USER-BEITRAG Der Lübecker Christian Hauschild begleitet die Fans im Stadion. Hier schaut er sich das Spiel gegen Nordirland an. © hfr

Ein Lübecker als Fan-Botschafter

Christian Hauschild vom VfB-Fanprojekt arbeitet bei der EM in Frankreich - Anlaufstelle für die deutschen Anhänger - Begeisterung über Supports der Schweizer und Nordiren

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Wo bekomme ich meine Tickets? Wie geht‘s ins Stadion? Gibt es noch irgendwo eine Unterkunft? Diese Fragen bekommt Christian Hauschild fast täglich gestellt. Der 38-Jährige arbeitet während der EM in Frankreich für die „Mobile Fanbotschaft“. Es ist die Anlaufstelle für die deutschen Fußball-Fans. Immer dort, wo die DFB-Elf spielt, ist das Zelt an einem zentralen Platz in der Stadt aufgebaut, können sich die Anhänger informieren.

Hauschild ist Diplom-Sozialpädagoge, angestellt beim Internationalen Bund. Er arbeitet für das Fanprojekt des VfB Lübeck und gehört zum ersten Mal zum „Fan-Team“ bei einer EM. „Für mich ist das Neuland“, sagte Hauschild. „Ich habe mich beworben und bin angenommen worden.“ Die Koordinierungsstelle Fanprojekte und der Deutsche Fußball Bund betreiben die Botschaft, bei der 13 Personen, auch aus verschiedenen Vereinen (u. a. 1. FC Nürnberg, SC Freiburg, 1860 München, Chemnitzer FC) mitarbeiten. Für die Zeit der EM ist der Lübecker jetzt vom Job freigestellt. Die Kosten für die Fahrten und die Hotels übernimmt der DFB.

„Wir haben einen regen Zulauf, wir werden super angenommen“, sagte Hauschild. „Fast jeder deutsche Fan hat uns schon mal besucht.“ Dann wird einfach fachsimpelt. Oder nach U-Bahn- und Straßenplänen gefragt. Bunte Blumenketten, Fähnchen, Flyer, schwarz-rot-goldene Buttons gibt‘s am Stand. Alles kostenlos. Ein Sprinter-Bus ist voll mit Materialien. Aber nicht nur deutsche Fans schauen vorbei, auch die Anhänger anderer Nationen sagen schon mal „hallo“. Zu jedem deutschen Spiel wird extra ein Fan-Magazin (zwölf Seiten, Auflage 2500 Stück) mit wichtigen Themen zur jeweiligen Stadt, dem dortigen Heimatverein und Interviews mit den Fans verteilt.

„Helmut“ ist der Titel (www.fanguide-em2016.de) und erinnert an den ehemaligen Bundestrainer Helmut Schön.

„In Lille hatten wir einen Super-Standort. Die Stadt ist klein und überschaubar“, sagte Hauschild. „In Paris war es schwieriger. Dort hatten wir unsere Botschaft mal in der Nähe des Eifelturms und mal am Rathaus aufgebaut.“ Hauschild bezeichnet die deutsche Fan-Arbeit als Vorreiter in Europa. Auch andere Länder haben ihre Fan-Botschaften ebenfalls bei der EM, „in abgespeckter Form und noch nicht so professionell wie bei uns“. 16 bis 17 Länder hätten einen Stand, ein Info-Mobil. Manche Länder seien aber gar nicht vertreten.

Hauschild hat zwei deutsche Spiele live gesehen, gegen die Ukraine und Nordirland. Bei den anderen Partien hatte er Dienst am Fan-Stand, konnte die Spiele beim Public Viewing verfolgen.

Gänsehaut bekommt er auch Tage später noch, wenn er an einige Fan-Partys durch die Straßen zu den Stadien denkt. An den Walk der Schweizer zum „Parc de Prince“ und dem „Embolo-Song“. Oder an das Spiel Frankreich gegen Albanien, als dem Gastgeber erst kurz vor Schluss der Sieg gelang. „Da war danach die Hölle los“, sagte Hauschild. Ins Schwärmen geriet er beim Support der Nordiren vor dem Spiel gegen Deutschland. „Einfach sensationell“, sagte Hauschild.

Ein Marsch mit rund 1000 Fans vier Kilometer bis zur Arena. Deutsche Fans sangen kräftig mit. „Will Grigg‘s on fire“, eine musikalische Höchstleistung. Dabei hat dieser Will Grigg, der beim englischen Zweitligisten Wigan Athletic unter Vertrag steht, keine einzige Sekunde bei dieser EM mitgespielt. „Ich kannte ihn vorher auch nicht“, sagte Hauschild. Aber Will Grigg hat es in Frankreich zu weltweiter Berühmtheit gebracht.

Region/Lübeck VfB Lübeck (Herren)

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