Dynamos Torschütze Philip Heise liefert sich im Spiel gegen Fürth einen Zweikampf mit Khaled Narey. Dynamos Torschütze Philip Heise liefert sich im Spiel gegen Fürth einen Zweikampf mit Khaled Narey. © Imago
Dynamos Torschütze Philip Heise liefert sich im Spiel gegen Fürth einen Zweikampf mit Khaled Narey.

Dynamo: „Pipo“ und die ruhenden Bälle

Linksverteidiger Philip Heise bringt die gegnerischen Keeper jetzt auch verstärkt mit Freistößen in Nöte

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Dresden. Dass er häufig mutig mit nach vorn geht und präzise Flanken von der linken Seite in den Strafraum schlägt, das haben seine Mitspieler und die Fans in der vergangenen Saison schnell mitbekommen und schätzen gelernt – kaum ein Spieler bei Dynamo ist auf seiner Position so unumstritten wie Linksverteidiger Philip Heise. Als der gebürtige Düsseldorfer im Januar dieses Jahres vom VfB Stuttgart nach Dresden kam, bewies er auch sofort, dass er stets für ein Tor gut ist: Beim 2:1-Erfolg in Nürnberg traf er gleich im ersten Punktspiel nach einer Vorlage von Erich Berko zur 1:0-Führung. Ein weiteres Tor glückte ihm beim 2:0 gegen Sandhausen, daneben gelangen Heise fünf Assists in 17 Spielen. Eine exzellente Quote für einen Außenverteidiger im ersten halben Jahr Vereinszugehörigkeit und Anlass genug für die Wolverhampton Wanderers, im Sommer mit viel Geld um seine Dienste zu buhlen.

Dynamo verzichtet auf Millionen-Ablöse

Dass Dynamo inzwischen wirtschaftlich gefestigt ist und bei einer Millionenablöse für einen Leistungsträger nicht mehr zwangsläufig schwach wird, davon kann die Mannschaft nun sportlich weiter profitieren. Nicht nur in der Vorbereitung traf Heise – seine 40-Meter-Bogenlampe beim 2:1 gegen Stuttgart war besonders spektakulär –, sondern auch in den Pflichtspielen. Nach einer Vorlage beim 2:2 in Hamburg schoss er beim 2:3 in Bochum und zuletzt beim 1:1 gegen Fürth je ein Tor, zuvor hatte er beim 3:2-Sieg im DFB-Pokal gegen die TuS Koblenz den 2:1-Führungstreffer beigesteuert.

Sein erstes Saisontor war ein direkter Freistoß und ein Fingerzeig dafür, dass Heise nun auch mehr und mehr bei ruhenden Bällen seine außerordentlichen Qualitäten zeigen darf. Besonders deutlich wurde das am vergangenen Freitag gegen Fürth, als „Pipo“ Balász Megyeri im Tor der Franken nach seinem Führungstor noch dreimal per Freistoß zu Glanzparaden zwang. Kurz nach dem Seitenwechsel konnte Ungarns Nationalkeeper nur mit Mühe Heises scharfe Bälle wegboxen.

Legitimer Nachfolger von Marvin Stefaniak !?

Seit dem Abgang von Marvin Stefaniak (jetzt VfL Wolfsburg) kann der Rheinländer jedermann beweisen, dass seine Freistöße nicht schlechter als die Stefaniaks sind. Gemeinsam mit Niklas Kreuzer hat nun Heise das erste Anrecht, die Kugel bei Freistößen und Ecken in die Gefahrenzone zu schlagen. „Diese Saison ist es so, dass wir uns reinteilen. Ich darf von der rechten Seite ran, Niklas von links. Da haben wir uns abgesprochen“, verriet Heise im letzten „Kreisel“.

In dieser Spielzeit übernimmt er gern noch mehr Verantwortung. Das hängt auch mit der Wertschätzung zusammen, die ihm der Verein entgegenbringt. Dass Dynamo ihn selbst gegen eine üppige Ablöse nicht verkaufen wollte, begreift Heise nicht als Affront. Der 26-Jährige weiß, dass es dem Verein nicht darum ging, ihm seinen Traum von der zweiten englischen Liga zu versauen, sondern dass er für die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus schlichtweg unverzichtbar geworden ist. Er fand sich schnell damit ab und vermied Tricksereien, wie sie beispielsweise ein Dembelé in Dortmund oder zuvor ein Draxler in Wolfsburg an den Tag gelegt hatten. Für ihn sei das kein Thema gewesen, erklärte er im „Kreisel“-Interview zum wiederholten Mal. „Das ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich könnte niemals streiken.“

Dass ihn die Dresdner einst aus seinem Dasein als Bankdrücker in Stuttgart befreiten, das hat Heise den SGD-Verantwortlichen nicht vergessen: „Ich bin Dynamo sehr dankbar, dass sie mir das Vertrauen gegeben haben, als sie mich aus Stuttgart geholt haben.“ Ihm damals einen Vertrag bis zum Jahr 2019 anzubieten, war in jeder Beziehung eine gute Entscheidung. Den Kontrakt vorzeitig zu verlängern, dürfte allerdings schwierig werden, wenn Heise so weiterspielt wie bisher. Dass er mit Freistößen seine Trefferquote und seinen Marktwert noch weiter in die Höhe schrauben wird, damit muss man rechnen.

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