22. August 2018 / 20:14 Uhr

Dynamo Dresden beurlaubt Trainer Uwe Neuhaus

Dynamo Dresden beurlaubt Trainer Uwe Neuhaus

Jochen Leimert
Bielefeld, 11.08.2018, Schueco-Arena, 2.Bundesliga, 2.ST,
DSC Arminia Bielefeld  vs  SG Dynamo Dresden  .
Im Bild:  Trainer Uwe Neuhaus (SGD).
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Uwe Neuhaus ist nicht mehr Trainer der SG Dynamo Dresden. © WORBSER-Sportfotografie
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Der 58-jährige Fußballlehrer wurde am Mittwochnachmittag durch Ralf Minge und Kristian Walter über die Entscheidung informiert. Zuvor hatte Neuhaus noch ganz normal das Training geleitet.

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Dresden. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft – das ist nicht neu. Und das bewahrheitete sich auch am Mittwochabend, als Dynamo Dresden die insgesamt erfolgreiche Zusammenarbeit mit Trainer Uwe Neuhaus nach zwei Niederlagen in drei Pflichtspielen zum Auftakt der neuen Zweitliga-Saison beendete. Nach dem 2:3 im Pokal gegen den SV Rödinghausen sah sich die Geschäftsführung veranlasst, die Reißleine zu ziehen und setzte Neuhaus den schon zum Ende der vergangenen Saison wacklig gewordenen Stuhl vor die Tür. Die Entscheidung wurde dem Coach in einem persönlichen Gespräch am Nachmittag mitgeteilt, um 20 Uhr schickte Dynamo dann die offizielle Presseerklärung raus, als der Aufsichtsrat die Personalie abgenickt hatte.

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Neben dem 58 Jahre alten Cheftrainer stellte der Verein auch Co-Trainer Peter Nemeth frei. Einen Nachfolger für Neuhaus hat die Sportgemeinschaft noch nicht benannt, die Trainingsarbeit soll ein Interimstrainer übernehmen. Denkbar sind Matthias Lust, der zweite Co-Trainer und Trainer der U19, oder B-Jugendcoach Cristian Fiel, der gerade bei Neuhaus hospitierte.

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Sport-Geschäftsführer Ralf Minge  begründete den auch von seinem Co-Geschäftsführer Kristian Walter befürworteten Entschluss wie folgt: „Uwe Neuhaus hat großen Anteil an den Erfolgen und der positiven sportlichen Entwicklung seit seinem Amtsantritt 2015. Wir haben unter seiner Verantwortung souverän die Rückkehr in die 2. Liga geschafft und uns dort zweimal trotz der hohen Konkurrenz behauptet. Dennoch sind Kristian Walter und ich in der gemeinsamen Analyse in dieser Woche zu der Überzeugung gelangt, dass wir jetzt eine Veränderung benötigen, um den eingeschlagenen Weg in dieser Saison und darüber hinaus erfolgreich fortzusetzen. Die Zusammenarbeit mit Uwe Neuhaus war stets von großem Vertrauen, Respekt und Offenheit geprägt. Ich bin Uwe dankbar für diese Zeit und wünsche ihm für die Zukunft den größtmöglichen Erfolg.“ Walter, der ab März wegen Minges Erkrankung die alleinige Verantwortung für den sportlichen Bereich inne hatte,  erklärte in der Pressemitteilung: „Unmittelbar nach Ende der vergangenen Saison haben Uwe und ich die sportlichen Schwierigkeiten, die wir 2017/18 hatten, gründlich und kritisch aufgearbeitet. Gemeinsam haben wir Veränderungen abgeleitet, die bereits angefangen haben, zu greifen. Dabei haben wir die Analyse als offenen Prozess fortgeführt und uns regelmäßig zusammengesetzt, um die Entwicklung fortlaufend zu bewerten.“

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Auf einen gemeinsamen Nenner kam man aber offenbar zuletzt nicht mehr, die Art und Weise des Auftretens der Mannschaft in den letzten beiden Spielen – geprägt von Verunsicherung und Kommunikationsdefiziten – ließ den Druck auf die Entscheidungsträger hinter den Kulissen stetig wachsen. Bereits am Ende der vergangenen Saison war der Trainer stark in die Kritik geraten, weil die Mannschaft vor allem zu Hause arg enttäuschte und viele Punkte leichtfertig in der Schlussphase wegschenkte. Schon nach dem erst am 34. Spieltag mühsam erreichten Klassenerhalt stand Neuhaus auf der Kippe. Dass der Aufsichtsrat nun das Votum der Sport-Geschäftsführer befürwortete, überrascht daher nicht. Aufsichtsratschef Jens Heinig wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Ralf Minge und Kristian Walter haben den Aufsichtsrat am Mittwochabend über die sportlichen Beweggründe für die Beurlaubung von Uwe Neuhaus informiert, der Aufsichtsrat trägt die Entscheidung der Geschäftsführung mit.“ Man wünsche dem Coach, der 2016 mit Dynamo als Drittliga-Meister in die 2. Bundesliga zurückgekehrt war, alles Gute. Das Übliche also.

Wer die Arbeit von Neuhaus fortführt, das ließ der Verein völlig offen. Da Fiel seine Fußballlehrer-Ausbildung erst angefangen hat, kommt der Zeitpunkt für  eine Amtsübernahme des lange als Kronprinz gehandelten Spaniers wohl zu früh. Diskutiert wird sicher auch der Name von Torsten Lieberknecht, der nach dem Aus in Braunschweig einen neuen Job sucht und in Dresden sehr anerkannt ist.

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