Philip Heise im Kopfballduell mit Fürths Serdar Dursun.  Philip Heise im Kopfballduell mit Fürths Serdar Dursun.  ©
Philip Heise im Kopfballduell mit Fürths Serdar Dursun. 

Aosmans Eigentor verhilft Fürth zum Sieg über Dynamo

Die SGD verschläft im Ronhof die erste Halbzeit und wird noch spät dafür bestraft. Neuhaus-Elf verliert in Franken mit 0:1

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Fürth. Außer Spesen nix gewesen – den Ausflug nach Franken hätte sich Dynamo Dresden ruhig schenken können: Die Profis von Trainer Uwe Neuhaus zeigten vor 10 475 Zuschauern im Sportpark Ronhof eine schwache Leistung und verloren gegen den Tabellensechsten SpVgg Greuther Fürth mit 0:1 (0:0). Zur tragischen Figur avancierte Mittelfeldspieler Aias Aosman. Er wollte in der 74. Minute bei einem Angriff der Hausherren klären, schoss den Ball aber mit voller Wucht ins eigene Netz. „So ein Tor passiert einem Spieler nur einmal im Leben“, sagte Neuhaus, „das hat dem Spiel die Krone aufgesetzt.“

Neuhaus nahm gegenüber dem 1:1 gegen Düsseldorf drei Änderungen in der Startelf vor. Für die zuletzt weniger überzeugenden Jannik Müller und Niklas Hauptmann liefen Giuliano Modica und Aosman auf, für Rechtsverteidiger Niklas Kreuzer erhielt der lange nicht berücksichtigte Fabian Müller wieder eine Chance. Fürths Coach Janos Radoki holte sogar vier neue Leute in seine Anfangsformation und stellte vom 3-5-2-System auf ein 4-3-3 um. Von Beginn an zogen die Franken ein konsequentes Pressing auf, um die Sachsen zu Fehlern zu zwingen. Hart gingen sie in die Zweikämpfe, insbesondere der neu in die Mannschaft gekommene Außenverteidiger Dominik Schad. Dynamo hatte Mühe, sich vom Druck der „Kleeblätter“ zu befreien. Die Mannschaft spielte nervös, brachte viele Zuspiele nicht an den Mann. Dem sonst sehr ballsicheren Florian Ballas unterlief ein kapitaler Fehlpass, Patrick Sontheimer zog sofort aus 20 Metern ab, doch der Ball strich flach am linken Pfosten vorbei (19.). Kurz darauf kam Khaled Narey zweimal zum Schuss, Marvin Schwäbe konnte jedoch erst zur Ecke klären und beim zweiten Mal sicher zupacken (27./29.). Serdar Dursun probierte es mit einem Fallrückzieher, doch der Ball strich weit über die Latte (32.).

Zwar ließen die Dresdner bis zum Ende der ersten Halbzeit nur noch einen Flachschuss von Adam Pinter (43./gehalten) zu, selbst etwas nach vorn zu inszenieren gelang ihnen aber nicht. Auf den Flügeln konnten Akaki Gogia und Marvin Stefaniak kaum einmal den Ball behaupten, Mittelstürmer Stefan Kutschke wartete vergeblich auf eine brauchbare Flanke. Die Mannschaft war nach vorn völlig harmlos, wirkte verunsichert. So gingen die Gäste in der Pause vom Feld, ohne auch nur einen einzigen Torschuss abgegeben zu haben. „Fürth hat es gut gemacht, wir haben keine Lösungen gefunden, um da durchzukommen“, befand Andreas Lambertz später.

Die Noten für die Dynamo-Spieler in der Galerie

Bei Wiederanpfiff blieb Modica draußen, er hatte sich bei einem Zusammenprall mit Schad in der 4. Minute an der linken Schulter verletzt. Wie schwer die Verletzung ist, muss nun eine MRT-Untersuchung zeigen. Dynamo tat in den zweiten 45 Minuten nichtsdestotrotz mehr für das Offensivspiel. Ballas gab endlich auch einmal einen Torschuss ab, doch der ging deutlich drüber (47.). Gefährlicher war da der Versuch von Schad, der auf der Gegenseite Fabian Müller narrte und abzog, aber der Ball verfehlte das lange Eck knapp (58.). Dann nahm Gogia einen Befreiungsschlag von Aosman auf, sprintete 60 Meter übers Feld und schloss beherzt ab. Sein Geschoss zischte aber wenige Zentimeter über die Latte (61.). Niklas Hauptmann löste kurz darauf Lambertz im Mittelfeld ab, und die in Weinrot und Weiß spielenden Sachsen blieben im Vorwärtsgang. Im Strafraum der Fürther aber blieben sie wenig zwingend. Eine Flanke von Philip Heise verpasste Aosman knapp (73.). 

Pech hatte der Deutsch-Kurde eine Minute später: Da traf er bei einem missglückten Rettungsversuch gegen Berishas Flanke mit 63 Kilometern pro Stunde ins eigene Netz. „Ich wollte den Ball erst mit dem Kopf klären, dann kam der Ball ein bisschen flacher und ich musste den Fuß nehmen. Ich habe den Ball direkt auf den Schienbeinschoner bekommen und dann war er für Schwäbe unhaltbar.“ Dynamo warf nun alles nach vorn, drückte noch auf den Ausgleich, aber der Erfolg blieb aus. Heises Schuss musste Balazs Megyeri im Tor der Fürther zwar prallen lassen, doch Gogia donnerte die Kugel aus zehn Metern weit über die Latte (85.). In der Nachspielzeit hätten die Gastgeber noch erhöhen können, doch auch das 1:0 reichte zum verdienten Sieg. Die Dynamo-Fans feierten ihre Mannschaft dennoch für eine tolle Saison und verziehen Aosman den Patzer. Er sprang mutig in den Block, verschenkte sein Trikot, die Hose und die Schienbeinschoner. Neuhaus war auch weit davon entfernt, ihm und der Mannschaft den Marsch zu blasen: „Wir werden jetzt nicht den Stab über ihr brechen.“ Er freute sich, dass die Fans die Leistung seiner Truppe über die gesamte Saison hinweg honorieren.

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