Dynamo Dresden mit Testspielsieg gegen den Halleschen FC (6) (Steffen Manig) Dynamo Dresden gewinnt das Testspiel gegen den HFC vor leeren Rängen im DDV-Stadion. © Steffen Manig
Dynamo Dresden mit Testspielsieg gegen den Halleschen FC (6) (Steffen Manig)

Dynamo Dresden gewinnt Testspiel gegen Halleschen FC in letzter Minute mit 1:0

Paul Seguin erzielt vor leeren Rängen den Siegtreffer für die Neuhaus-Elf.

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Dresden. Die letzte Aktion ist die entscheidende: Eine halbe Minute vor Ende des Spiels fasst sich Paul Seguin ein Herz und schießt aus 20 Metern das 1:0 (90.) und damit Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden zum Testspielsieg gegen Drittligist Hallescher FC. Dessen Torwart Tom Müller macht sich ganz lang, der Ball geht sogar noch an den Innenpfosten. Und das alles auf den letzten Drücker. „Ich hatte schon im Hinterkopf, dass das Spiel bald vorbei ist, und einfach mal draufgehalten. Ein bisschen glücklich, aber Tor ist Tor“, freut sich der von Bundesligist VfL Wolfsburg ausgeliehene 22-Jährige über seinen Premierentreffer im schwarz-gelben Trikot – auch wenn am Freitagnachmittag der große Torjubel ungewohnterweise ausbleibt, da vor leeren Rängen gekickt wird. Aus organisatorischen Gründen findet die Begegnung nicht öffentlich statt, gerade mal 30 Beobachter verirren sich auf die Pressetribüne des DDV-Stadions.

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Schiedsrichter Alexander Sather pfeift nach dem späten Tor des Tages noch mal für zehn Sekunden an, doch dann ist das Spiel gelaufen. Ein Spiel mit dem Hauptzweck, während der Länderspielpause im wöchentlichen Spielrhythmus zu bleiben. „Belastung, Wettkampf für jeden; auch die, die die letzte Zeit weniger gespielt haben“ – vor allem darum sei es laut Trainer Uwe Neuhaus gegangen. Dank Seguin bleibt Dynamo fünf Tage nach dem 2:0-Sieg in Heidenheim sogar im Siegesrhythmus. Das kann eine Woche vorm Heimspiel gegen den FC Ingolstadt mit Ex-Dynamo Stefan Kutschke Gold wert sein – auch wenn sich Neuhaus selbst nicht so sicher ist, ob seine Mannen aus dem Sieg gegen Halle Selbstvertrauen ziehen können. Aber „zu null tut immer gut“, weiß der 57-Jährige.

Dabei hängt gerade dies am seidenen Faden. Die Hallenser, Tabellensechzehnter in Liga drei, halten gegen die Schwarz-Gelben gut mit, spielen Pressing und verleiten schon nach acht Minuten Torwart Markus Schubert zu einem fatalen Fehlpass auf Martin Röser, doch der HFC-Stürmer lässt die Gelegenheit ungenutzt. Für Schubert, Dynamos zweiter Torwart hinter Marvin Schwäbe, sei vor allem Spielpraxis wichtig, schließt Neuhaus aus dieser Szene. Jannik Müller und Noah Awassi klären auch danach noch mehrfach im letzten Moment gegen Ex-Dynamo Mathias Fetsch und Co. Ein Wiedersehen gibt es übrigens auch mit den einstigen Dresdnern Hendrik Starostzik und Niklas Landgraf, die nun ebenfalls das HFC-Trikot tragen.

Neuhaus macht aus der Not eine „Jugend“

Im Dresdner Dress läuft diesmal eine Mannschaft auf, die es in dieser Form so schnell nicht wieder geben wird. Uwe Neuhaus muss nicht nur auf seine offensiven Nationalspieler Peniel Mlapa, Haris Duljevic, Sascha Horvath, Eero Markkanen und Vasil Kusej verzichten, die aktuell auf Länderspielreise sind, sondern auch auf die an einer Bakterieninfektion erkrankten Erich Berko und Lucas Röser. Zudem schont er Kapitän Marco Hartmann aufgrund leichter muskulärer Probleme im Oberschenkel. In der Offensive hat Neuhaus deshalb nur Patrick Möschl zur Verfügung, macht aus der Not jedoch eine „Jugend“: Aus Dynamos U19-Bundesligatruppe lässt er Niklas Hauptmanns Bruder Marius sowie Justin Huber stürmen. Und die rackern, was das Zeug hält. Nach Pass von „Lumpi“ Lambertz hat Huber in der 30. Minute Dynamos größte Chance in Hälfte eins auf dem Fuß, doch Keeper Müller hält den ersten Versuch und der Nachschuss geht ans Außennetz.

Zur Pause bringt Neuhaus dann sechs frische Kräfte. Auf der Linksverteidigerposition kommt Fabian Müller, in Heidenheim wegen einer Gesäßmuskelzerrung außer Gefecht, für Philip Heise ins Spiel. Der hat nach einem Muskelfaserriss sogar eine dreiwöchige Verletzungspause hinter sich. Um Trainingsrückstand aufzuholen, kommt die Länderspielpause gerade recht. Unter Anleitung von Physiotherapeut Tobias Lange machte er ein Aufbautraining, das es in sich hatte. „Vielleicht bin ich sogar fitter als vorher“, feixt Heise.

Seguin mit Last-Minute-Treffer

„Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Deswegen haben wir viele Konter zugelassen. Die zweite Halbzeit war schon deutlich besser“, darf Neuhaus nach der Partie gegen einen „sehr gut organisierten Gegner“ schließlich konstatieren. Zwar steht Florian Ballas bei seinem Kopfballtor nach Freistoß von Niklas Kreuzer im Abseits (61.) und Aias Aosman scheitert freistehend an Tom Müller (72.). Immer noch 0:0. Doch dann kommt ja noch Seguin, der diesmal auf der von ihm bevorzugten Sechserposition vor der Viererkette spielen darf. „Ich habe einen ganz guten Schuss, mache das aber zu wenig. Ich hoffe, ich treffe auch mal in einem Pflichtspiel, dann ist es noch viel schöner“, sagt der 22-Jährige. Vielleicht ja schon gegen Ingolstadt. Dann auch wieder mit lautem Torjubel.

Dynamo: Schubert – Heise (46. F. Müller), Awassi, J. Müller (46. Ballas), Löwe (46. Kreuzer) – Benatelli (46. N. Hauptmann), Konrad (46. Seguin), Lambertz (46. Aosman) – M. Hauptmann, Huber, Möschl

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