09. Oktober 2018 / 16:19 Uhr

Enrico Röver: "Ich habe das Karli zum Kochen gebracht"

Enrico Röver: "Ich habe das Karli zum Kochen gebracht"

Mirko Jablonowski
Hertha-Brasilianer Alex Alves (r.) lässt dem Babelsberger Torhüter Alexander Kunze in der 89. Minute keine Chance und erzielt das 2:1 für Hertha BSC. 
Hertha-Brasilianer Alex Alves (r.) lässt dem Babelsberger Torhüter Alexander Kunze in der 89. Minute keine Chance und erzielt das 2:1 für Hertha BSC.  © Bernd Settnik/dpa/Detlev Scheerbarth
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Bundesliga: Vor dem Testspiel von Hertha BSC beim SV Babelsberg 03 erinnert sich der Ex-Babelsberger Enrico Röver an das legendäre DFB-Pokalspiel der beiden Mannschaften von 2001.

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So warm wie am 25. August 2001 wird es nicht, Zuschauer werden ebenfalls deutlich weniger erwartet: Dennoch dürfen sich die Regionalliga-Fußballer des SV Babelsberg 03 am Donnerstag (17.30 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) mit Bundesligist Hertha BSC über einen attraktiven Testspielgegner freuen, mit dem man vor etwas mehr als 17 Jahren in der ersten Runde des DFB-Pokals (1:2) die Klingen kreuzte.

Karli zweimal ausverkauft

Enrico Röver zählte damals zu den Protagonisten im SVB-Team, das als frisch gebackener Aufsteiger auf einer Euphoriewelle schwamm. „Das war eine verrückte Zeit“ erinnert sich der heute 49-Jährige. Er und seine Teamkollegen stiegen in der Spielzeit 2000/01 überraschend in die zweite Liga auf und rangierten dort mit neun Punkten aus den ersten vier Saisonspielen auf dem dritten Tabellenplatz.

Dann folgte das Berlin-Brandenburg-Derby gegen die Alte Dame. „Da war das Karl-Liebknecht-Stadion innerhalb von einer Woche mit knapp 15 000 Zuschauern das zweite Mal ausverkauft“, weiß Röver. Sieben Tage vor dem Pokalduell setzten er und seine Teamkollegen sich nach einem 0:2-Rückstand 3:2 gegen Mitaufsteiger Union Berlin durch, strotzten gegen die Hertha vor Selbstvertrauen und gingen als Außenseiter früh in Führung – durch einen Treffer von Röver in Minute sieben.

Tunnel gegen Gabor Kiraly

„Da habe ich Kultkeeper Gabor Kiraly den Ball durch seine legendäre Jogginghose geschoben und das Karli mal kurz zum Kochen gebracht“, sagt der gebürtige Rostocker, der fünf Erstliga-Spiele für Hansa absolvierte und von 2000 bis 2006 am Babelsberger Park kickte, und schwelgt noch einmal in Erinnerungen. „Das war damals ein ganz enges Spiel. Wir waren mit unserer No-Name-Truppe und unserem offensiven Harakiri-Style unter Trainer Hermann Andreev natürlich klarer Außenseiter gegen eine Mannschaft, bei der vor allem die Brasilianer Marcelinho und Alex Alves aufgefallen sind“, so Röver, der inzwischen in Eiche wohnt und für die Ü-38-Mannschaft von Grün-Weiß Golm auf Torejagd geht.

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Die beiden Südamerikaner sicherten den Berlinern letztlich das Weiterkommen. Die Babelsberger hatten sich damals keineswegs versteckt, immer wieder den Weg nach vorn gesucht und die Gäste, die von 5000 Fans unterstützt wurden, vor arge Probleme gestellt.

Abstieg in die 3. Liga

Obwohl am Ende der Saison der Abstieg in die dritte Liga in der Statistik stand, erinnert sich Röver gerne an die damalige Zeit zurück. „Nach den ersten Siegen hatte Präsident Detlef Kaminski in der Kabine schon von der Bundesliga geträumt und Überlegungen angestellt, wie das Stadion schnellstmöglich umgebaut werden kann. Uns Spielern war aber klar, dass es für uns nur gegen den Abstieg geht“, so Röver, der aktuell vor allem noch zu Mannschaftsbetreuer Marcus „Pepe“ Petsch und Björn Laars Kontakt hat.

Am Donnerstagabend, wenn 4000 Zuschauer (darunter 600 Gästefans) erwartet werden, wird er nicht im Stadion sein. Der Linksfuß verfolgt den Weg seines Ex-Vereins dennoch genau und wird sich zeitnah über das Testspielergebnis informieren – und dabei vielleicht noch ein wenig in Erinnerung schwelgen.

Björn Laars und Almedin Civa in der Startelf

Die Babelsberger gingen am 25. August 2001 mit großem Selbstvertrauen in die Partie gegen Bundesligist Hertha BSC. Der Zweitliga-Aufsteiger gewann drei seiner ersten vier Saisonspiele und lag vor dem DFB-Pokalduell mit dem Hauptstadtclub auf einem sensationellen dritten Tabellenplatz. In der SVB-Startelf gegen Hertha standen unter anderem der heutige Cheftrainer und Sportdirektor des Regionalliga-Teams Almedin Civa sowie Geschäftsstellenleiter Björn Laars.

Babelsberg 03: Kunze – Laars, Miftari, Härtel – Chalaskiewicz, Gatti, Civa (66. Boban), Lorenz, Röver – Milovanovic, kampf (56. Laaser). Reservebank: Heinrichs, Henning, Thomas Möller, Martin Neumann, Slezak. Trainer: Hermann Andreev. 

Hertha BSC: Kiraly – Maas (46. Schmidt) – Konstantinidis, Sverrisson – Rehmer (73. Simunic), Dardai, Goor – Deisler – Alves (90. Tretschok), Preetz, Marcelinho. Reservebank: Fiedler, Lapaczinski, Marx. Trainer: Jürgen Röber. 

Tore: 1:0 Enrico Röver (7.), 1:1 Marcelinho (55.), 1:2 Alex Alves (89.). 

Gelbe Karten: Marco Laaser, Jens Härtel (beide Babelsberg 03), Alex Alves, Konstantinos Konstantinidis (beide Hertha BSC). Zuschauer: 14 700 (ausverkauft).

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