08. Januar 2019 / 09:07 Uhr

Dynamo Dresdens Niklas Kreuzer kämpft gehandicapt um neuen Vertrag

Dynamo Dresdens Niklas Kreuzer kämpft gehandicapt um neuen Vertrag

Jochen Leimert
Niklas Kreuzer auf dem Weg in die Dynamo-Kabine. Derzeit absolviert der Rechtsverteidiger vor allem Krafttraining.
Niklas Kreuzer auf dem Weg in die Dynamo-Kabine. Derzeit absolviert der Rechtsverteidiger vor allem Krafttraining. © Jochen Leimert
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Der Rechtsverteidiger braucht nach seiner Leistenoperation im Dezember noch einiges an Geduld, bis er bei den Schwarz-Gelben wieder spielen und sich anbieten kann.

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Dresden. Niklas Kreuzer ist kein Typ, der um den heißen Brei herumredet. Offen erklärt der Rechtsverteidiger nach nur acht Einsätzen in bislang 18 absolvierten Punktspielen: „Seit ich hier bin – und das ist schon ziemlich lange – war es meine schlechteste Hinrunde.“ Nur dreimal stand der gebürtige Münchner, der 2014 von Rot-Weiß Erfurt zu Dynamo Dresden gekommen war, in der Startelf, fünfmal wurde der 25-Jährige eingewechselt. Warum er nicht richtig in Tritt kam, das lag ganz sicher auch an einer langwierigen Verletzung, die erst spät genau er- und erst Anfang Dezember öffentlich bekannt wurde. Ein Spezialist in Berlin hatte kurz zuvor herausgefunden, dass Kreuzer rechtsseitig an einem Leistenbruch litt und ihn sofort operiert. Seither kämpft sich der Abwehrspieler, der in Topform durch hohes Tempo, Zweikampfhärte und gute Flanken besticht, Schritt für Schritt zurück ins Mannschaftstraining.

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Patrick Ebert sichert den Ball vor Justin Löwe und Dario Dumic. Zur Galerie
Patrick Ebert sichert den Ball vor Justin Löwe und Dario Dumic. © Jochen Leimert
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Auslöser seines ersten operativen Eingriffs überhaupt war das Spiel Anfang Oktober in Magdeburg (Endstand 2:2). „Ich hatte nach dem Spiel im Bauchbereich schon ziemliche Schmerzen“, erinnert sich „Kreuz“, wie er bei Dynamo genannt wird. Diagnostiziert wurde eine Bauchmuskelzerrung, zwei Wochen pausierte er vorsorglich, verpasste so die Ostderbys gegen Aue (1:1) und Union (0:0) und nahm Schmerztabletten. Doch hatte er weiter Probleme. Maik Walpurgis setzte ihn deshalb nur zögerlich ein: „Der Trainer hat mir oft gesagt, dass es ihm zu riskant sei, wenn man nicht zu 100 Prozent wisse, woher sie kommen.“ Mannschaftsarzt Dr. Tino Lorenz riet Kreuzer schließlich, einen Spezialisten aufzusuchen, da er mutmaßte, es könnten auch Weichteile in der Leistengegend betroffen sein. Die MRT-Bilder gäben darüber leider keinen genauen Aufschluss. Kreuzer, genervt von den anhaltenden Schmerzen und der Ungewissheit über die Art der Verletzung, hörte auf den Doc und fuhr in die Hauptstadt: „Ich bin nach Berlin zu Doktor Jens Krüger. Er hat mich untersucht und gesagt: Junge, das ist hier rechts ein starker Leistenbruch.“ Eine Woche später schon lag der Patient unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch, eine Stunde lang.

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In der Startelf gegen Bielefeld?

