13. Februar 2018 / 11:34 Uhr

UEFA-Cup 1987: Drei Tage des Donners – und der West-Jeans

UEFA-Cup 1987: Drei Tage des Donners – und der West-Jeans

Guido Schäfer
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Zum Europapokal-Hinspiel am 26. Oktober 1988 begrüßen sich Maradona (l.) und der damalige DDR-Nationaltorwart René Müller im Zentralstadion. Torsten Kracht (rechtes Bild) war dabei.
Zum Europapokal-Hinspiel am 26. Oktober 1988 begrüßen sich Maradona (l.) und der damalige DDR-Nationaltorwart René Müller im Zentralstadion. Torsten Kracht (rechtes Bild) war dabei. © LVZ Archiv
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Torsten Kracht war 1987 mit Lok Leipzig zu Gast im Stadio San Paolo in Neapel

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Leipzig. Grazie, Totti! Der italienische Fußball-Held des AS Rom hatte RB Leipzig die sexy und eigentlich überlebbare Champions-League-Gruppe G zugelost. Der deutsche Vize-Meister traf auf AS Monaco, den FC Porto und Besiktas Istanbul. Sky-Experte Lothar Matthäus: „RB Leipzig muss sich vor niemandem verstecken.“ Nun denn, sie haben alles gegeben, sich nicht versteckt und trotzdem die Achtelfinal-Termine der Königsklasse verpasst.

Weil ohne Leipzig im Weltfußball fast gar nichts mehr geht, kommt das Trostpflaster Europa League mit einer königlich anmutenden Partie um die Ecke. Neapel und Leipzig: Da war doch schon einmal etwas. Vor knapp 30 Jahren trafen die Italiener im Uefa-Cup auf den 1. FC Lok Leipzig, damals mit Weltmeister Diego Maradona. Nach einem 1:1 im Zentralstadion (Tore: 1:0 Matthias Zimmerling, 1:1 Francini) folgte ein 2:0 (1:0 Francini, 2:0 Heiko Scholz/Eigentor) für die Gastgeber.

Kracht über Maradonna: "Den konnte man nicht mal weggrätschen."​

Die Leipziger Fußball-Ikone Torsten Kracht denkt noch heute an die beiden Partien zurück. Beim Warmmachen konnte er sich nämlich nur schwer auf eigene Leibesübungen konzentrieren, beobachtete die SSC-Ikone Maradona. „Diego machte unglaubliche Dinge mit dem Ball, alles im Stand, der lief keinen Meter“, so Kracht. Im Spiel war er dann nicht zu bremsen. „Den konnte man nicht mal weggrätschen. Wenn ich mit dem langen Bein gekommen bin, war er schon weg. Mit Ball“, sagt Kracht. Es war das letzte Europapokalspiel in der Messestadt, bis im September 2017 im Leipziger Stadion die Hymne der Champions League erklang.

Kracht kann sich noch gut an die dreitägige Reise nach Neapel erinnern. Alles fing an mit der Verteilung von 60 D-Mark pro Spieler. Ausgehändigt von Lok-Coach Ulrich Thomale. In Addition zu weiteren 100 Glocken, die er auf dunklen Pfaden mit ins gelobte Land genommen hatte, war der Lok-Verteidiger gerüstet und konnte seine ellenlange Einkaufsliste abarbeiten. Kosmetika, Schokolade, Kaugummis, Jeans.

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Selbst am Spieltag staksten die Fußballer von Thomale noch durch die Millionen-Metropole, erledigten letzte Einkäufe. „Sagen wir es so: Die unmittelbare Wettkampfvorbereitung war sub-optimal. Normalerweise liegt man im Hotelbett und denkt darüber nach, wie man seine Aufgabe löst. Und wir waren einkaufen. Heute undenkbar.“ Kracht hält ein Ausscheiden von RB gegen die Italiener für die wahrscheinlichere Variante. „Neapel spielt um die Meisterschaft mit. Und die wollen die Europa League gewinnen. Im Normalfall kommt Neapel weiter.“

Kracht gehört zu den erfolgreichsten Sportlern der Leipziger Fußball-Historie, spielte nach dem Bundesliga-Aufstieg mit dem VfB Leipzig 1993 beim VfB Stuttgart, in Bochum, Frankfurt und Karlsruhe. Bochums Coach Klaus Toppmöller sagte einst über seinen Abwehrchef: „Torsten hätte auch bei Bayern München oder in Dortmund einen Stammplatz.“ 2003 kehrte Kracht nach Leipzig zurück, spielte eine Saison für den VfB und konzentrierte sich fortan auf seinen Job im GRK-Reich von Immobilien-Entwickler Steffen Göpel. Aktuell ist der 50-jährige Kracht Geschäftsführer der aus der GRK hervorgegangenen Instone Real Estate Leipzig.

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