08. Juni 2018 / 17:14 Uhr

Ein Ex-Junioren-Nationalspieler für den SV Atlas

Ein Ex-Junioren-Nationalspieler für den SV Atlas

Michael Kerzel
VfB-Hannover 96
Leon Lingerski (vorne) lief für den VfB Oldenburg in der Regionalliga in der Regel als Linksverteidiger auf. © Piet Meyer
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Die Delmenhorster sichern sich die Dienste von Leon Lingerski

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Er stand achtmal für die Deutsche U17-Nationalmannschaft auf dem Rasen, absolvierte 48 Partien für die B- und A-Jugend Werder Bremens in der Bundesliga und bestritt 37 Spiele für den VfB Oldenburg in der Regionalliga. Er wurde im Mai 23 Jahre alt und schließt sich nun dem Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst für zwei Jahre an: Mit Leon Lingerski ist den Verantwortlichen der Blau-Gelben ein dicker Fisch ins Netz gegangen. In seiner noch jungen Laufbahn als Fußballer musste Lingerski schon diverse Verletzungen überwinden, zuletzt fiel der Verteidiger, der vor allem auf der linken Seite zu Hause ist, nahezu die komplette Hinrunde der vergangenen Saison mit einer Schambeinentzündung aus.

Den Sprung von der A-Jugend in die Dritte Liga bei Werders U23 verhinderte 2015 eine Knieverletzung, dennoch trainierte der gebürtige Bremerhavener regelmäßig unter Alexander Nouri, spielte jedoch für Werders Dritte in der Bremen-Liga, bevor er nach Oldenburg wechselte. Von der Vita her ist Lingerski eigentlich eine Nummer zu groß für den SV Atlas, sollte man meinen. Dass sich der 23-Jährige dennoch für Delmenhorst entschied, überraschte selbst Sportvorstand Bastian Fuhrken. „Leon ist ein Spieler mit großem Potenzial und einer vorzeigbaren Vita. Vor jeder Kontaktaufnahme macht man sich Gedanken, aber bei Leon war es anders. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er Interesse zeigen wird“, berichtet Fuhrken. Dennoch griff er zum Hörer und schon 20 Minuten später waren die Chancen auf die Verpflichtung groß. „Es wurde direkt ein Gespräch mit Jürgen Hahn vereinbart, damit Leon den SV Atlas und vor allem die Philosophie von Jürgen und mir näher kennenlernt. Die Gespräche waren sehr gut, man hat sich sofort gut verstanden, und Leon hat nicht lange überlegt. Ich freue mich sehr über seine Verpflichtung“, fügt Fuhrken hinzu.

Auch der Atlas-Coach zeigt sich zufrieden mit dem Neuzugang. „Ich freue mich sehr, dass Bastian Fuhrken und ich Leon von unserer Philosophie und sportlichen Konzeption überzeugen konnten. Trotz anderer Angebote hat er sich für Atlas entschieden. Leon wird aufgrund seiner fußballerischen Qualität und seinen Erfahrungen sicherlich eine Verstärkung unseres Teams sein. Als Linksfuß ist er variabel im Zentrum und auf den Außenpositionen einsetzbar. Er zeigt sich sehr motiviert und möchte Verantwortung übernehmen“, blickt Hahn voraus.

Lingerski entschied sich nach eigenen Angaben gegen besser dotierte Angebote und erklärt das folgendermaßen: „Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich für mich entscheiden musste, dass ich mich neben dem Fußball auch auf meine weitere berufliche Laufbahn konzentrieren muss. Nach vielen Verletzungspausen in den vergangenen Jahren habe ich mich dazu entschlossen, neben dem Fußball zu studieren. Da ich anstrebe, dies in Bremen zu tun, war mein Wunsch auch in diesem Umkreis Fußball zu spielen, am liebsten natürlich so hoch wie möglich.“ Das Konzept des SVA habe ihn überzeugt. „Außerdem habe ich mit Spielern gesprochen, die vorher schon einmal für Atlas gespielt haben, und die konnten mir nur positive Dinge erzählen. Besonders beeindruckt bin ich auch von der Anzahl der Fans bei den Spielen, das ist etwas sehr Besonderes“, meint er. Seine Ziele sind ambitioniert. „Mir gefällt das Ziel des Vereins, dass man irgendwann in die Regionalliga will. Was mir aber noch mehr gefällt, ist, dass dieses Ziel nicht überstürzt wird, sondern man sich bewusst von Saison zu Saison steigern will, um dann irgendwann diesen großen Schritt machen zu können.“

Der SV Atlas hat jetzt 21 Spieler im Kader, eine weitere Verpflichtung werde in den nächsten Tagen bekanntgegeben, teilt der Verein mit. Zum Trainingsauftakt stehen zudem zwei oder drei Gastspieler auf dem Platz, die in die Kategorie Talente gehören. Letztlich soll das Aufgebot 22 oder 23 Mann umfassen.

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