Nachwuchsfußball in Dresden Nachwuchsfußball in Dresden © DNN (Archiv)
Nachwuchsfußball in Dresden

Dresdner Stadtverband will Bambini-Spielbetrieb neu regeln

Nicht nur die Großen spielen Fußball – auch die ganz kleinen Nachwuchskicker treten fleißig gegen den Ball. Beim Spielbetrieb der Bambinis sieht der Dresdner Stadtverband jedoch Änderungsbedarf und schlägt den Vereinen jetzt Reformen vor.

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Dresden. Der Stadtverband Fußball Dresden will den Spielbetrieb bei den Allerkleinsten reformieren. Für die Sechsjährigen und jünger, also die sogenannten Bambinis, soll es in der kommenden Saison einen geregelten Spielbetrieb geben. In welcher Form, darüber tauschen sich zurzeit Vereine und Verband aus.

Bisher gibt es bei den Bambinis lediglich halbwegs regelmäßige Turniere. Allerdings richten immer weniger Vereine solche Turniere aus, sagt Jens Rinnelt, Vorsitzender des Jugendausschuss im Stadtverband. Die wenigen Turniere sind umso schneller ausgebucht, so dass die Vereine immer weniger Chancen haben, ihre Kinder gegen andere Teams antreten zu lassen.

Das führe dazu, so Rinnelt, dass immer mehr Vereine dazu übergehen, ihre Bambinis als F-Jugend-Mannschaften anzumelden. „Wir bekommen jedes Jahr 20 Meldung für den untersten Pool“, berichtet er. Darunter seien viele Bambini-Teams, was aber die wenigsten Vereine im Vorfeld mitteilen. Da in einem Pool, also einer Liga-Staffel, höchstens acht Teams antreten können, kann es der Verband nicht allen Teams recht machen. Und am Ende spielen so Bambinis gegen deutlich ältere Kinder.

Zwei Lösungsmöglichkeiten schlägt der Stadtverband nun vor: Zum einen eine eigenständige Bambini-Spielrunde. Hier würden die Teams in kleine Staffeln eingeteilt. Die Spieltage könnten in Turnierform stattfinden, bei denen jedes Team pro Spieltag drei bis vier Partien absolviert. Die Felder wären altersgerecht verkleinert, gespielt würde auf Mini-Tore. Das Modell wäre altersgerecht, aber mit einem Mehraufwand für die Vereine verbunden, die sich künftig geregelt um die Organisation der Spieltage kümmern müssten.

Der zweite Vorschlag lautet, dass die Bambinis künftig komplett an die F-Jugend angeschlossen werden. Hier würde der Stadtverband spezielle Pools einrichten, damit die Kleinsten nur gegeneinander antreten, statt ständig gegen Ältere zu spielen. Dies wäre die Ordnung des Status Quo und deutlich einfacher umzusetzen, da bereits jetzt viele Bambini-Teams in der F-Jugend antreten.

Allerdings, das gibt auch Rinnelt zu, hat das Modell einige Nachteile. Die Bambinis müssten sich den Regeln der F-Jugend anpassen, mit größeren Toren und Feldern sowie längerer Spielzeit. Zudem hätte der Stadtverband keine Handhabe, wenn ein Trainer plötzlich auf die Idee kommt, ältere F-Jugendliche einzusetzen, um zu gewinnen. Einige Nachwuchstrainer in der Stadt fürchten, dass die Ergebnisse so wichtiger würden als die Ausbildung der Kinder.

Jugendausschuss-Leiter Rinnelt kann hier nur an den Fair-Play-Gedanken appellieren. Hier gilt der Stadtverband bundesweit als Vorreiter. Bereits seit sechs Jahren spielen in Dresden F-Jugendliche grundsätzlich nach Fair-Play-Regeln. Es gibt keine Schiedsrichter, die Felder sind so angelegt, dass Eltern nicht direkt am Spielfeldrand stehen. Es gibt keine Auf- und Abstiege und es werden nur Tendenzen gewertet. Egal wie hoch ein Team gewinnt: Im Protokoll steht grundsätzlich nur ein 1:0.

All das soll dafür sorgen, dass die Nachwuchskicker unabhängig vom Ergebnis Fußball spielen können. Dass möglichst alle Spieler zum Einsatz kommen und nicht nur die sieben Besten. „Es hat den Ehrgeiz ausgebremst“, sagt Rinnelt. Zudem sei das Niveau deutlich gestiegen. Allerdings hält sich längst nicht jeder Trainer dran. Rinnelt sieht hier die Vereine in der Pflicht. Es sei deren Aufgabe, hier Übungsleiter einzusetzen, für die langfristige Ausbildung vor kurzfristigen Ergebnissen steht.

Bis Mitte Mai soll eine Entscheidung gefallen sein, nach welchem Modell die Dresdner Bambinis künftig spielen. Noch bis Mittwoch können alle Vereine zu den Vorschlägen des Verbandes Stellung nehmen. Anschließend ist noch eine Diskussionsrunde geplant. Welches Modell sich am Ende durchsetzt, ist momentan noch völlig offen, sagt Jens Rinnelt. „Entscheid ist, was die Vereine wollen.“

Region/Dresden Kreis Dresden

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