08. November 2018 / 10:34 Uhr

Drei Generationen an der Pfeife: "Ich bin immer ohne Rote Karte ausgekommen"

Drei Generationen an der Pfeife: "Ich bin immer ohne Rote Karte ausgekommen"

Reinhard Gusner
Drei Kieler Schiedsrichter-Generationen mit (v. li.) Jens, Finn und Roland Repenning in der mit Vereinswimpeln verzierten familiären Gartenlaube.
Drei Kieler Schiedsrichter-Generationen mit (v. li.) Jens, Finn und Roland Repenning in der mit Vereinswimpeln verzierten familiären Gartenlaube. © Reinhard Gusner
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Die Schiedsrichter Jens, Roland und Finn Repenning sind mit Karten sparsam und hören auch mal weg

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Gleich drei Fußball-Schiedsrichter gibt es in der Kieler Familie Repenning. Wer das noch für nichts Ungewöhnliches hält, wird schnell eines Besseren belehrt: Das Trio gehört drei verschiedenen Generationen an. Der Senior dieses Trios, Jens Repenning, ist seit 58 Jahren „an der Pfeife“ und leitet auch heute noch Spiele. Der 77-jährige pensionierte Postbeamte leitete seit 1960 16 Jahre lang Partien der höchsten Landesklasse, über die er in Ordnern mit Zeitungsausschnitten genau Buch geführt hat.

Seine guten Leistungen blieben auch überregional nicht verborgen. „Zehn Jahre habe ich in der norddeutschen Oberliga, der Ebene der heutigen Dritten Liga, gepfiffen“, berichtet Jens Repenning, „dabei bin ich ohne Rote Karte ausgekommen.“ Warum das so war? „Ich habe den Trainern immer einen Tipp gegeben, wenn einer seiner Spieler gefährdet war. Das war damals so üblich. Manchmal ist es auch gut, die Ohren zum Durchgangsverkehr aufzumachen, wenn es hektisch wird.“ Auch heute noch leitet der beim SV Hammer beheimatete 77-jährige Ehrenschiedsrichter (seit 2010) Begegnungen der E- und D-Jugend. „Wenn es geht, bis ich 80 bin, dann hätte ich 60 Jahre als Schiedssrichter voll“, so sein Ziel.

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Auch Sohn Roland entschied sich aus freien Stücken für die Schiedsrichterei. „Ich war anfangs bei meinem Vater als Linienrichter im Einsatz. Er war mein bester Lehrmeister“, erinnert sich der 51-jährige an seinen Einstieg 1981: „Bis zum 18. Lebensjahr habe ich noch aktiv gespielt, danach war ich nur noch als Schiedsrichter dabei.“ Roland stieg schnell in die Leistungsklasse auf, wo der Bundespolizist durch seine ruhige Art und seine Körpergröße Eindruck machte.

Zehn Jahre lang schiedste er auf der obersten Fußball-Landesebene, zum Ausklang ging es zwei Jahre in die Bezirksoberliga. Sein Wissen und seine Erfahrungen gibt er heute als Schiedsrichter-Beobachter und im Schiedsrichter-Ausschuss des KFV Kiel weiter. Was er bedauert? „Früher gab es in Vereinsheimen noch die dritte Halbzeit mit den Mannschaften und auch Zuschauern. Das förderte das Verständnis füreinander.“ Auch Roland praktizierte als „stillschweigende Vereinbarung“ Tipps an Trainer. „Daher habe ich pro Saison kaum mehr als eine Rote Karte zeigen müssen“, betont er.

Dritter im Familienverband ist Finn Repenning. Der Sohn und Enkel absolvierte im Februar 2018 erfolgreich den Schiedsrichter-Lehrgang und hat bisher 13 Spiele im C-, D- und E-Jugendbereich geleitet. „Ohne Rote Karte und nur mit zwei Gelben“, wie der 13-jährige Gymnasiast der Max-Plank-Schule stolz berichtet. Er spielt selbst noch aktiv in der C-Jugend der SpVg Eidertal Molfsee, hat viel vom Opa und seinem Vater gelernt, die immer im Wechsel bei seinen Spielleitungen dabei sind. Sein Ziel bei so guten Lehrmeistern? „So hoch wie möglich pfeifen“, sagt er, ohne seinen eigentlichen Traum zu verschweigen: „Profi-Fußballer und Nationalspieler wäre nicht schlecht.“ Ein von Jens Repenning formulierter Wunsch verbindet alle drei: „Finn als Schiedsrichter mit Roland und mir als Assistenten an der Linie.“ Das müsste als weiteres Novum doch zu machen sein.

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