Der Eingriff war erfolgreich, „aber danach bin ich zwei Wochen lang zu nichts fähig gewesen, weil ich erstmal wieder lernen musste, normal zu laufen“, blickt Niklas mit Grausen zurück. Mittlerweile kann er aber schon wieder bis zu einer Stunde lang joggen, mit Fitnesscoach Tobias Lange schiebt er Reha-Schichten im Kraftraum: „Ich versuche, Beine und Oberkörper wieder zu kräftigen, weil ich drei Wochen nix groß gemacht, weniger gegessen, Muskelmasse und Gewicht verloren habe.“ In Sachen Balltraining muss er sich noch gedulden: „Ich habe das Gefühl, dass ich den Ball noch nicht wegschlagen könnte, wenn ich ihn bekäme.“ Im Trainingslager in der Türkei (11. bis 22. Januar) wird er auch noch nicht alle Übungen mitmachen, nur eingeschränkt am Mannschaftstraining teilnehmen können: „Vielleicht kann ich einfache Passübungen mitmachen, aber ich werde noch viel mit Tobi Lange arbeiten.“

Dass er zum ersten Punktspiel 2019 schon wieder eine Option für die Startelf ist, das glaubt Kreuzer daher nicht. Mit einem Kurzeinsatz am 30. Januar gegen Arminia Bielefeld und seinen ehemaligen Trainer Uwe Neuhaus liebäugelt er aber schon: „Das ist mein Ziel.“

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<b>(1) Markus Schubert:</b> <b>Einsätze:</b> 18 (1620 Minuten). <b>Einwechslungen:</b> keine. <b>Auswechslungen:</b> keine. <b>Gelbe Karten:</b> 1. <b>Gelb-Rote Karten:</b> keine. <b>Rote Karten:</b> keine. <b>Tore:</b> keine. <b>Note:</b> 2,75. <b>WK:</b> 589,09. Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Einsätze: 18 (1620 Minuten). Einwechslungen: keine. Auswechslungen: keine. Gelbe Karten: 1. Gelb-Rote Karten: keine. Rote Karten: keine. Tore: keine. Note: 2,75. WK: 589,09. ©

"Gesunder Konkurrenzkampf ist immer gut"

Darüber hinaus hofft Kreuzer, der Weihnachten bei seiner Familie in Mannheim verbrachte, sich vor Silvester in Dresden die Fäden ziehen ließ und noch mal drei Tage zu einem Kumpel in die Nähe von Mailand fuhr, dass die Rück- besser läuft als die Hinrunde – für die Mannschaft und ihn persönlich. Er selbst möchte sich für einen neuen Vertrag empfehlen, denn sein aktueller läuft am Saisonende aus. Gespräche darüber, was im Sommer passiert, soll es in Kürze geben: „Mein Stand ist, dass wir uns auf jeden Fall im Trainingslager unterhalten, wie es weitergeht. Es sind bisher noch keine Details besprochen, um was es da explizit geht“, erklärt der Profi. Seine Verhandlungsposition ist momentan nicht die beste, weil er die Testspiele nicht zur Eigenwerbung nutzen kann. „Es ist bitter, dass ich mit einem Handicap starte und nicht von Anfang an dabei sein kann, aber ich versuche, so schnell wie möglich in die Spur zu kommen“, so der Junggeselle. Er möchte rasch wieder spielen – auch gern noch länger bei Dynamo: „Es ist kein Geheimnis, dass ich mich hier sehr wohlfühle. Klar hat man jetzt Zeit gehabt, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen, weil ich auch schon sehr lange hier bin, aber für mich gibt es keinen großen Grund zu sagen: Ich muss hier meine Koffer packen.“

Mit Linus Wahlqvist, seinem neuen Konkurrenten auf der Rechtsverteidigerposition, versteht er sich: „Ein gesunder Konkurrenzkampf ist immer gut. Linus ist ein ganz einfacher Typ – wie ich auch. Ich bin schon früher mit Nils Teixeira, Fabian Müller oder Paul Seguin gut ausgekommen. Es gibt auch überhaupt keinen in der Mannschaft, wo ich morgens in die Kabine komme und sage: Boah, jetzt muss ich das Gesicht schon wieder sehen!“, versichert Kreuzer. Er glaubt, dass Dynamo noch viel Potenzial besitzt: „Wir haben von den Einzelspielern her eine richtig gute Mannschaft, Qualität offensiv wie defensiv. Jetzt müssen wir nur schauen, dass wir sie konstant auf den Platz bringen. Wenn das gelingt, können wir in dieser Liga jeden schlagen.“

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