28. Mai 2017 / 16:30 Uhr

England feiert Per Mertesacker: "Das Spiel seines Lebens"

England feiert Per Mertesacker: "Das Spiel seines Lebens"

Sönke Gorgos
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Arsenals Kapitän Per Mertesacker stolz mit dem FA Cup - und beim Wetthüpfen mit Teamkollege Theo Walcott.
Arsenals Kapitän Per Mertesacker stolz mit dem FA Cup - und beim Wetthüpfen mit Teamkollege Theo Walcott. © imago
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Der "Big F*cking German" ist beim FC Arsenal auf die große Fußballbühne zurückgekehrt - mit einem Gala-Comeback beim FA-Cup-Finalsieg gegen den FC Chelsea.

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Es war eine Riesen-Überraschung, doch der Coup von Arsène Wenger ging auf: Per Mertesacker avancierte beim FA-Cup-Sieg des FC Arsenal gegen den englischen Meister FC Chelsea zum Matchwinner. Es war das Startelf-Comeback des Kapitäns nach langer Verletzungspause und erst das zweite Pflichtspiel des Weltmeisters überhaupt in dieser Saison. Und Mertesacker, der von Arsenal-Fans liebevoll "Big F*cking German" oder "BFG" genannt wird, lieferte - mit einer sensationellen Abwehrleistung in einer notdürftig zusammengestellten Dreierkette mit Youngster Rob Holding und dem spanischen Außenverteidiger Nacho Monreal.

Nur einmal entwischte Chelseas Stürmerstar Diego Costa dem gebürtigen Hannoveraner - als er in der 77. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 schoss.Doch nur zwei Minuten später war Aaron Ramsey (79.) mit dem Siegtor zur Stelle. Alexis Sanchez hatte Arsenal schon nach fünf Minuten erstmals in Führung geschossen. Mertesacker spielte, als wäre er nie weg gewesen, als hätte es die Knieprobleme nie gegeben, die ihn fast das gesamte Jahr aus dem Kader der "Gunners" hielten. Der Routinier, der seinen Vertrag bis 2018 verlängerte und auf jeden Fall noch eine Saison in England spielen wird, gewann so in überzeugender Manier seinen zweiten FA Cup, eine der begehrtesten Trophäen im Klubfußball.

"Großartigstes Comeback eines Deutschen seit Bert Trautmann"

Die englische Presse feierte den 32-Jährigen nach dem Sieg im ausverkauften Wembley-Stadion wie einen Gott. "Return of the Mert" schrieb etwa die Daily Mail. "Per Mertesackers Leistung muss als das großartigste Comeback eines Deutschen im FA Cup gewertet werden, seit Bert Trautmann im Finale 1956 mit einem Genickbruch für Manchester City spielte." Ein größeres Lob gibt es eigentlich nicht.

Innig: Arsenals Manager Arsène Wenger und sein Kapitän Per Mertesacker.
Innig: Arsenals Manager Arsène Wenger und sein Kapitän Per Mertesacker. © imago
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Auch die Reporter der Sun stimmten eine Lobeshymne für den erfahrenen Ex-Nationalspieler an, der seine internationale Karriere nach dem WM-Titel 2014 beendet hatte. "Per Mertesacker spielte das Spiel seines Lebens. Der Big F*cking German hatte zuvor nur 37 Minuten in dieser Saison gespielt. Es war daher wenig überraschend, dass die Arsenal-Fans die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, als sie die Startaufstellung sahen. Aber der Routinier war absolut herausragend beim Ordnen einer ausgelaugten Arsenal-Defensive."

"Ich habe viel gelitten in dieser Saison"

Mertesackers Kaltstart kam überraschend, war aber notwendig geworden, weil Laurent Koscielny, Gabriel Paulista und Weltmeister-Kollege Shkodran Mustafi verletzungsbedingt ausgefallen waren. "Vor zwei Wochen war ich im Urlaub, ich habe nicht erwartet zu spielen. Ich bin einfach glücklich über das Vertrauen meiner Teamkollegen und meines Trainers, nachdem ich so lange außen vor war. Ich habe viel gelitten in dieser Saison, schließlich wollte ich auf dem Platz meinen Beitrag dazu leisten."

Von den Fans, die vorher noch skeptisch waren, wurde Mertesacker übrigens zum Man Of The Match gewählt. Die "Gunners" sind nach dem 13. Triumph FA-Cup-Rekordsieger, allein unter Manager Wenger holten die Londoner den Pokal sieben Mal. "Dieses war das Mertesacker-Finale", schrieb Arsenal-Legende Martin Keown nach dem Spiel auf arsenal.com. "Sie sollten diesen Cup nach Per Mertesacker benennen. Ich kann nicht glauben, was er für eine Leistung gezeigt hat. Der Druck auf ihn muss immens gewesen sein. Er war raus, er hat ein Spiel in dieser Saison gemacht (am letzten Spieltag gegen Everton, d. Red.). Er war unglaublich."

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