15. Februar 2018 / 14:41 Uhr

Erster deutscher Champion in der WWE: NXT-Star Alexander Wolfe exklusiv im Interview

Erster deutscher Champion in der WWE: NXT-Star Alexander Wolfe exklusiv im Interview

André Batistic
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Axel Tischer alias Alexander Wolfe ist der erste deutsche Champion in der langen ruhmreichen Geschichte der größten US-Wrestling-Liga WWE. Wir haben den Dresdner exklusiv im Interview.
Axel Tischer alias Alexander Wolfe ist der erste deutsche Champion in der langen ruhmreichen Geschichte der größten US-Wrestling-Liga WWE. Wir haben den Dresdner exklusiv im Interview. © WWE
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Er hat deutsche Wrestling-Geschichte in der WWE geschrieben. Der Dresdner Axel Tischer tritt unter dem Ringnamen Alexander Wolfe in der WWE-Nachwuchsliga NXT an. Im August 2017 hat er als erster Deutscher einen Titel in der WWE gewonnen. Tischer im SPORTBUZZER-Interview über sein hartes Training, seine Idole, seine Zukunft und sein Debüt in Deutschland im Mai.

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Hulk Hogan, The Rock, The Undertaker, John Cena, „Stone Cold“ Steve Austin: All diese Wrestling-Legenden haben in der größten Wrestling-Liga der Welt, WWE, eines gemeinsam – im Laufe ihrer Karrieren haben sie mindestens einmal den Tag-Team-Titel gewonnen. Seit August 2017 zählt erstmals ein Deutscher zu dieser erlesenen Riege: Axel Tischer. Mit seinem Wrestling-Team „SAnitY“ sicherte er sich als erster Deutscher überhaupt in der WWE einen Championship-Titel: Die NXT-Tag-Team-Championship.

Der erste deutsche Champion in der WWE: Alexander Wolfe

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Seit 2015 tritt der heute 31 Jahre alte Tischer unter dem Ringnamen Alexander Wolfe in der WWE-Nachwuchsliga NXT an. Der Dresdner, der im Alter von 13 Jahren mit dem Wrestling-Training begann und bis 2015 in der deutschen Independentszene antrat, lebt nun seinen Traum in den USA. Im Mai kehrt er erstmals als WWE-Star nach Deutschland zurück. Er wird Teil der SmackDown-Live-Tour sein, die am 20. Mai in München haltmacht. Der Gegner seiner Deutschland-Premiere wird der NXT-Breakout-Star des Jahres, Aleister Black, sein.

Im exklusiven Interview mit dem SPORTBUZZER erfahren wir mehr über den Deutschen Koloss (1,85 Meter groß, 111 Kilo schwer), der in der WWE Geschichte geschrieben hat: Sein Training, seine Idole, seine Ziele!

Du bist jetzt mittlerweile drei Jahre in den USA bei der WWE-Nachwuchsliga NXT. Wie hast du dich eingelebt?

Sehr gut. Ich wohne in Orlando mit meiner Frau. Hier ist auch das Performance-Center der WWE. Wir haben hier die Gelegenheit, zu trainieren. Hier bereiten wir uns auf die nächsten Events vor. Mit allen Kollegen komme ich super aus.

Wie sieht dein Tag im Performance-Center aus?

Heute ist zum Beispiel so ein typischer Performance-Center-Tag für mich. Ich werde gleich ins Center fahren. Da habe ich dann erst mal zwei Stunden Theorieunterricht zusammen mit Shawn Michaels (Wrestling-Legende im Ruhestand, vierfacher World-Champion und Hall of Famer in der WWE; d. Red.). Mit ihm schauen wir uns Wrestling-Matches von vergangenen Events an und reden dann darüber. Dann geht es für anderthalb Stunden ins Gym. Hier halten wir uns fit, arbeiten an unseren Stärken und Schwächen und bauen unsere Körper auf. Dann geht es wieder nach Hause.

Tischer: „Deutschland ist momentan heiß auf Wrestling“

Wrestling-Training mit Shawn Michaels: Du lebst deinen Traum, oder?

Natürlich. Man hat die Gelegenheit, seine Idole von heute und damals zu treffen. Das ist ein Riesending. Ich bin in den 90ern auf das Wrestling gestoßen, und da waren dann solche Männer wie Shawn Michaels dabei. Er arbeitet mit allen einzeln zusammen, um sie besser zu machen. Das ist unbezahlbar.

Mit dem Österreicher Fabian Aichner und dem Deutschen Axel-Dieter Jr. (tritt in der WWE als Marcel Barthel an; d. Red.) sind neben dir noch zwei weitere deutschsprachige Wrestler bei der WWE angestellt. Merkst du, dass Wrestling in Deutschland wieder im Kommen ist?

