Der Freitaler DRK-Chef Andreas Ritter ist seit sieben Jahren Präsident des größten ostdeutschen Sportvereins. Morgen kandidiert er für drei weitere Jahre im Präsidium. Der Freitaler DRK-Chef Andreas Ritter ist seit sieben Jahren Präsident des größten ostdeutschen Sportvereins. Morgen kandidiert er für drei weitere Jahre im Präsidium. © Imago
Der Freitaler DRK-Chef Andreas Ritter ist seit sieben Jahren Präsident des größten ostdeutschen Sportvereins. Morgen kandidiert er für drei weitere Jahre im Präsidium.

Dynamo-Präsident Andreas Ritter: „Wir müssen alte Reflexe ablegen“

SGD-Präsident Andreas Ritter stärkt der sportlichen Leitung vor der Mitgliederversammlung am morgigen Sonnabend demonstrativ den Rücken.

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Dresden. Am Sonnabend um 10 Uhr steigt in der neuen Ballsportarena die Jahreshauptversammlung von Dynamo Dresden. Dabei wird nicht nur über die aktuelle Situation beraten, sondern u.a. auch das Präsidium neu gewählt. Noch-Präsident Andreas Ritter (55) stand den DNN zuvor Rede und Antwort.

Dynamo steckt momentan in einem Leistungsloch. Das hat die Atmosphäre bei Mitgliederversammlungen in der Vergangenheit oft belastet. Fürchten Sie eine turbulente Zusammenkunft?

Wir müssen berücksichtigen, welch schönen Fußball wir die letzten gut zwei Jahre gesehen haben. Dass irgendwann mal eine sportliche Delle kommen wird, war jedem, der sich mit Fußball beschäftigt, klar. Es ist jetzt die Frage, wie wir unsere alten Reflexe ablegen und Zähne zeigen können, um diese sportliche Delle gemeinsam mit unserer sportlichen Leitung zu überwinden. Ich denke, unser Verein hat sich weiterentwickelt. Wir werden der sportlichen Leitung die nötige Zeit geben, um die Mannschaft aus dem Loch herauszuziehen.

Frage: Wie bewerten Sie die Gesamtsituation des Vereins im Moment?

Ich sehe eine sehr positive Entwicklung – von den Mitgliederzahlen, den Strukturen her und was unser neues Leitbild betrifft. Letzteres werden wir auf der Versammlung präsentieren. Es über fast zwei Jahre zu erstellen, war etwas, was unseren Verein wieder ein Stück näher zusammengebracht hat.

Welche Punkte erwarten Sie am Sonnabend im Zentrum der Diskussion? Wie viele Satzungsänderungsanträge gibt es?

Wir haben nur wenige Anträge, die zum Großteil noch von mir gestellt wurden. Die betreffen Änderungen in der Organisation der Mitgliederbetreuung. Das wird jedem Mitglied nach einer Erläuterung schnell schlüssig erscheinen, da wird es keine großen Diskussionen geben. Hauptschwerpunkt der Versammlung wird der Bericht der sportlichen Leitung sein, aber auch die Präsentation unseres wirtschaftlichen Ergebnisses durch unseren Geschäftsführer Michael Born und unseren Wirtschaftsprüfer Fritz Kuhlmann. Nur soviel sei verraten: Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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In den letzten Jahren wurden stets Gewinne aus dem operativen Geschäft vermeldet – daran ändert sich also nichts?

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, dabei lasse ich das Thema stehen.

Der Mitgliederboom hält an, kürzlich wurde die Marke von 21 000 überschritten. Was geht da noch, wo steht der Verein diesbezüglich in einem Jahr?

Ich gebe dazu keine Prognosen mehr ab. Als ich angetreten bin, hatten wir 4000 bis 4500 Mitglieder. Da habe ich als Fernziel mal 10 000 ausgegeben. Selbst das hat sich schon mehr als verdoppelt. Ich lag also damals völlig daneben. Ich bin immer noch beeindruckt, wie die Resonanz auf unseren Verein um sich greift. Die Mitgliederentwicklung bringt auch neue Herausforderungen für uns mit sich, deshalb haben wir in diesem Jahr damit begonnen, unsere Mitglieder deutschlandweit besser zu betreuen. Der erste Mitgliederstammtisch außerhalb Dresdens fand in Hamburg statt, nächstes Jahr werden zwei weitere folgen – einmal in Mittel-, einmal in Süddeutschland. Ort und Zeit stehen noch nicht fest.

