25. Januar 2018 / 10:30 Uhr

Eisschnelllauf bei den Olympischen Winterspielen 2018

Eisschnelllauf bei den Olympischen Winterspielen 2018

Redaktion Sportbuzzer
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Geht in Pyeonchang bereits in ihre sechsten Olympischen Spiele: Die fünffache Goldmedaillen-Gewinnerin Claudia Pechstein.
Geht in Pyeonchang bereits in ihre sechsten Olympischen Spiele: Die fünffache Goldmedaillen-Gewinnerin Claudia Pechstein. © dpa
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Die Fans des Eisschnelllaufs dürfen sich 2018 auf einige packende Rennen auf dem Eis in Pyeongchang freuen. Bereits seit 1924 zählt die Sportart zum olympischen Programm und nachdem Frauen bei den Winterspielen von 1932 lediglich im Rahmen eines Demonstrationswettbewerbes teilnehmen durften, messen sie sich seit 1960 auch in gewerteten Wettkämpfen gegeneinander.

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Wo findet Eisschnelllauf statt? Die Wettkampfstätte in Gangneung ​

Die Wettbewerbe im Eisschnelllauf werden fast immer in den Abendstunden im Gangneung Oval stattfinden. Das Stadion befindet sich im Gangneung Coastel Cluster, einem Eissportzentrum in der Küstenstadt Gangneung, und beherbergt bis zu 8.000 Zuschauer. Der fast 100 Millionen Euro teure Neubau wird während der Spiele ausschließlich von den Eisschnellläufern genutzt.

Die führenden Nationen im Eisschnelllauf

Die historische Gesamtwertung im Eisschnelllauf führen die Niederlande mit einem souveränen Vorsprung an. Die deutschen Nachbarn holten bereits insgesamt 105 Medaillen, davon 35 Mal Gold. Größter Verfolger sind die USA mit 29 Goldmedaillen. In jüngster Zeit hat allerdings auch das Austragungsland Südkorea nachgeholt. Mit Lee Sang-hwa tritt für die Nation eine Eisschnellläuferin an, die bei den beiden letzten Winterspielen von 2010 und 2014 jeweils Gold auf 500 Metern erringen konnte.

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Was ist Eisschnelllauf? Ablauf eines Rennens, Technik und Eisbahn

Beim Eisschnelllauf duellieren sich die Läufer auf einer ovalen Eisbahn. Ziel ist es, möglichst schnell eine bestimmte Strecke zurückzulegen. Eine Bahn ist dabei etwa 400 Meter lang und vier bis fünf Meter breit. Die Geraden haben im Schnitt eine Länge von etwa 100 Metern.

Es treten bei Einzelrennen stets zwei Läufer gleichzeitig an, denen beim Start jeweils eine Bahn zugewiesen wird. Da auf der Innenbahn jedoch nur eine wesentliche kürzere Strecke zurückgelegt werden muss, findet nach jeder Runde ein Wechsel der Bahnen statt.

Die Technik und Geschwindigkeiten der Eisschnellläufer

Die Athleten beim Eisschnelllauf stoßen sich abwechselnd mit einem Bein ab, um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Dabei müssen sie für ein möglichst kräftiges Abstoßen tief in die Hocke gehen.

Durch diese Technik erreichen die Sportler teils rasante Geschwindigkeiten. Topathleten kommen auf eine maximale Geschwindigkeit von etwa 60 km/h. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit wird auf der 1.000-Meter-Strecke erreicht und liegt bei etwa 50 km/h.

Die Disziplinen im Eisschnelllauf

Hauptsächlich treten die Läufer in Einzelrennen an. Dabei werden für die Damen Rennen über 500, 1.000, 1.500, 3.000 und 5.000 Meter veranstaltet, während Männer zu Läufen über eine Distanz von 500, 1.000, 1.500, 5.000 und 10.000 Meter antreten.

Als Besonderheit werden bei den Olympischen Winterspielen zudem jeweils für die beiden Geschlechter getrennte Wettbewerbe im Massenstart und in der Teamverfolgung angeboten. Beim Massenstart tritt eine Vielzahl von Läufern gleichzeitig an, denen nach ihrer Vorplatzierung ein Platz zugeteilt wird.

Bei der Teamverfolgung hingegen treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die jeweils über drei Läufer verfügen. Während die Herren-Mannschaften insgesamt acht Runden zurücklegen müssen, sind es bei den Damen nur sechs. Die Teammitglieder wechseln sich während des Wettkampfes ab. Dabei werden die ablösenden Läufer meist von ihren Kameraden ein Stück mitgezogen oder angeschoben, um eine möglichst schnelle Beschleunigung zu gewährleisten.

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Die Ausrüstung der Eisschnellläufer

Anders als Eiskunstläufer verfügen die Schlittschuhe der Athleten über lange und gerade Kufen. Dabei werden Kufen von bis zu 45 Zentimetern an die Schuhe angebracht, die möglichst dünn sind. Nach einigen Rennen müssen die schmalen Metallstäbe erneut geschleift werden, um einen möglichst geringen Widerstand auf dem Eis zu gewährleisten.

Neben den Schlittschuhen legen die Sportler zudem großen Wert auf die richtige Bekleidung. Während bei den ersten Rennen auf dem Eis, die noch auf Natureisbahnen stattfanden, ein großes Augenmerk auf der Winterfestigkeit lag, wird heute auf Aerodynamik und Muskelkompression geachtet. 1974 wurde der erste eng anliegende Anzug entwickelt, der zu Beginn noch belächelt wurde. Heute zählen solche Anzüge zu der Standardausrüstung eines jeden Eisschnellläufers.

Die Geschichte des Eisschnelllaufens

Bereits 1763 wurde das erste bis heute überlieferte Rennen auf Schlittschuhen ausgetragen. Damals traten in England zwei Adelige in einem Duell um ein Preisgeld an. Wenig später erfreute sich auch in den Niederlanden der Eisschnelllauf immer größer werdender Beliebtheit. Anders als in England gingen in Friesland vermehrt einfache Bürger der Beschäftigung nach und Geschäftsmänner nutzen die Rennen, um mit Wetten auf den Ausgang Gewinne zu machen.

Die ersten Verbände gründete man schließlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. 1882 wurde zur Geburtsstunde des Niederländischen Eislaufverbandes. Nur sechs Jahre später zog Deutschland mit dem Nationalen Eislauf Verband nach. 1892 entschloss man sich dann im niederländischen Scheveningen zur Gründung eines internationalen Dachverbandes.

Doch nicht nur im Hinblick auf die Verbandsstrukturen erlebte der Eisschnelllauf einige gewichtige Änderungen, auch die Wettkampfstätten entwickelten sich weiter. Während zunächst noch auf Natureisbahnen dem Sport nachgegangen wurde, legte man 1959 in Göteborg die erste offene Kunsteisbahn an. Erst 1984 folgte mit der Zetra-Halle in Sarajewo, die für damalige Verhältnisse futuristisch war und 12.000 Zuschauer fasste, die erste überdachte Kunsteislaufbahn.

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