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Drei Kapitel einer Aufstiegsstory

Holsteins Leih-Torjäger Ducksch schließt Verbleib in Kiel nicht aus – Kaziors Aura verleiht Störchen Flügel

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Sogar der Wettergott hatte am Sonnabend ein Einsehen mit den künftigen Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Statt der prognostizierten Gewitter strahlte die Sonne über dem Stadion der SG Sonnenhof Großaspach mit den 1600 friedlichen und Pyro-freien Störche-Schlachtenbummlern, von denen sich aber 14 beim finalen Platzsturm verletzten, um die Wette. 1:0-Sieg, Aufstieg, Jubelchöre! Drei Kapitel prägen die Erfolgsstory in besonderem Maße.

Der Scharfschütze

Drei Tore erzielte der Leih-Stürmer Marvin Ducksch in den vergangenen vier Partien. Eines schöner als das andere. Lieferte dazu noch zwei Torvorlagen. Der goldene Schuss gelang dem 24-Jährigen in Großaspach. Vor den Augen von Schlager-Mega-Star Andrea Berg. In der 31. Minute. Mit einem Heber der Extraklasse, der dem gebürtigen Dortmunder einen Eintrag in die Rubrik „coole Socke“ sichert. In einer durchaus temporeichen Partie, die zumeist von den Kielern kontrolliert wurde und die bei Chancen von Dominick Drexler nach 33 Sekunden, Rafael Czichos (7.) und Ducksch selbst (59., 61.) frühzeitig hätte entschieden sein können. Die aber bei einem Kopfball-„Riesen“ von SG-Torjäger Lucas Röser (22.) auch hätte kippen können. Um 15.18 Uhr beendete Schiedsrichter Sören Stork, dessen Name aus dem Englischen übersetzt Storch bedeutet, die aus Kieler Sicht schier unerträgliche Nervenschlacht.

Ducksch ließ sich feiern und blieb doch bescheiden. „Alle sagen, ich habe Holstein zum Aufstieg geschossen. Natürlich, ich habe heute das Tor gemacht. Aber der Erfolg, das ist das Verdienst der ganzen Mannschaft, des ganzen Vereins und der ganzen Stadt mit diesen tollen Fans.“ 2017 sei bislang ein perfektes Jahr. „Zuerst der Nicht-Abstieg des FC St. Pauli, jetzt der Aufstieg mit Holstein. Das erlebt man auch nicht alle Tage“, sagte Ducksch mit sich und der Welt in diesem Moment komplett im Reinen.

Selbst die Frage, ob er denn nun tatsächlich im Sommer ans Hamburger Millerntor zum FC St. Pauli, bei dem er bis 2019 unter Vertrag steht, zurückkehre, brachte Knipser Ducksch nicht aus der Fassung: „Mit mir hat noch niemand von St. Pauli gesprochen. Ich weiß nur, was in den Zeitungen stand. Wir werden sehen.“ Also doch eine kleine Chance zum Verbleib an der Förde? Auf jeden Fall spielt der Westfale künftig in Liga zwei. „Davon gehe ich aus“, lachte Ducksch.

Das Binden-Wunder

Viele Mannschaftsführer-Binden hatte Zeugwart Timm Petersen bis zum 10. März an Rafael Czichos gereicht. Nach dem 1:2 in Osnabrück, der bislang letzten Niederlage der Störche, gab’s die schon legendäre Teamsitzung ohne Trainer. Dem Kabinen-Schwur folgte die Rückbesinnung auf den Aberglauben – für fast jeden Fußballer fester Bestandteil seines sportlichen Treibens. Irgendwo in der Ablage der Kleiderkammer im Nachwuchsleistungszentrum Projensdorf hing noch die Binde des Ex-„Capitanos“ Rafael Kazior (jetzt Werder II). Mit der waren die Störche 2015 immerhin in die Zweitliga-Relegation geflogen. Czichos, Chef der besten Abwehr und Heimmannschaft der Liga, nahm sie – und fortan blieb Holstein in zwölf Spielen ungeschlagen.

Die Königs-Transfers

Kingsley Schindler (12) und Steven Lewerenz (10) führen die interne Torjäger-Liste an. Patrick Herrmann und Dominik Schmidt treiben den gegnerischen Angreifern die Tränen in die Augen. Torwart Kenneth Kronholm blieb 16 Mal ohne Gegentreffer. Der Aufstiegs-Triumph, ein Produkt der Gemeinschaft. Und doch stechen zwei Akteure heraus. Dominic Peitz und Dominick Drexler, zuständig für die Defensive und Offensive im Mittelfeld – die noch vom damaligen Trainer Karsten Neitzel im vergangenen Sommer eingefädelten Königs-Transfers.

Peitz (32/176 Zweitligaspiele), nicht nur wegen seiner Körpergröße von 1,96 Meter auch abseits des Rasens das Oberhaupt der Störche-Hierarchie. Drexler (26/33 Zweitligaspiele), dank einer filigranen Technik mit sieben Treffern und 14 Tor-Vorlagen der brillante Top-Scorer. Auch deshalb wurde Drexler von den Trainern und Spielern der Dritten Liga neben dem Ex-Storch Fabian Schnellhardt (Duisburg) und Erik Thommy (Regensburg) auf dfb.de für die Wahl zum Spieler der Saison nominiert.

Region/Kiel Holstein Kiel (Herren) Holstein Kiel (Herren)

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