Trainer Uwe Neuhaus sah gegen Unterhaching Licht und Schatten bei seiner Mannschaft. Mit dem Camp in Bayern ist er aber insgesamt zufrieden. Trainer Uwe Neuhaus sah gegen Unterhaching Licht und Schatten bei seiner Mannschaft. Mit dem Camp in Bayern ist er aber insgesamt zufrieden. © Dennis Hetzschold
Trainer Uwe Neuhaus sah gegen Unterhaching Licht und Schatten bei seiner Mannschaft. Mit dem Camp in Bayern ist er aber insgesamt zufrieden.

Dynamos Coach Uwe Neuhaus lobt seine Neulinge

Dynamos Trainer kehrt mit Zuversicht aus dem fünftägigen Trainingslager in Bad Gögging nach Dresden zurück

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Sandharlanden/Dresden. Dynamo Dresden ist aus seinem fünftägigen Trainingslager zurückgekehrt. Die Mannschaft hat die beiden Testspiele am Mittwoch gegen Bundesligist VfB Stuttgart (2:1) und am Sonnabend gegen den Drittligisten SpVgg. Unterhaching (3:2) gewonnen. Vor der Abreise zog Cheftrainer Uwe Neuhaus Bilanz.

Frage: Herr Neuhaus, wie lautet Ihr Fazit zum Spiel gegen Unterhaching?

Uwe Neuhaus: Wir haben mal wieder Fünferkette trainiert und gespielt, was wir heute nicht so gut gemacht haben. Aber alleine daran liegt es auch nicht, auch die Sicherheit und das Vertrauen in dieses System fehlen. Deswegen haben wir in der Halbzeit umgestellt, obwohl wir das eigentlich nicht so machen wollen. Aber dann wären wir ins offene Meer hinausgelaufen, ohne schwimmen zu können. Deswegen haben wir darauf, was wir können, umgestellt. Dass innerhalb von ein paar Minuten drei Tore fallen, freut mich und ist gut für unsere Mentalität. Trotzdem hätten wir hinterher auch wieder einen Gegentreffer kassieren können. Das liegt nicht immer am System, sondern an der Art und Weise – an den Fehlern, die wir in der ersten Hälfte im eigenen Ballbesitz gemacht haben. Trotzdem haben wir gegen eine spielerisch starke Mannschaft – ich glaube schon, dass Haching diese Saison eine gute Rolle spielen wird – ein 0:2 in ein 3:2 gedreht. Das freut mich.

Mit seinen beiden Toren einen guten Anteil daran hat Probespieler Binyam Belay. Wie beurteilen Sie seine Leistung?

Sehr gut. Die erste Halbzeit nicht so, obwohl er laufbereit war, was man von einem Probespieler natürlich auch erwarten darf. Aber er hat die ersten beiden Tore gemacht. Er wirkte irgendwie befreiter auf den Außenpositionen. Eigentlich hatte er in der ersten Halbzeit auch außen gespielt.

Nun sind fünf Tage Trainingslager vorüber. Und der Wunsch nach zwei Siegen hat sich erfüllt.

Auch wenn es gegen Unterhaching nicht mit einem Sieg geklappt hätte, wäre trotzdem ein positives Fazit zu ziehen. Wir haben aufgrund der Bedingungen über die Trainingsarbeit vieles machen können, leider haben wir immer noch zu viele Verletzte.

Bei Abwehrspieler Florian Ballas gab es im Spiel gegen Haching auch so eine Situation ...

Ich hoffe, dass es mit ihm nicht schlimmer ist. Das sah ein bisschen nach Außenband aus. Wenn er sich verletzen würde, wäre das der Super-GAU. Aber ich gehe jetzt erst mal nicht davon aus, dass das eine langfristige Sache ist.

Wie groß war in dem Moment der Schreck?

Die Aktion habe ich gar nicht so wahrgenommen, deswegen war ich erschrocken, als er da so gelegen hat. Ich habe natürlich sofort an Syndesmose und einen wochenlangen Ausfall gedacht. Das wäre eine Vollkatastrophe, da hätte ich lieber 50:0 verloren.

Niklas Hauptmann ist wegen Adduktorenproblemen bereits am Mittwochabend aus dem Trainingslager abgereist. Wie ist der Stand bei ihm?

Es sieht nach wie vor nicht so schlimm aus, ich hoffe darauf, dass er nächste Woche irgendwann voll dabei ist.

Warum hat Pascal Testroet gegen Unterhaching nicht gespielt?

Das war eine Reaktion auf manche Aussagen gegenüber den Medien. Sie können sich vorstellen, dass ich damit nicht einverstanden war.

In welchen Bereichen sind Fortschritte erzielt worden und wo noch nicht?

