Dresdens Erich Berko (2.v.r.) jubelt mit der Mannschaft nach seinem Treffer zum 1:0 Dresdens Erich Berko (2.v.r.) jubelt mit der Mannschaft nach seinem Treffer zum 1:0 © Imago
Dresdens Erich Berko (2.v.r.) jubelt mit der Mannschaft nach seinem Treffer zum 1:0

Erster schwarz-gelber Sieg 2017: Mit Geduld zum Erfolg

2:0 (1:0) gegen den SV Sandhausen: Dynamo Dresden gewinnt mal wieder ein Heimspiel.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Dresden. Geduld ist auch im Fußball ein hohes Gut. In Hektik verfallen hilft nicht, aufgeben erst recht nicht. Dynamo Dresden wurde nun für eine lange Wartezeit belohnt, der Knoten ist geplatzt. Erstmals seit vier Monaten haben die Schwarz-Gelben wieder ein Heimspiel in Liga zwei gewonnen. Gegen den SV Sandhausen feierten sie am Sonntag vor 27 926 Zuschauern im DDV-Stadion einen ungefährdeten 2:0-Sieg – nach zwei Toren über links. Erich Berko hatte die SGD in Halbzeit eins in Führung gebracht (29.). Philip Heise sorgte mit seiner scharfen Hereingabe, die Ex-Dynamo Tim Kister ins eigene Netz abfälschte, in der 79. Minute für den Endstand.

Fotogalerie: Dynamo Dresden - SV Sandhausen

Sicher hat auch Trainer Uwe Neuhaus eine große Aktie an dem Erfolg. Er verstieß gegen den berühmten Grundsatz und veränderte seine erfolgreiche Elf, die in der Vorwoche 2:0 bei den Würzburger Kickers gewonnen hatte. So gab es gleich auf zwei Positionen Überraschungen: Neben dem wiedergenesenen Florian Ballas verteidigte Jannik Müller, Giuliano Modica musste auf die Bank. Und Erich Berko durfte vorn links für Marvin Stefaniak. ran. „Weil Jannik für mich im Spielaufbau ein kleines bisschen stabiler ist als ,Mokki’“, begründete Neuhaus. „Und Marvin hat in den vergangenen Wochen zwar viel gearbeitet, aber dabei ist unterm Strich relativ wenig rausgekommen.“ Keine persönliche Strafe oder Demontage solle das sein, sondern eine Hilfestellung, wieder in die richtige Spur zu finden. Auch das klappt nur selten mit der Brechstange, sondern eben eher mit Geduld.

Die Veränderungen zahlten sich aus. Dynamo agierte aus einer stabilen Defensive heraus und versuchte, die Kurpfälzer herauszulocken. Die hatten vor allem in der Anfangsphase ihre liebe Not, überhaupt mal in Ballbesitz zu kommen. Sie mussten Unmengen von Kilometern abspulen, denn die Neuhaus-Elf kickte immer geduldig hinten herum, baute ihr Spiel mit einer Seelenruhe auf. Nur einmal ging das schief, als Jannik Müller sich einen Fehlpass leistete. Korbinian Vollmann brach durch, doch SGD-Torwart Marvin Schwäbe parierte den Abschluss des Sandhäusers aus kurzer Distanz stark (26.). Zumeist aber war Schwäbe per Fuß am Ball und selbstverständlicher Bestandteil des Dresdner Spielaufbaus, was Gästecoach Kenan Kocak bewunderte: „Heute hat man gesehen, was ein moderner Torwart ist. Das war fantastisch, wie er von hinten das Spiel beruhigt und Optionen schafft für die eigene Mannschaft.“

Da ist das Ding! Erster #Heimsieg 2017! 🖤🙌💛 #SGDSVS 2:0 #sgd1953

Geplaatst door SG Dynamo Dresden op zondag 19 maart 2017

Eine dieser Optionen waren auch lange Bälle nach vorn auf Stefan Kutschke. Vorn die Lücke zu finden, erwies sich aber als schwer. Das Führungstor der variablen Dresdner war dann ein bisschen auch ein Zufallsprodukt. Andreas „Lumpi“ Lambertz übersah zwar seinen freistehenden Mannschaftskameraden, aber sein Schussversuch prallte vom Knie des SVS-Verteidigers Daniel Gordon doch noch genau zu Erich Berko. Der fasste sich ein Herz und zog einfach mal ab – Sandhausens Keeper Marco Knaller war ohne Abwehrchance, als der Ball ins kurze Eck zischte. Dabei hatte Berko kaum eine Minute zuvor noch erste Pfiffe geerntet, als er einen Angriff abbrach und nach hinten spielte. So aber muss man nun konstatieren, dass er wohl einfach nur geduldig auf seine Chance gewartet hat – und sie dann auch mit Erfolg nutzte.

"Es war ein hartes Stück Arbeit." (Uwe Neuhaus)

Aias Aosman per Fuß (37., 53.) und Kapitän Marco Hartmann mit dem Kopf (6., 39, 75.) hätten für weitere Treffer sorgen können, doch es blieb lange bei der knappen Führung. Die SGD agierte trotzdem weiter ruhig und schlug in der 79. Minute erneut zu. Berko leitete den Ball auf Philip Heise in die Nähe der Grundlinie weiter – unmögliche Position für einen Torschuss. Also nahm Dynamos Linksverteidiger den Fünfmeterraum ins Visier, wo sein Geschoss Tim Kister am Oberarm traf und von dort ins Netz flog. „Er kann nicht viel machen, wenn man aus drei, vier Metern stark reinspielt. Tut mir leid für den Jungen“, so Heise. Damit war die Partie gelaufen.

„Ein souveräner Sieg, mit dem 2:0 dann auch relativ klar und sicher. Aber es war ein hartes Stück Arbeit“, bilanzierte Uwe Neuhaus. Da die Spitzenteams aus Hannover und Stuttgart – Union Berlin spielt erst heute gegen Nürnberg – nicht gewannen, ist der Abstand zu den Aufstiegsrängen etwas geringer geworden. Mit 41 Punkten hat Dynamo den Klassenerhalt schon jetzt sicher. Nun kann es die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus erst recht ruhig und unbeschwert angehen lassen, denn als Aufsteiger hat sie in dieser Tabellenregion sicher den geringsten Leistungsdruck. „Das ist gut so, den sollten wir uns auch nicht unnötig machen“, befand Marco Hartmann. Der Weg in die Spitze ist weit, weiß er. Also am besten einfach weiter mit Geduld.

Region/Dresden SG Dynamo Dresden SV Sandhausen SG Dynamo Dresden (Herren) SV Sandhausen (Herren) Fussball 2. Bundesliga SG Dynamo Dresden-SV Sandhausen (19/03/2017 13:30)

KOMMENTIEREN

Anzeige

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE