07. November 2018 / 20:55 Uhr

Eigene Frau enttarnt Göttinger Fußballtrainer als Spanner

Eigene Frau enttarnt Göttinger Fußballtrainer als Spanner

Eduard Warda
Skandal: Spielerinnen heimlich unter der Dusche gefilmt
Der Voyeur von Sieboldshausen ist überführt.
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Der Voyeur, der mittels einer im Sporthaus Sieboldshausen befestigten Kamera Fußballerinnen beim Duschen gefilmt hat, hat sich geoutet. Es ist der Göttinger Fußballtrainer Andreas Riedel, der sich dafür entschieden hat, an die Öffentlichkeit zu treten, und sich am Mittwoch gegenüber dem Tageblatt offenbarte.

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Riedel, Trainer des Herrenteams der SV Groß Ellershausen/Hetjershausen, betonte, dass es ihm sehr leid tue und er sich in psychologische Behandlung begeben habe. Am Mittwochabend wollte er zunächst das Frauenteam der SG Grone/Sieboldshausen um Entschuldigung bitten, danach seine Mannschaft informieren und gleichzeitig als Coach der SVGE zurücktreten. Bereits am Dienstag seien die Vorstände der betroffenen Klubs informiert worden. Auch seine Tätigkeit beim Sparkasse & VGH CUP will Riedel beenden.

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Überführt wurde Riedel von seiner Ehefrau Marion, die als SG-Torfrau die Kamera entdeckt hatte und später ihren Mann als Zeugin bei der Polizei auf Bildaufnahmen der Kamera identifizierte. Von seiner Frau davon in Kenntnis gesetzt, räumte er gegenüber der Polizei seine Tat ein.

Der Fußballtrainer gab gegenüber dem Tageblatt an, dass er bereits seit längerer Zeit voyeuristische Neigungen habe. Angefangen habe es mit Bildmaterial aus dem Internet. „Ich weiß nicht, wann die Hemmschwelle so gering geworden ist, den Kick auch auszuüben an eigenen bekannten Personen“, sagte er. Die Aufnahmen seien jedoch weder im Internet verbreitet noch auf andere Weise anderen zugänglich gemacht worden.

Polizei wertet nach wie vor sichergestelltes Bildmaterial aus

Die Auswertung des sichergestellten Bild- und Videomaterials in Bezug auf den Spieltag am 3. Oktober und damit auch die Klärung der Frage, welche Personen durch deren Fertigung konkret geschädigt sind, „ist noch nicht vollständig abgeschlossen, da noch nicht alle auf den Aufnahmen Abgebildeten namentlich zugeordnet werden konnten“, teilte Jasmin Kaatz, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, auf Tageblatt-Nachfrage mit. „Dies dürfte bis zum Ende der Woche beendet sein. Die entsprechenden Strafanträge werden danach an die Geschädigten versandt.“

In einer Stellungnahme der Vorstände des FC Grone und des SV Sieboldshausen heißt es: „Wir waren über den Vorfall sehr bestürzt. Angriffe auf das Persönlichkeitsrecht der Frauen können nicht toleriert werden und sind zu verurteilen. Das Eingeständnis/die Selbstanzeige und die Entschuldigung des Verursachers sowie die begonnene therapeutische Behandlung sind aus unserer Sicht Grundlage einer Verarbeitung der Geschehnisse auf allen Seiten. Da uns die Beteiligten bekannt sind, bieten wir den Spielerinnen unserer Frauenmannschaft unsere Hilfe an.“

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