Wenn man die erste Halbzeit sieht und was wir machen wollten: Es gehört irgendwo mit dazu, dass auch Fehler passieren. Das ist heute passiert. Aber das andere auf dem Weg nach vorn hat mich nicht zufriedengestellt, weil wir das eigentlich können. Das ist kein großer Unterschied zur normalen Spielweise, die wir haben. Ich glaube, dass wir uns als Mannschaft nach den ersten Wochen, in denen wir schon ein bisschen träger waren, zusammengerafft haben und auch gegen Stuttgart gewusst haben, worauf es ankommt. Auch gegen Haching hat sich die Mannschaft zusammengerissen. Das sind schon Dinge, die man in der Zukunft gebrauchen kann.

_Gibt es nach so einem kurzen Trainingslager echte Gewinner?_ Alle, die gegen Unterhaching gespielt haben, sind Gewinner. Nein, ich finde, die ganze Mannschaft hat gewonnen. Das waren zwei unterschiedliche Aufstellungen, mit denen wir gespielt haben. Und auch gegen Haching hat keiner enttäuscht. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel gedreht. Das war absolut in Ordnung. Deswegen kann sich da auch jeder als Gewinner fühlen. Dass es da kleine Unterschiede gibt, die ich zu Hause in meinem Kämmerlein auswerten werde, ist auch klar. _Wie lautet Ihr Fazit zu den neuen Spielern?_ Wenn man Sascha Horvath nimmt mit seiner Beweglichkeit und Ballsicherheit, dann würde ich sagen, haben wir einen guten Neuzugang getätigt, der sicherlich nicht mehr schlechter werden wird. Der hat noch eine Menge draufzupacken und seine Schüchternheit abzulegen – manchmal im Spiel, wenn er nicht zu sehen ist. Aber das sind alles normale Dinge, auch die Gewöhnung ans System und die Art und Weise, wie wir spielen. Damit bin ich absolut zufrieden. Lucas Röser hat vorne gezeigt, dass er torgefährlich ist. Gerade bei den Kopfbällen hat er ein sehr gutes Timing gezeigt. Das Spiel mit dem Rücken zum Tor kann er schon gut, er hat einen guten ersten Kontakt und macht den Ball fest. _Und Sören Gonther, der gegen Unterhaching in der zweiten Halbzeit gespielt hat?_ Wir wissen alle, was er kann und wofür er steht. Er hat sehr viel Erfahrung und hat die Organisation übernommen, was er auch sollte. Von daher bin ich froh darüber.

Ist Patrick Möschl ein bisschen weiter als Sascha Horvath?

Er ist grundsätzlich ein anderer Spielertyp, weil er mehr über die Mentalität und das Tempo kommt, sehr gute Laufwege sowohl von außen nach innen als auch andersherum zeigt. Er ist total willig und bereit, nur manchmal ein kleines bisschen ruhiger vorm Tor. Daran müssen wir noch arbeiten. Aber unterm Strich bin ich auch froh über seine Verpflichtung.

Und kommt ein Justin Löwe schon für die Startelf in Frage?

Er ist ein richtig guter Spieler, der mich total überrascht hat mit seiner Art und Weise. Er ist als Mensch angenehm, wie er sich in die Gruppe einfügt. Natürlich zurückhaltend, aber nicht unterwürfig. Er hat sehr gute technische Voraussetzungen, ist total aufmerksam, macht jede Trainingseinheit mit 100 Prozent. Er hat ein bisschen Pech gehabt mit seiner Allergie. Ich hätte ihn gerne eingesetzt, geht aber leider noch nicht.

Wie sieht es mit Rico Benatelli aus?

Er passt zu unserer Spielweise wie die Faust aufs Auge. Er ist total ballsicher, laufstark. Vorne ist er immer für ein Tor gut, verrichtet aber auch die Defensivarbeit richtig sorgsam. Da bin ich richtig zufrieden. Er war auch der erste Neuzugang, stand schon relativ früh fest. Davon sind wir auch überzeugt.

Sind die beiden Siege das gewünschte Ruhekissen oder kneift es noch irgendwo?

Das war kein Champions-League-Endspiel. Natürlich haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns. Das wusste ich aber schon vorher – selbst wenn wir zweimal 6:0 gewonnen hätten. Es tut trotzdem der Mannschaft gut, das merkt man an der Stimmung und der Laune. Für Siege gibt es keinen Ersatz, deshalb bin ich froh darüber. Aber es gibt noch was zu verbessern.

Was wird dahingehend in den zwei Wochen bis zum Start passieren?

Die Stammmannschaft finden, ins Detail gehen, Kleinigkeiten verbessern, vor allem auch Torgefahr. Da haben wir noch eine Menge zu tun. Die Abstimmung gerade auf dem Weg nach vorn, da gibt es noch eine Menge Potenzial.

Haben Sie die elf Stammspieler schon im Kopf?

Das ist immer schwer. Grundsätzlich hat man von Beginn an eine Mannschaft im Kopf, die man sich zusammenbastelt, wie es sein könnte. Dann kommen aber in den Trainings und den Spielen ein paar Sachen anders und man ändert wieder ein, zwei Positionen um, weil einer besser zu dem Anderen passt. Dann macht, wie letztes Jahr ,Haupe’, einer eine überragende Vorbereitung. Das ist vielschichtig. Aber dass einige normalerweise ganz klar in der Stammelf sind, ist auch klar.

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