Dominik Kaiser zu seinem Wechsel nach Leipzig: „Ich sollte mich gedulden, bis sich der Ralf bei mir meldet.“ © Christian Modla

Dominik Kaiser im Interview: Nix Bröndby, RB Leipzig!

Kapitän Dominik Kaiser will die Früchte seiner Arbeit ernten und gelobt RB Leipzig seine Treue.

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Leipzig. Als RB 2009 schlüpft, macht Coach Tino Vogel den berühmtesten Spieler zum Kapitän: Nationalspieler Ingo Hertzsch. Unter Tomas Oral übernimmt (sich) Tim Sebastian, 2011 bis 2015 macht sich Capitano Daniel Frahn unsterblich. Seitdem trägt Dominik Kaiser die Binde. Kaiser, 28, der just auf Sardinien urlaubt, über fünf Jahre Leipzig, eine für ihn schwierige Bundesliga-Saison 2016/2017, einen Baggerführer aus Kopenhagen und die Binde, die in Österreich Schleife genannt wird.

Ihre Bilanz vorm ersten Bundesligaspiel in Hoffenheim war sensationell. 133 Pflichtspiele, 34 Tore, 37 Torvorlagen, Sie saßen nur einmal auf der Bank. Nennt sich: unverzichtbar. Diesen Status haben Sie in der Bundesliga verloren. Wie geht man damit um?
Professionell. Man muss weiter seinen Job machen, gut trainieren und darf auf keinen Fall einen auf beleidigt machen. Falls es Ihnen entgangen ist: Von den ersten acht Spielen habe ich sechs von Anfang an gemacht.

Ein schleichender Niedergang, weil Sie so schlecht oder die anderen so gut waren?
Die Konkurrenzsituation ist eine ganz andere als in all den Jahren vorher. Und es ist eben nicht ganz einfach, an einem Naby Keita, Emil Forsberg oder Marcel Sabitzer in Topform vorbeizukommen. Und wenn es bei der Mannschaft läuft – und es lief fantastisch – hat der Trainer wenig Anlass zu wechseln.

25 Einsätze, 1 Tor, 945 Minuten. Das ist die Bilanz eines jungen Mannes...
...der damit natürlich nicht zufrieden ist. Ich will öfter spielen und hoffe sehr, dass das so sein wird. Bundesliga, Pokal, Champions League – auf uns warten viele Herausforderungen. Und ich will dabei mithelfen.

Wie wäre es denn mit einer Audienz beim Trainer?
Wir werden ganz sicher demnächst miteinander reden. Aber das ist kein Krisengespräch, eher ein normaler Austausch.

Ein Kapitän, der kein Stammspieler ist, verliert irgendwann die Binde.
Das ist meine kleinste Sorge. Wenn der Trainer meint, er müsste etwas ändern, wird er das tun.

Ihr Ex-Trainer Alexander Zorniger würde Sie laut Bild-Zeitung mit Kusshand nehmen. Gibt es ein Szenario, das eine Fahnenflucht nach Bröndby oder sonst wohin beinhaltet?
Von meiner Seite aus nicht. Alex Zorniger weiß, dass ich einen Vertrag bis 2018 habe und...

...die Früchte Ihrer Arbeit seit 2012 ernten wollen.
Das will ich, ja.

Von der vierten Liga in die Champions League, von Meuselwitz nach Manchester. Sie wären ... wenn Sie jetzt gehen würden.
Bescheuert wäre ich.

Blicken wir zurück an den Anfang. Am 5. Mai 2012 knabberten Sie im Berliner Olympiastadion an einem Gnadenbrot. Gereicht von Hoffenheim-Coach Markus Babbel. Ein Bundesliga-Spiel bei der Hertha als Abschiedsgeschenk. Es ist Ihr zehntes und für lange Zeit letztes Bundesligaspiel. Babbel steht nicht auf Sie.
Markus Babbel hat mir gesagt, dass ich mir einen neuen Verein suchen soll.

Ihr Berater sortiert alsdann Anfragen und hat nicht sonderlich viel zu tun, weil sein Klient zu selten gespielt hat.
So ähnlich war das.

Alexander Zorniger ruft bei Ihnen an. Zorniger ist neuer Trainer von RB Leipzig, schätzt Sie aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Normannia Gmünd. Was hat Zorniger gesagt?
Nicht woanders unterschreiben, ich soll mich gedulden, bis sich „der Ralf“ bei mir meldet.

Fotogalerie: Dominik Kaiser bei RB Leipzig

Wie hat Sie Ralf Rangnick rumgekriegt?
Er hat mir die Perspektive aufgezeigt.

Inklusive Bundesliga?
Ja ... und Champions League.

Und da haben Sie sich mal eben so eine Champions-League-Prämie von 300 000 Euro in den Vertrag reinschreiben lassen.
Über Geld redet man nicht. Aber ... ja ... ich habe eine Prämie fürs Erreichen der Champions League. Sie sehen, dass wir alle daran geglaubt haben.

Wie haben Sie Spiele wie jenes gegen die U23 von Union Berlin anno 2013 in Erinnerung?
Es war kalt, wir kickten auf einem Schulsportplatz. Das war definitiv nicht die große, weite Fußball-Welt. Aber da mussten wir durch.

Ihr emotionalster Moment?
Der Aufstieg in Lotte. Das war der Flaschenhals.

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