08. August 2018 / 19:57 Uhr

Dynamo Dresden: Ebert überrascht die Zweifler

Dynamo Dresden: Ebert überrascht die Zweifler

Jochen Leimert
Patrick Ebert gibt auf dem Platz die Richtung vor – jetzt sogar als Kapitän.
Patrick Ebert gibt auf dem Platz die Richtung vor – jetzt sogar als Kapitän. © imago/Karina Hessland
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Der Ex-Herthaner feiert bei Dynamo Dresden ein bärenstarkes Pflichtspiel-Debüt.

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Dresden. Gleich sechs Neuzugänge schickte Dynamo Dresden am Montag beim 1:0-Auftaktsieg gegen den MSV Duisburg ins Rennen, vier davon sogar in der Startelf. Einer aus diesem Quartett wurde besonders kritisch beäugt, denn er trägt einen bekannten Namen und wurde als Ideengeber und Führungskraft geholt: Patrick Ebert. Wer zuvor daran gezweifelt hatte, dass der 31-Jährige nach langer Verletzungspause und einem wenig erfolgreichen Intermezzo beim FC Ingolstadt die ihm zugedachte Rolle gut genug ausfüllen kann, der musste sich eines Besseren belehren lassen: Ebert feierte ein starkes Pflichtspieldebüt und bekam viel Applaus von den Rängen.

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Wichtiger für den gebürtigen Potsdamer, der zu seiner Zeit bei Hertha BSC als eines der größten deutschen Talente galt und 109 Bundesliga-Spiele machte, war aber das Lob des Trainers. Und Uwe Neuhaus geizte nicht mit Streicheleinheiten für den Mittelfeld-Routinier: „Er hat uns heute sehr, sehr gut getan. Dass er ein guter Fußballer ist, weiß jeder – er hat ja nicht umsonst in drei europäischen Topligen gespielt. Aber was mich richtig erstaunt hat, war seine Konstanz über 90 Minuten, weil er sehr lange keinen Spielrhythmus über 90 Minuten mehr hatte.“ Von daher habe Ebert ein „riesengroßes Kompliment“ verdient.

„Kopf hoch, wir sind bei dir!“

Was der U21-Europameister von 2009 den 28 733 Zuschauern im Stadion vom Anpfiff bis zum Abpfiff anbot, das konnte sich wahrlich sehen lassen: Ebert spielte überraschende Pässe aus dem Fußgelenk, zeichnete für fünf Torschussvorlagen verantwortlich und probierte es wie in der 17. Minute auch selbst im Abschluss. Bei seinem Schuss aus der Drehung fehlte ebenso wenig wie bei seinem Freistoß in der 29. Minute – beide Male flog der Ball nur knapp am Tor vorbei. Was er an der Kugel kann, wie beweglich er noch ist – das konnte er auch am eigenen Strafraum beweisen, als er einen Ball der Duisburger mal mit einem Fallrückzieher klärte.

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Der Mann mit der Rückennummer 20 zögerte auch nicht, als er gleich im ersten Pflichtspiel für Dynamo die Kapitänsbinde von Marco Hartmann übernehmen musste. Als der lange Eichsfelder in der 42. Minute mit einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel frustriert vom Feld humpelte, umarmte Ebert den Pechvogel und flüsterte ihm aufmunternd ins Ohr: „Kopf hoch, wir sind bei dir!“ Um danach noch mehr als Antreiber voranzugehen.

Ein Job, den er ganz selbstverständlich akzeptierte: „Ich bin jetzt 31, da kann man auch ein bisschen Verantwortung übernehmen“, sagte der Routinier. Er ärgerte sich dennoch mit Hartmann über dessen Ausfall, litt regelrecht mit: „Das ist schade für ,Harti’. Wir hoffen, dass er bald wieder dabei ist. Man hat gesehen, dass die 40 Minuten, die er gespielt hat, überragend waren.“ Hartmann habe Leaderqualitäten vorgelebt: „Bei der Ansprache, die er vorm Spiel gehalten hat, habe ich Gänsehaut bekommen. Wir waren alle heiß.“

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Mit dieser Motivation, dem Führungstor und nicht zuletzt einer gelungenen Vorbereitung im Rücken hielt Ebert bis zum Abpfiff durch Schiedsrichter Daniel Siebert auf hohem Niveau durch. Das Seuchenjahr zuvor und die vier Kurzeinsätze in Ingolstadt hat er schon fast vergessen: „Letztes Jahr ist Vergangenheit, jetzt bin ich hier. Sicherlich hatte ich am Ende ein bisschen schwere Beine, aber es war auch eine lange Vorbereitung.“ Die Atmosphäre im Stadion habe ihn beflügelt, fügte er hinzu: „Es hat Spaß gemacht, vor voller Hütte zu spielen.“ Am Ende habe seine neue Mannschaft den knappen Vorsprung verteidigt „wie die Löwen“, zollte Ebert auch seinen Mitspielern Anerkennung.

Für die Zukunft wünscht sich der Spielmacher aber weniger Hektik in der Schlussphaseder Spiele in der 2. Bundesliga: „Wir müssen noch kaltschnäuziger werden, den Deckel früher drauf machen. Sonst kann ein Glücksschuss, eine Unachtsamkeit zum Gegentor führen – und wir stehen mit langen Gesichtern da.“ An das neue System müsse sich die Mannschaft schlicht noch etwas gewöhnen. „Am Ende brauchen wir mehr Entlastung, längere Ballpassagen“, ergänzte er. Doch erst einmal ist er zufrieden: „Es ist immer gut, mit einem Dreier zu starten.“

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