Godshorns Trainer Tan Türkyilmaz. Gibt künftig nicht mehr den Ton an beim TSV Godshorn: Tan Türkyilmaz. © Chris Hanke
Godshorns Trainer Tan Türkyilmaz.

"Es ging zu wenig um Fußball": Deshalb trennen sich Tan Türkyilmaz und der TSV Godshorn

Sechseinhalb Jahre war Tan Türkyilmaz beim TSV Godshorn, eineinhalb davon als Trainer der ersten Herren. Im Sommer feierte er den Aufstieg in die Landesliga. Doch jetzt ist Schluss. Das Verhältnis zwischen Spielern und Trainer stimmte nicht mehr. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

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Gerade einmal sieben Monate liegt die Aufstiegsfeier des TSV Godshorn zurück. Von den Bierduschen wurde auch Trainer Tan Türk¬yilmaz seinerzeit nicht verschont – und damit der Mann, dem es gleich in seinem ersten Jahr als Verantwortlicher der TSV-Männer-Erstvertretung gelungen war, den Club in die Landesliga zu führen.

Diese Erfolgsgeschichte hat nun ihr Ende gefunden. Ein jähes? Da gehen die Meinungen auseinander. „Die Dinge haben sich rasant entwickelt“, sagt Spartenleiter Wolfgang Krause einerseits. „Schon in den letzten zwei Monaten haben wir uns gequält“, gibt dagegen Türkyilmaz zu – und ergänzt: „Die Mannschaft und ich. Doch ich habe versucht, im Kopf dagegen anzukämpfen.“

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Vielleicht liegt hier schon das erste Problem – dass nicht alle im Club ausreichend über das informiert wurden, was im Verhältnis zwischen Spielern und Coach gärte. „Wenn man gewisse Dinge nicht rechtzeitig erfährt, wird es schwer“, sagt Krause. Auf diese „Dreiecksbeziehung“ zwischen Trainer, Team und Vorstand müsse künftig größeres Augenmerk gelegt werden.

Der TSV Godshorn und Türkyilmaz gehen nach sechseinhalb gemeinsamen Jahren getrennte Wege. „Einvernehmlich“, wie es in der Presseerklärung des Vereins heißt. Krause bestätigt: „Eine Erkenntnis von beiden Seiten“, sagt er. „Ein gemeinsamer Entschluss“, so bezeichnet es auch Türkyilmaz.

„Es waren keine sportlichen Gründe, die zu der [...] Trennung geführt haben“, steht in der Erklärung. Sondern? „Letztendlich ging es zu wenig um Fußball“, berichtet der Ex-Trainer. Ein Teil der Akteure habe seinen „Unmut auf andere Spieler projiziert. Es gab zu viele Baustellen, die ich nicht schließen konnte“, sagt Türkyilmaz. Denselben Begriff verwendet auch Krause. „Baustellen“, deren Abarbeitung nun zu dieser „Entladung“ geführt habe.

Geblendet von der Leichtigkeit des Aufstiegs

Aus den Worten von Türkyilmaz wird deutlich, dass er nicht immer mit der Einstellung jedes Einzelnen zufrieden war. „Ein Teil der Spieler hatte eine andere Philosophie“, sagt er. „Ich wäre auch gerne bereit gewesen, über das eine oder andere hinwegzusehen, doch ich habe irgendwann gemerkt, dass die Sache gelaufen war und ich als Trainer nicht mehr gesund arbeiten konnte.“ Auch Krause hätte die Trennung am liebsten vermieden. „Wir hätten es gerne gekittet“, sagt er. Allein – es ging nicht mehr. Künftig stünden die Spieler in der Pflicht, eher und klarer zu kommunizieren. Die grandiose Saison in der Bezirksliga hatte sicher ihren Anteil an der Entwicklung. „Wir als Verein hätten uns nicht blenden lassen dürfen von der Leichtigkeit, mit der wir aufgestiegen sind“, sagt Türkyilmaz und bezieht sich ausdrücklich mit ein.

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Eine Idee, wer künftig die Geschicke des TSV leiten könnte, hat Krause nicht. „Namen stehen noch keine auf dem Zettel. Einen Feuerwehrmann suchen wir aber definitiv nicht.“ Türkyilmaz dagegen steht offenbar schon in so manchem Notizbuch. Neben früheren Weggefährten, die sich bei ihm gemeldet hätten, hätte es schon lose Anfragen gegeben. „Das bestätigt die Arbeit, die man geleistet hat“, sagt er.

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