30. Januar 2019 / 08:46 Uhr

"Er kann Spieler mitreißen": Ex-HSV-Keeper Frank Rost über 96-Trainer Thomas Doll

"Er kann Spieler mitreißen": Ex-HSV-Keeper Frank Rost über 96-Trainer Thomas Doll

Dirk Tietenberg
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Frank Rost wechselte 2007 von Schalke 04 zum Hamburger SV - auf Wunsch des damaligen HSV-Trainers Thomas Doll.
Frank Rost wechselte 2007 von Schalke 04 zum Hamburger SV - auf Wunsch des damaligen HSV-Trainers Thomas Doll. © imago/Baering
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Thomas Doll verpflichtete als HSV-Trainer im Jahr 2007 Frank Rost von Schalke 04. Obwohl die Zusammenarbeit nur von kurzer Dauer war, so erinnert sich der 45-Jährige an einen Trainer, der seine Spieler zu packen wusste. Doll müsse nun einen Lauf mit Hannover 96 starten. 

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Frank Rost (45) war im Januar 2007 der Wunschtorwart des damaligen Hamburger Trainers Thomas Doll. Rost kam von Schalke, wo Mirko Slomka den jungen Manuel Neuer zur Nummer eins gemacht hatte. Bei Doll in Hamburg war Rost gesetzt, aber der Torhüter hatte nur zwei Spieltage das Vergnügen, unter ihm zu spielen. Nach zwei 1:1-Unentschieden gegen Bielefeld und Cottbus war nach fünf Jahren als HSV-Trainer (ab 2004 bei den Profis) Schluss für Doll. „Wir hatten gar nicht oft verloren, es waren einfach zu viele Unentschieden dabei. Pech kam noch dazu, und auch die Doppelbelastung mit der Champions League hat die Mannschaft nicht verkraftet“, erklärt Rost. Der Torwart erinnert sich allerdings an einen Trainer, der die Spieler zu packen wusste.

Das 96-Training vom 29. Januar 2019


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"Bisher war bei 96 auf dem Platz ja nicht so viel los"

„Er kann die Spieler definitiv mitreißen. Er ist im Kopf sehr jung geblieben und kann, denke ich, einen guten Draht zu den jungen Leuten finden“, erklärt Rost. Dolls Art sei nicht „von oben herab oder oberlehrerhaft, er hat immer mal einen lockeren Spruch drauf, und trotzdem ist bei ihm der Respekt da.“ Der Fußball-Experte Rost ist dennoch skeptisch, ob Hannover 96 nach bisher elf Punkten noch die Kurve kriegt. „Um drin zu bleiben, muss Hannover ungefähr 25 Punkte holen, das wird nicht so einfach. Bisher war bei 96 auf dem Platz ja nicht so viel los.“ Doll müsse mit 96 „einen Lauf“ starten.

Beim Hamburger SV hatten sich Fans und die Mannschaft kurz vor der Entlassung für Doll und seinen Verbleib stark gemacht. „Die Spieler haben sich klar hinter Dolli gestellt, aber letztendlich musst du es auf dem Platz rüberbringen. Es sollte einfach nicht sein, und so viel schiefgelaufen ist beim HSV unter Doll ja nicht, er hat einfach nicht genügend Spiele gewonnen. Das war eine ganz andere Situation als jetzt in Hannover.“

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Verfrühte Urteile aus Sozialen Netzwerken kann Rost "nicht nachvollziehen"

Die frühen – oft negativen – Urteile nach dem Amtsantritt von Doll in den sozialen Netzwerken „kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Rost. Der ehemalige Torwart bewertet seinen früheren Trainer nach seiner Kompetenz. „Die Kompetenz ergibt sich doch von selbst, er hat über zwei Drittel seines Lebens mit Profifußball verbracht. Fachkompetenz abzusprechen, halte ich für völlig fehl am Platz. Er ist ja nicht derselbe wie vor zehn Jahren beim HSV. Jeder Mensch nimmt eine Entwicklung, genauso hat er sich weiterentwickelt.“

Er sei ein exzellenter Fußballer gewesen, das Fußballspielen stehe bei ihm im Vordergrund, „aber man wird nicht drumherumkommen, kompakt zu stehen und wenig Tore reinzubekommen. Hurrafußball zu spielen, das wird nicht funktionieren.“ Immerhin gibt Rost 96 mit Doll noch eine Restchance. „Sagen wir so: Es ist nicht aussichtslos.“

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