dannenwalder ist auch der gegenseitige Respekt wichtig, für ihn mehr wert als alle Aufstiege. „Man lernt über die Jahre hinweg so viele Menschen kennen, mit denen ich immer noch einen respektvollen und guten Umgang pflege. Das ist mir sehr wichtig.“

Auch mit vielen einstigen Weggefährten pflegt Dirk Wieland noch enge Kontakte. „Der Draht besteht noch zu vielen Ehemaligen aus Altlüdersdorf, das freut mich sehr und ist für mich auch eine Art Bestätigung, Mensch geblieben zu sein.“ So kommt es noch oft zu Gesprächen mit den ehemaligen Trainern Hans Oertwig oder auch Miroslav Jagatic. "Als Miroslav nach Myanmar ging, um dort als Co-Trainer zu arbeiten, hat er mir viele Bilder geschickt und mich so ein bisschen teilhaben lassen an seinem dortigen Leben. Das war toll“, freut sich Wieland.

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Gerade solche Momente schätzt Dirk Wieland sehr und hat sofort noch eine Anekdote parat: „Mit Karim Darwiche hatten wir mal einen Spieler, der in sein Heimatland Libanon ging und dort in der 1. Liga spielt. Er hat mir ein Video geschickt, von einem wichtigen Spiel, wo er ein Tor gemacht hat. Das war schon sehr beeindruckend, wie die Massen dort mitgingen.“

Das Herz schlägt lila-weiß

Sein Herz ist Lila-Weiß verrät Wieland und macht damit aus seinem Seelenleben keine Mördergrube. „Es gab mal Anfragen von anderen Vereinen, aber ich wollte hier keinen im Stich lassen. Wenn du so lange in einem Verein bist, kann man nicht einfach so gehen.“ Und Dirk Wieland hat noch Ideen und Visionen, die er gerne verwirklichen würde. „Ein Traum von mir wäre eine kleine überdachte Tribüne für unseren Sportplatz. Muss auch keine neue sein, sondern eine gebrauchte und vielleicht nicht mehr benötigte würde auch völlig ausreichend sein. Das wäre schon der Hammer und wir arbeiten daran.“

Generell schätzt der 58-Jährige vor allem die Linie der kleinen Schritte. „Man sollte nur Dinge angehen, die auch realisierbar sind. Daher verfolgen wir halt die Politik der kleinen Schritte. Ich würde mir da aber auch mehr Unterstützung durch die Stadt Gransee wünschen“, so Wieland gewohnt offen. Er selbst hofft noch auf viele Jahre beim SVA mit vielen schönen Momenten. „So lange die Gesundheit mitmacht, werde ich mich voll und ganz engagieren. Gerade das Jahr 2001 hat auch gezeigt, wie fördernd der Fußball für das Seelenleben sein kann“, beschließt Wieland das Gespräch.

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