06. Januar 2018 / 00:29 Uhr

Ein Traum in Grün

Ein Traum in Grün

Michael Kerzel
a159916837i0013_max1024x
Der FC Hude bekommt derzeit einen Kunstrasenplatz, doch noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen. © Janina Rahn
Anzeige

Der FC Hude bekommt derzeit einen Kunstrasenplatz, doch noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Die Wintervorbereitung stellt Trainer von Amateur-Fußballvereinen immer wieder vor Herausforderungen. Während die Profis in wärmere Gefilde entfliehen, müssen sie sich mit den hiesigen Gegebenheiten auseinandersetzen. Während mehrere Vereine in Oldenburg oder auch die Klubs in Großenkneten, Huntlosen oder Brake über Kunstrasenplätze verfügen, müssen die Delmenhorster ebenso wie ihre Kollegen der meisten Vereine im Landkreis Oldenburg kreativ werden. Kurz vor dem Ziel steht derweil der FC Hude: Einen Kunstrasenplatz hat er schon, nur dürfen die Fußballer noch nicht drauf, da Bauarbeiten an Flutlicht und Co. noch nicht abgeschlossen sind. „Wenn es diese Vorbereitung noch nicht klappt, freuen wir uns, dass wir spätestens nächsten Winter einen Kunstrasenplatz haben“, sagt FCH-Coach Lars Möhlenbrock.

Von dieser Perspektive können seine Kollegen nur träumen. Während die besonders regenanfälligen Krandel-Plätze des VfL Wildeshausen in den kommenden Wochen kaum Training zulassen werden, kann der SV Atlas Delmenhorst zumindest auf den Hockey-Kunstrasenplatz des HCD ausweichen. Die Zweitliga-Damen des TV Jahn Delmenhorst werden den Großteil der Vorbereitung ohne Ball absolvieren müssen.

„Kunstrasen ist ein leidiges Thema in Wildeshausen. Wir müssen uns mit verschiedenen Aktivitäten über Wasser halten, bis wir wieder auf die Rasenplätze können“, sagt VfL-Trainer Marcel Bragula, der sich seit Jahren für einen Kunstrasenplatz einsetzt. Damit seine Mannen vorbereitet in den Kampf um den Landesliga-Aufstieg gehen, hat er mehrere Testspiele bei Vereinen mit Kunstrasenplätzen vereinbart. Dazu setzt er auf ein abwechslungsreiches Fitness-Training. „Mir hat man vor mehr als 20 Jahren gesagt: Laufschuhe an und los. Aber das kann man heute nicht mehr machen. Außerdem ist es Quatsch für Fußballer, fünfmal in der Woche nur laufen zu gehen“, meint er. Neben fußballspezifischem Training in der Ahlhorner Soccerworld steht auch Futsal-Hallentraining ab kommender Woche auf dem Programm. Dazu geht es für die Bragula-Mannen ins Fitnessstudio, zum Spinning, eventuell ins Schwimmbad und sogar zum Thai-Boxen. „In der Winterpause ist Kreativität gefragt“, sagt der VfL-Verantwortliche.

Eine gewisse Grundlagenausdauer erwartet er von seinen Spielern. „Sie sollten bereits die ersten Läufe gemacht haben und nicht gerade mit einigen Kilos mehr auf den Rippen zum ersten Training kommen“, sagt Bragula. Auch Atlas-Coach Jürgen Hahn fordert Selbstverantwortung ein, was die persönliche Fitness angeht, bevor am 16. Januar die Vorbereitung beginnt. In der spiel- und trainingsfreien Zeit treffen sich die Blau-Gelben einmal pro Woche, wie beispielsweise zum Fußball/Handball-Spaß-Spiel mit der HSG Delmenhorst oder auch im Soccerpark. „Es ist wichtig, fußballspezifisch zu arbeiten. Wir machen möglichst viel mit dem Ball. Auch das Ausdauertraining“, sagt Hahn. Durch die Abhängigkeit von der Witterung ist Training auf den Rasenplätzen kaum vorhersehbar. „Die Wintervorbereitung ist für einen Trainer furchtbar zu planen“, meint der Atlas-Coach, der dankbar für die Trainingsoption auf dem HCD-Kunstrasenplatz ist.

Diese Option haben die Damen des TV Jahn Delmenhorst nicht. Zudem ist das Geld noch knapper als bei den anderen Vereinen, wodurch zumindest regelmäßiges Training in Soccerhallen der Umgebung wegfällt. „Wir können ja nicht verlangen, dass die Spielerinnen für ihr Training bei uns auch noch zahlen“, meint Trainer Claus-Dieter Meier. Trotzdem sind in der Vorbereitung vier Einheiten pro Woche angesetzt. Solange die Rasenplätze nicht begehbar sind, bietet er eine Kombination aus Theorie und Lauftraining an. Zudem nutzen die Jahnerinnen die Fitnesskurse der Universität Oldenburg. Hallenzeiten haben die Violetten keine. „Es ist in Delmenhorst nun mal so, dass es keine Kunstrasenplätze gibt und die Stadt das Geld für wichtigere Dinge ausgibt“, sagt er. Spielpraxis sammeln die Delmenhorsterinnen bei zwei hochkarätig, mit mehreren Zweitligisten besetzten Hallenturnieren in Cloppenburg (20. Januar) und Bremen-Schwachhausen (27. Januar) sowie einem Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft von Werder Bremen.

Die letzte Wintervorbereitung ohne Kunstrasen steht den Hudern bevor – mit etwas Glück und aus Bauarbeitersicht gutem Wetter könnte es sogar dieses Jahr noch etwas werden. „Der Kunstrasenbelag an sich ist fertig. Wir warten jetzt auf den Abschluss der Arbeiten“, sagt Möhlenbrock. Fünf Testspiele auf Kunstrasenplätzen in der Region hat der Trainer des FC Hude vereinbart. Ansonsten lautet seine Devise: Solange nicht kniehoch Schnee liegt, geht es raus. „Auf einer geschlossenen Schneedecke kann man mit Hallenschuhen spielen“, meint er. Soccerland und Halle seien Alternativen.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Bremen
Sport aus aller Welt