06. September 2018 / 09:31 Uhr

Dynamo Dresdens Sören Gonther macht den nächsten Schritt

Dynamo Dresdens Sören Gonther macht den nächsten Schritt

Jochen Leimert
Sören Gonther fixiert den Ball. Dynamos Innenverteidiger kann beim Training im Großen Garten wieder fast alle Übungen mitmachen.
Sören Gonther fixiert den Ball. Dynamos Innenverteidiger kann beim Training im Großen Garten wieder fast alle Übungen mitmachen. © Jochen Leimert
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Dynamos Innenverteidiger kehrt nach einem Jahr Zwangspause ins Mannschaftstraining zurück.

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Dresden. Kein Zweifel – es geht voran, denn Sören Gonther ist am Dienstagvormittag nach fast einem Jahr Pause ins Mannschaftstraining von Dynamo Dresden zurückgekehrt. Der 31-Jährige kann zwar noch nicht wieder alle Übungen mitmachen, doch die schier endlose Leidenszeit allein mit dem gestrengen Rehacoach Tobias Lange ist vorüber. „Unfassbar glücklich“, sei er, sagt der Verteidiger.

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Vor dem ersten Training mit der Truppe sei er aufgeregt gewesen wie ein Jungspund am Anfang seiner Karriere, erzählt er. „Als ich zu Hause weg bin, habe ich gedacht, ich habe gerade meinen ersten Profivertrag unterschrieben und bin bei einem neuen Verein. Ich habe mich unheimlich gefreut, raus- und mit den Jungs zum Training zu gehen – und nicht nur mit ,Tobi’ – so sehr ich ihn auch mag“, gestattete Gonther einen Einblick in sein Seelenleben.

Gern wäre er schon zum Start der Vorbereitung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, „aber ich war da schon realistisch genug, dass ich in meinen Körper hineinhören konnte. Das Knie hat nach den zwei Operationen und dadurch, dass es schon der zweite Kreuzbandriss war, einfach seine Zeit gebraucht.“ Es habe die hohe Belastung im Juni noch nicht verkraftet, doch nach und nach habe er sie steigern können. Mit der Geburt seines Sohnes – jetzt ist der ehemalige Kapitän des FC St. Pauli dreifacher Vater –, sei der Knoten dann regelrecht geplatzt: „Von da an ging es steil bergauf, das war schon ein kurioser Zusammenhang. Jetzt toleriert das Knie alles. Letzte Woche haben auch die Tests gezeigt, dass ich richtig gut beisammen bin.“

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Vorsichtshalber aber meidet Gonther noch den harten Kontakt mit dem Gegenspieler. Bei Spielformen wie dem Vier-gegen-vier setzt er noch aus: „Ich werde langsam herangeführt, denn es war jetzt schon eine geraume Zeit, die ich in der Reha war. Step by step geht es vorwärts, ich habe da bei ,Tobi’ und dem gesamten Trainerteam großes Vertrauen.“ Selbiges ist indes gegenüber dem Knie noch nicht wieder zu 100 Prozent da: „Ich merke vom Kopf her, dass noch eine leichte Schonhaltung da ist. Dass ich noch etwas mehr Vertrauen ins rechte als ins linke Bein habe.“ Er müsse sich nun im Training die Gewissheit erarbeiten, dass alles auch unter erhöhter Belastung hält. „Ich muss merken, dass – wenn mich mal einer umgrätscht – nix passiert. Genauso, dass nix passiert, wenn ich mal einen umgrätsche“, so Gonther. Sein Unterbewusstsein müsse mitspielen, das Nachdenken aufhören, ob man nun in einen Zweikampf gehen oder es lieber lassen solle: „Das muss man sich im Mannschaftstraining holen, das kann man in der Reha nicht simulieren“, versichert Gonther. Professor Dr. Michael J. Strobel, sein Operateur im bayerischen Plattling, habe ihm das auch so gesagt.

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Auf eine Prognose, wann er wieder spielen kann, legt sich Sören Gonther lieber nicht fest: „Da könnt ihr mir nix entlocken. Es geht jetzt erst einmal darum, gesund durchs Training zu kommen. Wenn ich den September gut trainieren kann, dann kann man sich vielleicht mal über so etwas unterhalten. Jetzt geht es erst einmal darum, das alles zu verkraften, denn Reha ist ja was anderes als Training.“ Und letztlich liege die Entscheidung sowieso nicht nur bei ihm, sondern vor allem beim Trainer – wer immer das demnächst sein wird.

Fakt ist derweil in jedem Fall, dass der Ex-Paulianer das Highlight gegen den Hamburger SV definitiv verpassen wird. Gern hätte Gonther mal wieder gegen Pierre-Michel Lasogga gespielt. Erst recht, nachdem ein Boulevard-Blatt ein Zitat von ihm veröffentlichte, wonach bei Dynamo niemand wegen Lasogga nachts aufbleiben müsse: „Das hat in Hamburg für ganz schön Wirbel gesorgt, dabei habe ich auch gesagt, dass er – wenn er seine Spiele beim HSV bekommt – mit Sicherheit ein Stürmer ist, der seine 15 Tore schießen wird. Aber das wird natürlich weniger gelesen.“

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