Ja, auf jeden Fall. Deutschland war schon immer ein Wrestling-Land. Nur hat man es nie so richtig mitbekommen, weil es in Deutschland immer eine Randsportgruppe war. Jetzt, mit drei deutschsprachigen Talenten bei WWE NXT, ist auch mitzubekommen, dass der deutsche Markt boomt. Axel Dieter Jr. war schon vor der WWE einer meiner besten Wrestling-Freunde. Fabian Aichner hatte ich vorher noch nicht getroffen, er ist aber megasympathisch und -talentiert. Deutschland ist momentan heiß auf Wrestling, und ich denke, deswegen kommen auch solche Sachen zustande, dass ich in München am 20. Mai für die WWE in den Ring steigen darf.

Hier Bilder vom Match bei NXT TakeOver: Brooklyn III gegen The Authors of Pain vom 19. August. dem Match, in dem Wolfe seinen ersten Titel in der WWE gewonnen hat.

„Deutschland ist definitiv ein Land, das die Beachtung bekommen sollte, die es aktuell bekommt, was die WWE betrifft“

Es wird dein Deutschland-Debüt sein. Und du bist der erste Deutsche, der in der WWE einen Titel gewonnen hat (den Tag-Team-Titel mit seiner Faction „SAnitY“ bei NXT; d. Red.). Was war das für ein Gefühl?

Ganz ehrlich: Ich hab das gar nicht so auf dem Schirm gehabt. Ich habe den Titel gewonnen und mich komisch gefühlt. Man realisiert es am Anfang nicht, weil man noch so im Arbeitsmodus ist. Dann hat man mal kurz eine Phase, in der man sich mega drüber freut. Und dann kommt man runter. Natürlich will ich noch mehr Erfolge feiern. Im besten Falle mit „SAnitY“ zusammen. Es war aber schon eine große Ehre, als ich dann mitbekommen hatte, dass ich der erste deutsche Champion bin. Deutschland ist definitiv ein Land, das die Beachtung bekommen sollte, die es aktuell bekommt, was die WWE betrifft. Es gibt so viele gute Wrestling-Fans in Deutschland. Ich freue mich riesig darauf, mich den heimischen Fans zu präsentieren.

Wie geht es dir eigentlich aktuell? Deine Verletzung bei der NXT-Veranstaltung „War Games“ im November sah übel aus…

Mir geht’s super. Es ist alles verheilt. Ich habe eine schöne Narbe auf dem Kopf. Mein persönliches Andenken an „War Games“. Ich bin jetzt wieder aktiv im Ring.

Wann steigt Wolfe in die Hauptshows Raw oder SmackDown Live auf?

Viele Menschen nehmen Wrestling nicht ernst und sagen, es sei doch eh nur Show und choreografiert. Jetzt nach deiner Verletzung: Was sagst du diesen Leuten?

Bei der WWE sind wir Sportunterhalter. Alles, was man im Ring sieht, ist echt. Man fällt echt, man wirft seinen Gegner auch echt. Viele sagen, das ist Fake, viele wissen aber auch nicht, wie hart das wirklich ist. Aber jeder darf natürlich seine Meinung äußern. Ich kann nur jedem raten, der darauf beharrt, dass alles Show und Fake ist, selbst mal mit Wrestling anzufangen. Man muss sich schon ganz schön den Allerwertesten aufreißen, um ganz weit nach vorn zu kommen. Wir sind Schauspieler, Stuntmen und professionelle Athleten. Wir sind Komplettpakete.

Was würdest du sagen: Ist Wrestling härter als Fußball oder Boxen?

Jede Sportart ist für sich hart. Du kannst nicht sagen: „Das eine ist besser oder das andere ist härter.“ Jeder Sportler verdient seine Anerkennung. Ich habe selbst eine Zeit lang geboxt und andere Kampfsportarten ausgeführt. Ich habe auch Fußball gespielt. Ein Fußballer ist zum Beispiel sehr ausdauernd, was Laufen betrifft. Im Ring wiederum wird er seine Grenzen sehen, wenn er halt Wrestling ausprobiert, und genauso andersherum.

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Die WWE-Tour im Mai ist Teil der SmackDown-Tour. Wann sehen wir dich in den großen WWE-Shows bei Raw oder SmackDown Live?

Das Ziel ist es auf jeden Fall. Wann es was wird, kann ich selbst nicht sagen, weil ich es leider nicht weiß. Das steht alles noch in den Sternen. Aber es ist spannend momentan, weil wir uns auf das WrestleMania-Wochenende zubewegen. Auch wir von NXT werden eine Show an dem Wochenende in New Orleans haben. WrestleMania macht gerade alles etwas magisch. Es würde sich einiges anbieten. Wann es für „SAnitY“ eine Möglichkeit gibt, aufzusteigen, weiß ich aber noch nicht.

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