08. November 2018 / 17:55 Uhr

Dusch-Affäre: Duderstädterinnen sind „geknickt“

Dusch-Affäre: Duderstädterinnen sind „geknickt“

Eduard Warda
Skandal: Spielerinnen heimlich unter der Dusche gefilmt
Das Punktspiel zwischen der SG Grone/Sieboldshausen und dem VfL Olympia Duderstadt wurde verlegt.
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„Die Mädels sind geknickt“, sagt Wolfgang Schreiber, der als Co-Trainer und Betreuer bei der Frauenfußballmannschaft des VfL Olympia Duderstadt tätig ist. Die Duderstädterinnen hatten am 3. Oktober in Sieboldshausen gespielt, kurz danach wurde die Kamera in der Dusche gefunden.

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Zuvor hatten sich der VfL Olympia und die SG Grone/Sieboldshausen im Kreispokalspiel gegenübergestanden. Am darauffolgenden Tag erhielt SG-Trainer Ingo Brodka einen Anruf vom Sieboldshäuser Vorsitzenden, der ihm die schlimmen Neuigkeiten überbrachte. „Danach ging das bei uns natürlich über den Äther“, berichtet Schreiber – sprich: Die Neuigkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

„Die Spielerinnen knabbern heute noch dran. Es sind auch Minderjährige dabei, das macht das Ganze noch etwas tragischer“, sagt der Co-Trainer der VfL-Frauen. „Einige sind sehr sensibel und sprechen jeden Tag darüber.“

Auch die Duderstädterinnen seien Opfer

Was er sich seit der Nachricht am 4. Oktober gewünscht hätte, wäre gewesen, „dass sich mal wer bei uns gemeldet hätte“. So seien in den Medien ausschließlich Vertreter der SG Grone/Sieboldshausen zu Wort gekommen. „Wir sind auch Opfer“, unterstrich Schreiber.

Den Unmut brachte am Mittwoch auch ein Instagram-Post der VfL-Frauen zum Ausdruck: „Die Damenmannschaft des VfL Olympia Duderstadt wird von allen Seiten alleingelassen“, heißt es da. Andreas Riedel verdeutlichte gegenüber dem Tageblatt am Donnerstag, dass er am Mittwochabend per E-Mail auch bei den Duderstädterinnen um Entschuldigung gebeten habe.

Unterstützung vom Fußballkreis Göttingen-Osterode

Unterstützung erhielten die VfL-Frauen vom Fußballkreis Göttingen-Osterode, dessen Vorsitzender Hans-Dieter Dethlefs den Kontakt zum Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) in Hannover und zur Arbeitsgruppe „Sexualisierte Gewalt“ herstellte.

Am 18. November hätte die Kreisligapartie, das Punktspiel, bei der SG in Sieboldshausen angestanden. Aus Rücksicht auf die Ereignisse verlegte die Staffelleitung den Spielort nach Grone. Nun, nach dem Outing und der Gewissheit, wer die Aufnahmen gemacht hat, seien die Spielerinnen wieder sehr geknickt, berichtet Schreiber. Auf Bitte des VfL wurde die Partie deshalb ins neue Jahr verlegt.

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