Tom Parol aus Berlin hat die Nummer von Lothar Matthäus geerbt. Tom Parol aus Berlin hat die Nummer von Lothar Matthäus geerbt. © Sportbuzzer/privat
Tom Parol aus Berlin hat die Nummer von Lothar Matthäus geerbt.

Ein Berliner erbt die Nummer von Lothar Matthäus

Was passiert eigentlich, wenn man eine neue Handy-Nummer bekommt und diese vorher ausgerechnet einem Prominenten gehörte? Das kann Tom Parol genau beschreiben. Im Interview mit dem Sportbuzzer spricht der 29-jährige Berliner über seine Erlebnisse mit der alten Nummer von Lothar Matthäus.

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Die Stimme unterbricht sofort. „Sie wollen bestimmt mit Lothar Matthäus sprechen. Ich bin nicht Lothar Matthäus!“ Der Mann am anderen Ende der Leitung heißt Tom Parol, kommt aus Berlin und hat mit Fußball so gar nichts am Hut. Der 29-Jährige hat die ehemalige Handynummer des Rekordnationalspielers geerbt – und seitdem viele verrückte Dinge mit seinem Telefon erlebt.

SPORTBUZZER: Wie oft bekommen Sie Anrufe von Menschen, die Lothar Matthäus sprechen wollen?

Tom Parol: Mindestens 20 Mal in der Woche! Ich habe seine Nummer jetzt seit knapp eineinhalb Jahre. Am Anfang war es noch viel schlimmer, bis zu 100 Mal wöchentlich.

SPORTBUZZER: Wer meldet sich?
Tom Parol: Familienmitglieder, ehemalige Sportler, Funktionäre oder Vereinsmitglieder. Per Whatsapp gab es auch Nachrichten von der einen oder anderen Dame. (lacht)

SPORTBUZZER: Wie haben Sie denn gemerkt, dass Sie die Matthäus-Nummer übernommen haben?
Tom Parol: Ich wusste erst mal gar nicht, was los war. Beim ersten Anruf konnte ich das auch noch schlecht einschätzen, da war jemand aus der Politik dran. Aber als dann einer von der Bayern-Zentrale anrief, wurde mir klar, dass es tatsächlich so sein musste.

SPORTBUZZER: Nervt Sie das nicht?
Tom Parol: Ich habe schon gefühlt aus jedem Land Europas Anrufe entgegen genommen. Aber das stört mich nicht, es ist mir eher eine Ehre, die Nummer eines solchen Topstars zu verteidigen. Ich bin Lothars Sekretär, das ist doch lustig. (lacht) Eigentlich wäre es ein Leichtes für mich, über Nacht eine neue Nummer zu bekommen – meine Mutter arbeitet bei meinem Telefonanbieter. Will ich aber nicht.

SPORTBUZZER: Haben Sie seine aktuelle Nummer?
Tom Parol: Nein. Wenn ich sie hätte, würde ich auch diskret damit umgehen, weil ich mir ja nie sicher sein kann, wer da am anderen Ende sitzt. Es reicht schon wenn ich sage: „Ich bin nicht mehr der Lothar.“ Oft kommt dann ein Lachsmiley oder Daumen-hoch-Smiley zurück. Hin und wieder entwickeln sich aber auch witzige und fetzige Gespräche.

SPORTBUZZER: Zum Beispiel?
Tom Parol: Da war etwa ein Herr aus der Schweiz, der ein Chronometer-Geschäft besitzt. Wir hatten uns 40 Minuten verquatscht und plötzlich fragte er: „Wie sieht es denn mit Ihnen und einem Chronometer aus?“ Da meinte ich: „Bei dem, was am Monatsende in Berlin für mich übrig bleibt, würden auf mein Chronometer maximal Ernie und Bert passen. Trotz Vollbeschäftigung.“ Der Herr lachte: „Ich gucke mal, ob ich da nicht auch etwas für Berliner Verhältnisse zusammen geschustert kriege.“

SPORTBUZZER: Sie genießen manchmal also auch Vorteile?
Tom Parol: Der Schweizer meinte zwar: „Sie sind so gut drauf. Wenn Sie die Nummer mit der Nummer von Lothar nicht aufgeben, kann das ja zu Ihrem eigenen Sprungbrett werden“ (lacht). Aber eigentlich liegt der Mehrwert für mich nur in meiner eigenen Belustigung.

SPORTBUZZER: An Matthäus‘ Geburtstag hatten Sie bestimmt Ihren Spaß.
Tom Parol: Mein Telefon stand nicht mehr still! Als ich in der ersten Nachricht von Glückwünschen gelesen habe, war mir klar: Heute wird ein harter Tag. Da habe ich mir auch nur gedacht: Schön, dass sich 1000 Leute noch die Mühe machen, eine eigentlich tote Nummer anzurufen. An meinem Geburtstag haben es gerade mal fünf geschafft. (lacht)

SPORTBUZZER: Was sagen Ihre Freunde zu Ihrem Handy-Hobby?
Tom Parol: Die machen sich natürlich herrlich darüber lustig, dass ausgerechnet der Typ von so einer Legende die Nummer geerbt hat, der nie zum Fußball gucken eingeladen wird, weil er damit eigentlich gar nichts am Hut hat. (lacht)

SPORTBUZZER: Sie kennen ihn aber schon?
Tom Parol: Als ich früher mit Opa Bayern München geguckt habe, war er da ja noch voll dabei. Also, ich würde ihn schon auf der Straße erkennen. Wahrscheinlich… (lacht)

SPORTBUZZER: Wenn Sie seine Nummer hätten: Was würden Sie Lothar Matthäus gerne mal sagen?
Tom Parol: Dass er eine Rundmail an alle seine Kontakte schicken soll: „Hey Freunde, Jungs, Familie, das ist meine neue Nummer.“ Und vielleicht könnte er seinen charmanten Sekretär ja mal auf ein gespritztes Bier einladen.

RedaktionsNetzwerk Deutschland

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