21. Oktober 2018 / 16:34 Uhr

Eintracht Braunschweig II bestraft Atlas' Fehler

Eintracht Braunschweig II bestraft Atlas' Fehler

Michael Kerzel
Co-Trainer Marco Büsing (links) und Tom Schmidt unterhielten sich nach Spielende mit den mitgereisten Fans.
Co-Trainer Marco Büsing (links) und Tom Schmidt unterhielten sich nach Spielende mit den mitgereisten Fans. © Michael Kerzel
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Oberligist zeigt sich in allen Belangen verbessert, kassiert dennoch eine deutliche Niederlage - 1:4

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Der Einsatz stimmte, die spielerischen Komponenten waren da. Die Kommunikation innerhalb des Teams funktionierte, die Akteure gingen engagiert in die Zweikämpfe. Doch sie machten auch kapitale Fehler. Und so stand am Ende eine verdiente 1:4 (0:2)-Pleite für die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst gegen die Reserve von Eintracht Braunschweig, die jedoch zu hoch ausfiel. „Wir haben uns diese Niederlage ganz alleine zuzuschreiben. Wir haben schwere Fehler begangen, die wurden brutal bestraft“, berichtete Trainer Jürgen Hahn nach dem Spiel. Dennoch attestierte er der Mannschaft einen guten Auftritt. „Die erste Stunde war es ein wirklich gutes Oberliga-Spiel. Die Jungs wollten. Die Moral und die Einstellung waren gut“, analysierte er. Dennoch haben die Blau-Gelben unter Hahns Regie noch keine so deutliche Niederlage kassiert. Aus den vergangenen vier Partien holten sie nur einen Punkt.Atlas fand gut in die Partie, ging in den Zweikämpfen engagiert zur Sache. Die Spieler kommunizierten lautstark auf dem Feld, kombinierten gefällig. All das fehlte bei der desolaten Vorstellung vergangenen Spieltag gegen den MTV Gifhorn. Man sah den Blau-Gelben den Willen zur Wiedergutmachung förmlich an.

Hahn hatte seine Mannschaft personell und taktisch verändert auf den Rasen geschickt: Jannik Vollmer kam neu ins Team und agierte als Linksverteidiger, dafür rückte Dennis Mooy an die Seite Thomas Mutlus auf die Doppelsechs. Im 4-4-2-System übernahmen Thade Hein und Marvin Osei die Außenpositionen im Mittelfeld, Musa Karli und Marco Prießner bildeten eine Doppelspitze. Die Blau-Gelben attackierten Braunschweig früh und schoben bis auf Torwart Yannik Bangsow durch. Daraus resultierte eine erste Ecke (3.) sowie eine erste Torannäherung durch den spielfreudigen Musa Karli (4.). In Minute sieben drehte sich Mittelstürmer Marco Prießner nach Karli-Pass im Strafraum um die eigene Achse, brachte das Leder jedoch mit zu wenig Kraft aufs Tor (7.). Auf der Gegenseite nutzten die Braunschweiger ihre erste Chance, da Salih Ayaz im Eins-gegen-eins vor Atlas-Keeper Florian Urbainski die Ruhe bewahrte – 1:0 (10.). Zuvor hatten die Delmenhorster im Mittelfeld keinen Zugriff bekommen, sodass Kapitän Dominik Franke den Ball mustergültig durchstecken konnte. Ayaz erzielte den Treffer aus leicht abseitsverdächtiger Position.

