04. Januar 2019 / 18:13 Uhr

Edgar Kary ist neuer Trainer des SV Tur Abdin

Edgar Kary ist neuer Trainer des SV Tur Abdin

Michael Kerzel
Edgar Kary (Mitte) ist der neue Trainer des SV Tur Abdin.
Edgar Kary (Mitte) ist der neue Trainer des SV Tur Abdin. © Ingo Moellers
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Sportliche Leitung des Bezirksligisten holt ihren Ex-Torwart als Coach

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Die Sportliche Leitung des Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin Delmenhorst hat es in kurzer Zeit geschafft, einen Nachfolger für Christian Kaya zu finden. Dieser hatte die Trainerposition in den vergangenen eineinhalb Spielzeiten inne, zog sich nach der Hinrunde jedoch zurück, da er es aufgrund seiner beruflichen Situation nicht mehr schafft, die Mannschaft adäquat zu betreuen. „Christian ist ein sehr ehrgeiziger Typ und er hat sich in der Hinrunde schon selbst geärgert, dass er es beruflich nicht immer geschafft hat, das Training zu leiten. Mit seiner Arbeit waren wir aber sehr zufrieden und wollten ja auch gerne mit ihm langfristig arbeiten. Und wir wollten den eingeschlagenen Weg weitergehen“, erklärt Mathias Demir, der zusammen mit Isa Tezel die Sportliche Leitung innehat, die Situation bei der Trainersuche. Mit Edgar Kary haben die Abdiner nun einen Nachfolger präsentiert.

Die Parallelen zu Kaya sind vorhanden: Beide sind ehemalige Spieler und kennen die Mannschaft und den Verein gut, beide sind junge Trainer, beide haben ihre erste Trainerstation bei den Delmenhorstern. „Ich habe selber noch mit ihm zusammengespielt, der Kontakt ist nie abgerissen“, berichtet Tezel. Nach einem ersten Gespräch haben sich er, Demir und Clubpräsident Andreas Seven zusammengesetzt und beraten. Die drei wurden sich schnell einig, es folgte das Gespräch mit Kary. „Wir haben die gleich Art, Fußball zu sehen“, sagt Kary. Der 30-Jährige ist gerade dabei, seine B-Lizenz zu machen, im Februar ist es voraussichtlich so weit. Und er möchte im Trainergeschäft Fuß fassen. Er hat den Schein zum Personal Trainer bestanden und strebt nun den Heilpraktiker für Psychotherapie an. „Ich will aber keine Praxis aufmachen, sondern will das im sportlichen Kontext nutzen“, sagt der der ehemalige Torwart der Abdiner. Auch die A-Lizenz und den Fußballlehrer würde er gerne machen, doch das habe noch Zeit.

Bei Abdin will er die offensive Mentalität der Mannschaft belassen, ihr aber eine festere Struktur geben. „Die Jungs brauchen einen Rahmen für 90 Minuten. Sie müssen wissen, wie sie zu stehen haben und wie sie sich sammeln können, wenn es Rückschläge im Spiel gibt, wenn es nicht läuft“, erklärt Kary. Es brauche immer einen Notfallplan. „Es passiert bei der Mannschaft in Drucksituationen, dass jeder ein bisschen seine eigene Taktik spielt“, meint er. Er wolle dem Team jedoch kein starres Korsett verpassen. „Die Spieler sind gut ausgebildet und wissen, wann sie schießen oder passen können. Aber wir wollen gezielte Spielzüge einüben in der Vorbereitung“, blickt Kary voraus.

Er selbst durchlief die Abteilungen beim SV Werder Bremen von der D- bis zur A-Jugend und wurde in die Nationalmannschaft des Jahrgangs 1988, in der auch Jérôme Boateng und die Torwärte Ralf Fährmann und Sven Ulreich standen, berufen. Kary ging dann zur U19 des VfB Oldenburg und weiter zur Regionalligamannschaft Jahn Regenburgs, wo Markus Weinzierl als Co-Trainer agierte, der aktuell den Fußball-Bundeligisten VfB Stuttgart coacht. Kary spielte auch für den VfB Oldenburg und Kickers Emden, zuletzt stand er im Kader vom SV Atlas Delmenhorst.

Aus Sicht eines Trainers nimmt er nicht besonders viel aus dieser Zeit mit: „Es hat sich extrem viel verändert in den letzten Jahren. Früher wurden die Spieler öfter zusammengestaucht und sie haben gekuscht. Das geht heute nicht mehr. Mittlerweile werden auch so gut wie alle Übungen mit Ball gemacht“, berichtet Kary. Zudem seien heutzutage fast alle Spieler in der Jugend gut ausgebildet, im Erwachsenenbereich gehe es daher viel mehr um Kommunikation und Psychologie und nicht so sehr um die technische Weiterbildung der Akteure. „Ich war selbst ein schwieriger Spieler und habe gemerkt, dass die Trainer nicht wussten, wie sie mit mir umgehen sollen“, erinnert sich Kary.

Auch wenn er viele Spieler des Kaders kennt, muss er sich erstmal ein Bild von den einzelnen Akteuren machen: „Die Qualität ist hoch und es gibt an sich auch keine Position, wo wir noch jemanden brauchen, soweit ich das beurteilen kann. Ein zweiter, junger Torwart wäre noch schön, ist aber nicht dringend“, sagt Kary. Er habe einen guten Eindruck, dennoch: „Ich muss schauen, wer wie fit ist. Und wer wie engagiert ist und wer welche Ziele hat“, sagt Kary.

Die Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt nach den Hallenkreismeisterschaftschaften, die am 19. und 20. Januar ausgetragen werden. Abdin hat dann vier Wochen bis zum ersten Pflichtspiel, sofern dieses im Februar nicht ausfällt. Trainiert wird dreimal pro Woche, dazu kommt jedes Wochenende ein Testspiel. Ziel der Abdiner ist es, wie in der Vergangenheit schon oft, das Potenzial auszuschöpfen. Die Qualität der Spieler ist unbestritten, normalerweise müssten die Delmenhorster auf den vorderen Plätzen in der Tabelle stehen. „Wenn wir das Potenzial dauerhaft ausnutzen, wird die Mannschaft selbst überrascht sein, was sie erreichen kann“, blickt Kary voraus. Von einer guten Rückrunde geht auch Tezel aus. „Aber wir müssen in der Zentrale stabiler werden, gerade im Sechserbereich. Die Jungs müssen die Arbeit nach hinten verbessern“, gibt er das Ziel vor.

In der Rückrunde sollen dabei die beiden A-Jugendlichen Thomas Karli und Gordon Smuskewicz helfen. „Man muss natürlich abwarten, wie sie im Herrenbereich ankommen. Aber sie sind beide sehr talentiert und in der Entwicklung schon weit“, meint Tezel. Den Verein verlassen Ninos Yousef, der zum Ligakonkurrenten FC Hude wechselt, und Andreas Lorer, der berufsbedingt nach Sande zieht.

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