Wie wurde die Veranstaltung in Hamburg angenommen?

Ich selbst war leider kurzfristig erkrankt, deshalb nicht dabei, aber was mir u. a. unsere Vizepräsidentin Diana Schantin und unser Sport-Geschäftsführer Ralf Minge erzählt haben, war sehr positiv. Die Fragerunde ging bis 0.30 Uhr, erst dann haben sich alle entschlossen, das Bett aufzusuchen. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.

Das Präsidium mit Diana Schantin, Michael Winkler und Ihnen stellt sich am Sonnabend geschlossen zur Wiederwahl. Sind Sie selbst nach sieben Jahren in dieser Funktion kein bisschen amtsmüde?

Nein.

Gibt es noch weitere Kandidaten?

Ja, Michael Bürger, ein Rechtsanwalt aus einer Kanzlei in Dresden.

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Haben Sie sich bei Ihrem Amtsantritt träumen lassen, dass Sie mal der dienstälteste Präsident Dynamos sein würden?

Nein, damals war das nicht absehbar. Im Herbst 2010 waren die Verhältnisse im Verein auch wesentlich schwieriger – sowohl beim Umgang miteinander als auch wirtschaftlich und sportlich. Damals habe ich nur bis zum Ende der Amtsperiode gedacht. Jetzt ist selbst das „verflixte siebente Jahr“ fast rum.

Das Image des Vereins hat in diesem Jahr durch die symbolische Kriegserklärung eines Teils der Fanszene an den DFB und damit verbundene Übergriffe auf Ordner und Polizisten in Karlsruhe wieder einmal großen Schaden genommen. Was kann der schon vielfach engagierte Verein noch tun, um das aggressive Auftreten einiger Anhänger einzudämmen?

Die Frage ist eigentlich falsch gestellt. Sie müsste lauten: Was können die Vereine, die Politik und der Verband dagegen tun? Immer werden nur wir, die Vereine, gefragt. Dabei sind wir das schwächste Glied in der Kette. Richtig müsste es lauten: Was können wir gemeinsam tun?, wie es schon mal in England gemacht wurde. Wenn wie in Karlsruhe 1000 Polizisten im Einsatz sind und nicht eine einzige Personalie festgestellt wurde und man dann mit dem Finger auf den Verein zeigt und fragt, was der tun kann, dann kann ich nur müde lächeln. Wir sind auf die Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Verband angewiesen. Ich begrüße es sehr, dass der Verband sich endlich mit der aktiven Fanszene an einen Tisch setzt. Das ist für mich ein Indiz dafür, dass er auch etwas tun will. Dann ist da noch die Politik gefragt. Wir müssen Daten zugearbeitet kriegen, damit wir tätig werden können. Wir können nicht Personalien feststellen geschweige denn Leute verhaften.

Wie gut ist das Vereinsklima derzeit – wie viele Verfahren sind beim Ehrenrat derzeit anhängig?

Es war ein sehr ruhiges Geschäftsjahr, was das anbetrifft. Das liegt daran, dass unser Ehrenrat sehr präventiv arbeitet. Das muss er laut Satzung nicht, aber er tut es. Er erkennt frühzeitig, wo Probleme auftauchen. Der Umgang miteinander ist von Respekt geprägt, das war früher auch mal anders. Doktor Rasel (Chef des Ehrenrates/d. Red.) ist sehr aufmerksam, weiß, wo ein Fallstrick lauern kann.

Themawechsel: Viele Mitglieder fragen sich, was aus dem Projekt Steinhaus geworden ist. Wie ist da der letzte Stand nach der erfolgreichen Crowdfunding-Aktion?

Da gibt es keinen neuen Sachstand. Ich habe mir aber als Präsident für den Fall, das ich wiedergewählt werde, auf die Fahnen geschrieben, mich dort stärker einzubringen und vielleicht den einen oder anderen Kontakt zu knüpfen, damit wir dort ein Stück vorankommen. Ziel sollte es schon sein, eine Vereinsheimat am Stadion zu schaffen.

Gibt es neue Erkenntnisse im Falle des neuen Trainingsgeländes im Ostragehege?

Nach meinem Kenntnisstand ist es so, dass es dort im Frühjahr losgeht.

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