Hoffnungsträger im Eintracht-Sturm: Der Nigerianer Suleiman Abdullahi (li., hier im Duell mit dem Ingolstädter Marvin Matip) erzielte in den vergangenen drei Spielen drei Tore. Hoffnungsträger im Eintracht-Sturm: Der Nigerianer Suleiman Abdullahi (li., hier im Duell mit dem Ingolstädter Marvin Matip) erzielte in den vergangenen drei Spielen drei Tore. © Armin Weigel/dpa
Hoffnungsträger im Eintracht-Sturm: Der Nigerianer Suleiman Abdullahi (li., hier im Duell mit dem Ingolstädter Marvin Matip) erzielte in den vergangenen drei Spielen drei Tore.

Eintracht Braunschweig: Ein Denkmal mit Rissen

Löwen haben mit dem 2:0 in Ingolstadt Selbstvertrauen für das Hinrundenfinale gegen Kiel getankt

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Es ist erst ein paar Tage her, dass Sebastian Ebel Jubiläum feierte. Zehn Jahre ist er nun Präsident von Eintracht Braunschweig, und er kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Auch Trainer Torsten Lieberknecht ist bald dran. Er feiert im Mai sein Zehnjähriges, zusammen mit seinem Co-Trainer. Wenig später folgt Manager Marc Arnold. Auch Geschäftsführer, Torwarttrainer und weitere Assistenten sind ähnlich lange beim Fußball-Zweitligisten im Amt.

Jahrelang war diese Konstanz in der Führungsebene der Eintracht Ausweis des sportlichen Erfolgs. 2008 wurde der Absturz in die Viertklassigkeit verhindert, danach aus der Dritten Liga in die Bundesliga aufgestiegen – und das mit geringen finanziellen Mitteln. Auf diese Erfolgsgeschichte konnten sie sich in Braunschweig immer berufen. Doch vor dem Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr) gegen Holstein Kiel hat dieses Denkmal, das immer vor allem mit dem Namen Lieberknecht verbunden war, ein paar Risse erhalten. Durch den 2:0-Sieg in Ingolstadt sind die Abstiegssorgen der Löwen zwar wieder etwas kleiner geworden. Trotzdem möchte niemand gleich wieder Entwarnung geben. „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Aber wir müssen Punkte holen, um aus der Tabellensituation herauszukommen. Die ist auch nach diesem Erfolg noch trügerisch“, sagt Trainer Lieberknecht mit Blick auf die geringen Abstände im Mittelfeld der Liga. Er und seine Mitstreiter, die sich jahrelang der Gunst ihres Umfelds gewiss sein konnten, werden in Braunschweig inzwischen auch kritisch gesehen.

Und das ist nicht ganz unberechtigt, auch wenn man den Protagonisten zugute halten muss, dass die Verletztenmisere sicherlich ein entscheidender Punkt bei der Talfahrt in der Tabelle war. Mit Mirko Boland, Domi Kumbela und Joseph Baffo fehlen drei potenzielle Stammspieler bereits seit einigen Wochen. Und Hoffnungsträger Christoffer Nyman musste sein für die Partie in Ingolstadt geplantes Comeback erneut verschieben. Der schwedische Stürmer, immerhin aktueller Nationalspieler seines Heimatlandes, erlitt im Training den dritten Muskelfaserriss in dieser Saison.

Doch unabhängig davon, fehlt den Braunschweigern in dieser Spielzeit die Qualität, die sie in der Vorsaison ausmachte und letztlich auf den dritten Tabellenplatz und damit fast zum Bundesliga-Aufstieg führte. Bisher ist es Lieberknecht noch nicht gelungen, eine eingespielte Formation zu finden. Taktik und Personal wechseln fast wöchentlich, was zum einen an der Verletztenmisere liegt, zum anderen Ausdruck fehlender Konstanz ist. Bei den Braunschweigern sucht man im Kader bisher vergeblich einen Spieler, der eine richtig gute Saison spielt.

Einer könnte zumindest auf dem Weg dorthin sein. Lange galt Suleiman Abdullahi als Sorgenkind der Löwen. Die sportliche Integration des Nigerianers, der im Sommer 2016 zu den Blau-Gelben wechselte, dauerte länger als gedacht. Eine schwere Verletzung sowie die Sprachbarriere taten ihr Übriges. Doch seit einigen Spielen läuft es für den Stürmer, der am Sonntag 21 wird. Mit drei Treffern in den vergangenen drei Spielen deutete er sein großes Potenzial mehr als nur an. Beim 2:0 in Ingolstadt war er als Vorlagengeber zudem auch am zweiten Braunschweiger Tor beteiligt. Auch ohne Nyman ist die Eintracht in der Offensive also gefährlich. Vor allem wenn Abdullahi von den schnellen Außen Onel Hernandez und Salim Khelifi unterstützt wird.

Außerdem zeigten die Löwen in Ingolstadt, dass sie weiterhin eine Mannschaft sind, die als Kollektiv überzeugen kann. Mit ihrer Spielweise werden sie vielleicht nicht in den Kreis der Fußball-Ästheten aufgenommen, doch eine kompakte Defensive und schnelles Umschalten waren schon immer Grundlage ihres Erfolgs. „Es war vielleicht nicht so schön, wie wir gespielt haben, aber wir haben gewonnen. Und das ist aufgrund unserer Tabellensituation extrem wichtig“, sagt Mittelfeldspieler Jan Hochscheidt. Und gegen Kiel soll nachgelegt werden, damit das Denkmal von Lieberknecht, Ebel und Co. in Braunschweig keine weiteren Risse bekommt.

Eintracht Braunschweig (Herren) Fussball 2. Bundesliga Region/Kiel Holstein Kiel (Herren)

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