10. August 2018 / 22:53 Uhr

Zwangseinweisung - Polizei bestätigt: Jan Ullrich in der Psychiatrie

Zwangseinweisung - Polizei bestätigt: Jan Ullrich in der Psychiatrie

Redaktion Sportbuzzer
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Jan Ullrich ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Nachdem Bekannte ihn in dieser S-Klasse in eine Entzugsklinik bringen wollten, rastete der Tour-Sieger von 1997 aus.
Jan Ullrich ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Nachdem Bekannte ihn in dieser S-Klasse in eine Entzugsklinik bringen wollten, rastete der Tour-Sieger von 1997 aus. © dpa
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Der frühere Tour-Held Jan Ullrich ist am Tiefpunkt angekommen. Nachdem der Ex-Radsportler sich widersetzte, als Freunde ihn in eine Entzugsklinik bringen wollten, ordneten Beamte die Einweisung in eine Psychiatrie an.

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Irre Wendung im Fall Jan Ullrich: Nachdem es zunächst hieß, der frühere Spitzen-Radsportler werde nach seinem üblen Ausraster und dem Angriff auf eine Prostituierte auf freien Fuß gesetzt, wurde der offenbar drogen- und alkoholabhängige 44-Jährige nach Informationen von RTL und der Bild nun nach einem erneuten Eklat auf dem Gelände des Polizeipräsidiums in eine Psychiatrie in Frankfurt am Main verbracht.

Körperlicher Zustand ließ keine andere Entscheidung zu

Laut FAZ wurde die Zwangseinweisung des Ex-Radprofis inzwischen offiziell bestätigt. Dem Bericht zufolge erklärte eine Polizeisprecherin in Frankfurt, dass den Beamten aufgrund des körperlichen Zustands von Jan Ullrich nichts anderes übrig geblieben war, als diesen Schritt zu gehen. Der ehemalige Profisportler wurde demnach mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Zuvor war eine S-Klasse vorgefahren und sollte Ullrich, der wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, in eine Entzugsklinik bringen. Doch der Sieger der Tour de France von 1997, der in den vergangenen Tagen mit Alkohol-, Drogen- und Gewaltexzessen wiederholt für Schlagzeilen gesorgt hatte, widersetzte sich. Wie die Bild angibt, sei er vor dem Einstieg in den schwarzen Mercedes "durchgedreht"; daraufhin entschieden die Beamten, Ullrich in eine Psychiatrie zu bringen - mit polizeilicher Begleitung!

Thurau: "Ulle weiß nicht mehr, was er macht"

Im Kölner Express meldete sich zuvor Rad-Legende Dietrich Thurau zu Wort und forderte genau das. „Meines Erachtens hilft nur eins: Ulle muss sofort in eine geschlossene Anstalt, damit er nicht mehr frei draußen rumläuft. Der ist so unter Strom, der weiß gar nicht mehr, was er macht, glaube ich“, sagte Thurau.

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Der 63-jährige Tour-Held der 1970er war lange Nachbar Ullrichs und sorgt sich um den Sieger der Tour de France 1997. „Der hat sich völlig fallenlassen und ist total in die verkehrten Kreise reingerutscht. Der hat mit Prostituierten und Zuhältern zu tun, die ihm das Kokain besorgen. Wenn der in eine normale Klinik geht, dann geht das immer so weiter. Von selbst packt der das nicht mehr. Der hat gar keinen Ehrgeiz dazu.“ Deshalb fordert Thurau: "Man darf ihn nicht fallen lassen, sonst ist es ganz aus."

Prostituierte in Luxushotel misshandelt

Ullrich sollte nach seiner Festnahme wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Escort-Dame die Polizei ursprünglich als freier Mann wieder verlassen. Die Voraussetzungen für eine Inhaftierung lägen nicht vor, teilten die Frankfurter Polizei und die Staatsanwaltschaft mit.

Oberstaatsanwältin: Ullrich 'momentan nicht vernehmungsfähig'

Wie die Frankfurter Polizei dem SPORTBUZZER bestätigte, wurde der 44-Jährige am Freitagmorgen um 6 Uhr festgenommen. Ullrich hatte in einem Hotel eine Prostituierte misshandelt, nun wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Bei der Festnahme sei Ullrich "alkoholisiert" gewesen und "stand unter Drogen", wie eine Polizeisprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem auch der SPORTBUZZER gehört, erklärte.

Ein Vertrauter von Ullrich mahnte die Polizei in der Bild, den früheren Tour-de-France-Sieger in Untersuchungshaft zu nehmen. Nur so könne man dem früheren Radsportler helfen: "Wenn Jan weiter Amphetamine nimmt, bringt er bald jemanden um und ist zeitnah selbst tot.“

Widerstand bei der Festnahme

Der ehemalige Radprofi habe bei seiner Festnahme mutmaßlich unter Alkohol- sowie Drogeneinfluss gestanden und deswegen nicht gleich vernommen werden können, sagte eine Polizeisprecherin. Bei seiner Festnahme habe er auch Widerstand geleistet. Nachdem sich sein Zustand verbessert hatte, habe er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

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