Gute Reaktion der Blau-Gelben

Atlas ließ sich von dem frühen Tiefschlag nicht entmutigen. Nur eine Minute nach dem Rückstand scheiterte Prießner, da dessen Schuss von Nick Otto auf der Linie geklärt wurde. Es entwickelte sich eine schnelle Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Beide Teams wollten Fußball spielen, agierten nur selten mit weiten Schlägen. Die rund 120 Zuschauer sahen ein gutes Oberliga-Spiel mit schönen Kombinationen und wenigen Unterbrechungen trotz rassiger Zweikämpfe. Ein schneller Spielzug der Gastgeber mündete beinahe in einem Ayaz-Doppelpack, doch dieser scheiterte aus kurzer Distanz völlig freistehend nach einer Flanke von Jan-Lukas Funke an Urbainski. Atlas wurde nach einer Ecke gefährlich: Mooy zog diese aufs Tor, von einem Spielerpulk prallte der Ball ab und an die Latte (34.). Ansonsten verpufften die Standards der Blau-Gelben wirkungslos. „Ich muss meinen Jungs ein großes Kompliment machen. Sie haben die Standards stark verteidigt, obwohl Atlas viele sehr große Spieler hat“, berichtete Eintracht-Coach Deniz Dogan.

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Noch vor der Pause erhöhte seine Elf: Ein flacher Steilpass von Jake-Robert Wilton aus der eigenen Hälfte hebelte die komplette linke Seite der Delmenhorster aus. Meik Erdmann lief alleine auf Urbainski zu und vollendete zum 2:0 (44.). „Das ging viel zu einfach. Wir machen vieles gut und das dann durch solche Fehler kaputt“, monierte Hahn den kollektiven Tiefschlaf kurz vor der Pause.

Zur Halbzeit brachte der Atlas-Trainer nun Tom Schmidt für Thade Hein und stellte um. Bereits nach gut 35 Minuten hatte er Mutlu zum Rechtsverteidiger gemacht und Nick Köster auf die Sechs gestellt. In Durchgang zwei agierte Mooy weitestgehend als alleiniger Sechser hinter den Achtern Köster und Karli, Schmidt kam über links, Osei über rechts.

Nach sieben Minuten im zweiten Durchgang belohnte sich Atlas: Prießner erlief einen Mooy-Steilpass, umkurvte Yannik Bangsow im Eintracht-Kasten und schob zum 1:2-Anschluss ein (52.). Der insgesamt überzeugende Schiedsrichter Marco Scharf unterbrach die Begegnung nun öfter und zeigte zwischen der 55. und 68. vier Gelbe Karten – davon drei für Atlas. Die Partie wurde hitziger.

Vorentschieden wurde sie in Minute 65. Osei unterlief ein folgenschwerer Fehlpass im Mittelfeld, den Michal Fasko abfing. Karli versuchte noch, das taktische Foul zu ziehen, doch der Braunschweiger schüttelte ihn ab, ließ auch Marlo Siech stehen und blieb vor Urbainski eiskalt – 3:1. „Wir waren nach dem 1:2 dran. Aber dann spielen wir so einen Fehlpass. Das war der Knackpunkt“, meinte Hahn.

Die Gastgeber zeigten nun mit mehr Platz ihre Stärken: Technik und Schnelligkeit. In der 69. Minute konnte Siech noch einen Franke-Schuss auf der Linie klären, in der 71. markierte jedoch der eingewechselte Ahmet Canbaz das 4:1. Er setzte einen Fasko-Pass in die Maschen. Atlas steckte weiterhin nicht auf, nutzte jedoch auch eine Riesenchance zum möglichen 2:4 nicht (74). Karli hatte einen exakten Steilpass auf Oliver Rauh gespielt. Dieser stand 16 Meter vor dem Tor völlig frei, der Ball trumpfte auf. Doch anstatt den mitten im Strafraum stehenden Torwart zu überlupfen, schoss Rauh klar drüber. „Den kann ein Oberliga-Stürmer schon mal machen“, meinte Hahn. Spielentscheidend war dieser Fehlschluss freilich nicht. Auf der Gegenseite ließen die Braunschweiger noch die eine oder andere Chance nach einem Konter aus. „Wir hätten am Ende vielleicht sogar höher gewinnen können. Auf jeden Fall ist der Sieg für uns verdient. Es war ein sehr schnelles Spiel“, fasste Dogan das Geschehen zusammen.

Durch die Niederlage in Braunschweig weist Atlas nun eine komplett ausgeglichene Bilanz auf: Vier Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber, das Torverhältnis lautet 18:18. Kommende Woche empfängt die Hahn-Elf den BV Cloppenburg und will dann die Serie von vier Spielen ohne Sieg durchbrechen.

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