24. April 2018 / 20:19 Uhr

Dynamo Dresden trennt sich von Lambertz: „Gehe mit weinendem Auge“

Dynamo Dresden trennt sich von Lambertz: „Gehe mit weinendem Auge“

Jochen Leimert
Andreas Lumpi Lambertz verlässt nach drei Jahren die SG Dynamo Dresden
Andreas Lumpi Lambertz verlässt nach drei Jahren die SG Dynamo Dresden © Jochen Leimert
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Nach drei Jahren wird der Routinier die Elbestädter am Saisonende verlassen. Ob er noch einmal spielen darf, ist ungewiss.

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Dresden. Nach drei Jahren und einem Aufstieg mit Dynamo Dresden wird Mittelfeld-Haudegen Andreas Lambertz (33) den Verein zum Saisonende verlassen. Im DNN-Interview bedauert „Lumpi“ seinen bevorstehenden Abschied zwar, erklärt aber zugleich, dass der Schritt nach Dresden richtig war und er fest an den Klassenerhalt glaubt.

Durchklicken: Andreas Lambertz' Karriere bei Dynamo

Dresdens Andreas Lumpi Lambertz führt seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld; SG Dynamo Dresden - Eintracht Braunschweig (29.10.2017) Zur Galerie
Dresdens Andreas "Lumpi" Lambertz führt seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld; SG Dynamo Dresden - Eintracht Braunschweig (29.10.2017) ©
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Frage: Wie geht es Ihnen? Letzte Woche hatten Sie Probleme mit einem eingeklemmten Nerv...

Lambertz: Oh ja, da musste ich zu meinem Heilpraktiker in die Heimat. Ich kenne ihn schon länger, er hat mir echt geholfen und mich drei Tage hintereinander durchbehandelt. Ich hatte Probleme, tagelang Kopfschmerzen, konnte meinen Kopf kaum nach rechts drehen. Ich konnte nur mit Schmerztabletten trainieren, habe auf die Zähne gebissen. Als der Kader benannt wurde und ich nicht dabei war, habe ich darum gebeten, mich behandeln lassen zu dürfen. Das war richtig so, jetzt geht es mir wieder gut.

In der Rückrunde gehörten Sie nur zweimal zum Spieltagskader, gespielt haben Sie keine Minute. Ist das Kapitel Lambertz bei Dynamo schon vorbei?

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es nächste Saison so weitergeht. Wenn man eins und eins zusammenzählt, ich kaum noch im Kader war, dann ist klar, dass die Zeichen auf Trennung stehen. Es macht ja so für beide Seiten herzlich wenig Sinn.

Im Trainingslager Anfang Januar schien die Situation noch offen zu sein. Gab es seither noch einmal Gespräche – ob mit Sport-Geschäftsführer Ralf Minge oder seinem Stellvertreter Kristian Walter?

Damals war es noch nicht lang her, dass ich bei Union gespielt und das Tor gemacht habe (Dynamo gewann 1:0/d. Red.). Auch gegen Duisburg habe ich noch gespielt, die komplette Vorbereitung mitgemacht. Ich hatte dann auch Gespräche mit dem Trainer, der sich so entschieden hat, was ihm sicher auch nicht leicht gefallen ist. Ich habe es so akzeptiert. Mit Ralfs Erkrankung ist es dann auch ein bisschen unglücklich gelaufen, das hat dann nicht mehr hingehauen.

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Wie groß ist Ihre Hoffnung, wenigstens gegen Ihren Ex-Club Fortuna Düsseldorf noch einmal spielen zu dürfen?

Ich würde sagen: Never change a winning team! Ich habe dem Trainer aber auch vorher gesagt, dass ich mich nicht hängen lasse. Dass ich mich auch weiterhin einbringe. Ich habe auch nach Spielen mit dem Trainer über die Partien geredet, ihm gesagt, was ich gesehen habe und was ich darüber denke. Ich habe mich nicht komplett in mein Schneckenhaus zurückgezogen. Er weiß, dass ich da bin, wenn er mich braucht. Dass ich aber jetzt auf einmal spielen werde, das ist schon utopisch. Aber wir werden sehen, ob ich vielleicht im Kader bin, weil Marco Hartman gesperrt ist.

