Gedenkmarsch für Etwa 2000 Fans marschieren am 22. Oktober 2016 in Magdeburg vor dem Beginn des Drittligaspiels 1. FC Magdeburg - Chemnitzer FC hinter einem Transparent mit der Aufschrift «Ruhe in Frieden, Hannes» vom Hauptbahnhof in Richtung Stadion. © dpa
Gedenkmarsch für

Ermittlungen zum tödlichen Zug-Sturz eines Magdeburger Fans eingestellt

Polizei und Staatsanwaltschaft stufen den Tod von "Hannes" als Unfall ein.

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Magdeburg. Der tödliche Sturz des Magdeburger Fußball-Fans „Hannes“ aus der Regionalbahn war ein trauriger Unfall und keine Gewalttat. Davon gehen Polizei und Staatsanwaltschaft aus. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Magdeburg mit. Damit ist aus Sicht der Behörde der Verdacht ausgeräumt, dass der 25 Jahre alte Fan des 1. FC Magdeburg (FCM) in dem Regionalzug von Anhängern des gegnerischen Halleschen FC (HFC) bedroht oder gar aus dem Zug gedrängt worden sein könnte. Dieser Vorwurf hatte nach dem Vorfall im Raum gestanden und zu heftigen Diskussionen über Fan-Gewalt geführt.

Der 25-Jährige war in der Nacht zum 2. Oktober mit FCM-Fankleidung und drei Begleitern in Haldensleben in den Regionalzug von Wolfsburg nach Magdeburg gestiegen. Dort traf er auf eine Gruppe HFC-Anhänger. Seit Jahren besteht zwischen beiden Clubs eine Fan-Feindschaft. Eine tätliche Auseinandersetzung zwischen dem 25-Jährigen und den HFC-Fans habe es jedoch nicht gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft zum Abschluss der Ermittlungen mit. 

Offenbar habe die Kulisse den FCM-Anhänger dazu veranlasst, die Tür des anfahrenden Zugs selbst zu öffnen und herauszuspringen. Bei seinem Sturz zog sich der Mann schwere Kopfverletzungen zu, denen er einige Tage später im Krankenhaus erlag. Der Vorfall hatte Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der FCM bestritt eine Drittligapartie mit Trauerflor. Die Polizei rief die nach dem Toten benannte Ermittlungsgruppe „Hannes“ ins Leben, befragte monatelang Zeugen und wertete Hinweise aus. Ein in Auftrag gegebenes Gutachten hatte schon vor einigen Monaten ergeben, dass der 25-Jährige die Zugtür selbst geöffnet hatte. Ein technisches Versagen war ausgeschlossen worden. 

Die Unfallnacht beschäftigt allerdings weiterhin die Ermittler. Es habe sich der Verdacht gegen einen Tatverdächtigen erhärtet, einen anderen Fahrgast im Zug geschlagen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In diesem Fall liefen die Ermittlungen weiter. Details wollte ein Behördensprecher mit Blick auf das laufende Verfahren zunächst nicht nennen.

Franziska Höhnl

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