Fortuna, Ihr Ex-Club, steht ganz oben – zu Recht?

Es ist schon eine sehr ausgeglichene, nicht so starke Liga. Wir haben keine ex-tremen Ausreißer gehabt, keine extrem starken Teams wie letztes Jahr. Dieses Jahr kann jeder jeden schlagen, aber Fortuna hat eine unfassbare Effektivität gehabt, sehr viele Spiele für sich entschieden, die auf der Kippe standen oder eng waren. Düsseldorf war aber auch oft das bessere Team, hat viele Spieler, die getroffen haben. Somit stehen sie auch zu recht da oben – keine Frage!

Fortuna hat auswärts sieben Spiele gewonnen, Dynamo zu Hause erst fünf. Was ist am Sonnabend für die SGD drin?

Da brauchen wir keine Statistiken. Ich habe es schon gesagt, dass jeder jeden schlagen kann. Wenn wir so weitermachen wie in Lautern, wo wir ein ordentliches Spiel abgeliefert, wenig zugelassen und nach vorn gut gespielt haben, dann brauchen wir keine Angst haben. Düsseldorf kann mit sieben Punkten Vorsprung auf Platz drei befreit aufspielen. Ich glaube, den Aufstieg kann der Fortuna keiner mehr nehmen. Sie sollen das Ding aber lieber zu Hause eintüten, gegen Kiel alles klarmachen.

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Andreas Lambertz (r.) im Gespräch mit Uwe Neuhaus Zur Galerie
Andreas Lambertz (r.) im Gespräch mit Uwe Neuhaus ©

Ihre Familie wohnt schon seit letztem Sommer wieder in der alten Heimat. Wie oft haben Sie sie in den letzten Monaten gesehen?

Dadurch, dass ich in der letzten Zeit bei Dynamo nicht berücksichtigt wurde, habe ich mit dem Trainer häufiger gesprochen und ihm gesagt, dass es schon schöner wäre, bei der Familie zu sein als hier alleine mit dem Hund. Er hat mir meistens genehmigt, dass ich in die Heimat fahre – so war ich öfter zu Hause.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal längere Zeit des Berufs wegen ohne die Familie auszukommen?

Das weiß ich gar nicht, wir haben es eigentlich ganz gut hingekriegt. Aber natürlich wäre es schon schön, jetzt nach Hause zu kommen. Ich höre mir erst einmal alles an, dann werden wir für uns alle eine Entscheidung treffen. Der Idealfall wäre es schon, wenn ich bei den Kindern sein könnte – und nicht nur mal am Wochenende oder alle 14 Tage.

Wie zuversichtlich sind Sie, nach den letzten drei Dynamo-Spielen nicht als Absteiger aus Dresden weggehen zu müssen?

Wenn man sich unsere Mannschaft anguckt und sieht, was wir letztes Jahr unter Beweis gestellt haben, was machbar ist, dann wäre es schon ein Skandal, wenn wir den Klassenerhalt jetzt nicht packen würden. Mit der Truppe ist es gar nicht vorstellbar, es nicht zu schaffen. Das wäre ein absolutes Unding. Ich bin mir sicher, dass wir das Ding ziehen – irgendwie. Uns fehlt nur ein bisschen die Effektivität, aber wir sind stark genug, um nicht runterzugehen.

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Gepostet von SG Dynamo Dresden am Dienstag, 24. April 2018

Was bedeutet es Ihnen, vielleicht noch einmal – ob gegen Düsseldorf oder gegen Union – im Dresdner Stadion zu spielen? Werden Sie da noch einmal sentimental?

Ich bin ja hierher gekommen, um mit der Truppe wieder hochzukommen. Das haben wir geschafft und ein sehr ordentliches erstes Zweitliga-Jahr gespielt. Ich denke, dass ich mir hier nichts vorzuwerfen habe, mich immer reingehauen und Gas gegeben habe. Es war nach meinem Abgang in Düsseldorf auch ganz klar die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Es war alles super, alles cool – ich habe mich hier immer pudelwohl gefühlt. Natürlich werde ich hier mit einem weinenden Auge gehen.

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