09. Februar 2018 / 13:19 Uhr

"Es macht keinen Sinn, die Spiele immer noch so nah an Weihnachten zu legen"

"Es macht keinen Sinn, die Spiele immer noch so nah an Weihnachten zu legen"

Thomas Müller
 „Wir müssen im Kampf gegen den Abstieg noch punkten – wo, ist uns dabei egal“, sagt TuSG-Coach Julian Geils vor der Partie in Hagen.
Plädiert für eine längere Winterpause: Ritterhude-Coach Julian Geils. © Hans-Henning Hasselberg
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Regelmäßiger Trainingsbetrieb, verlässlich planbare Test- und Punktspiele – davon können die hiesigen Fußballteams seit Wochen nur träumen. Logisch, dass das Thema derzeit heiß diskutiert wird in der Szene. Die Sportredaktion hat sich bei den Landes- und Bezirksligisten einmal umgehört und ein Stimmungsbild eingefangen.

Sasa Pinter (SV Blau-Weiß Bornreihe): Ich habe ja den Quervergleich zu Bremen mit seinen vielen Kunstrasenplätzen, die man außer bei Frost, dann wird‘s gefährlich, immer nutzen kann. Von einem Spielplan nach Kalenderjahr halte ich nichts. Deshalb müssen Vereine und Kommunen alles unternehmen, um mehr Kunstrasenplätze zu bauen. Die Diskussion muss man politisch führen und zwar jetzt. Was ich befürchte, ist eine Stadtflucht von Fußballern. In der Stadt finden sie die besseren Spiel- und Trainingsbedingungen. Wir brauchen neue Konzepte. Das Ganze ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Wir können es uns nicht leisten, die Vereinsstrukturen zu schwächen.

Julian Geils (TuSG Ritterhude): Es macht definitiv keinen Sinn, die Spiele immer noch so nah an Weihnachten zu legen, oder im Januar schon Spiele anzusetzen. Warum nicht im Dezember, Januar und Februar komplett Pause machen? Und dann fangen alle zeitgleich im März wieder an. Wenn dann Spiele ausfallen, gibt es doch immer noch genug Optionen an den Feiertagen oder unter der Woche. Aber dann wäre es immerhin planbar und deutlich gerechter. Grundsätzlich muss ich sagen: Ich finde die Sommerpause schon wichtig und bin meistens auch froh, wenn die Saison Ende Mai vorbei ist.

Carsten Werde (FC Hagen/Uthlede): Auf der einen Seite ist es natürlich absoluter Quatsch, Spiele im Dezember oder Januar anzusetzen. Auf der anderen Seite macht es meiner Meinung nach aber auch keinen Sinn, den kompletten Sommer durchzuspielen. Die Pause dort ist schon eminent wichtig. Vielleicht sollte man, da wo es geht, einfach auch mal im September oder Oktober schon mal eine englische Woche ansetzen, um so etwas Luft zu gewinnen.

Marco Meyer (SV Komet Pennigbüttel): Momentan wäre ich dafür, erst einmal die aktuelle Saison pauschal um zwei Wochen zu verlängern, das würde viel Druck vom Kessel nehmen. In einem Verein wie Pennigbüttel gibt es so viele Teams, ich weiß gar nicht wie das nach hinten raus alles gehen soll. Außerdem: Warum muss man vier Wochen vor der WM aufhören zu spielen, das habe ich noch nie verstanden. Insgesamt denke ich da aber schon traditionell. Komplett eine Saison im Kalenderjahr zu spielen, das halte ich nicht für realisierbar.

Eric Schürhaus (FC Hambergen): Eine Spielplan-Umstellung auf Kalenderjahr finde ich absurd. Die Jungs müssen ja auch mal Urlaub machen. Absurd ist aber auch, mit 17er- oder
18er-Staffeln zu spielen. Bescheuert finde ich es, dass der DFB nur bis Ende Mai spielen will wegen einer WM. Irrelevant für die Bezirksliga. Nein, es helfen nur Kunstrasenplätze, auf denen auch Koppelspieltage stattfinden könnten. Mit Geldern vom Verband, der quillt doch über. Wir müssen auch aufpassen, dass wir unsere Plätze nicht für die Jugend ruinieren. In einer monatelangen Spielpause laufen wir Gefahr, Spieler der U 17 oder U 18 zu verlieren.

Michael Rickers (SV Lilienthal-Falkenberg): Unser größtes Handicap ist, dass die Bezirksliga 3 mit 17 Teams spielt. Das bedeutet 34 Spieltage und wird terminlich sehr eng. Wir müssen dem Hin- und Herschieben von Spieltagen aus dem Weg gehen und mehr die bessere Jahreszeit nutzen. In unserer Liga können wir auch gut Wochenspieltage nutzen. Den ganzen Sommer durchzuspielen, halte ich für schwierig. Im Juni zu spielen, hat sicher seine Vorteile, aber da muss man ja auch die Mannschaftsfahrten unterbringen.

Torsten Just (VSK Osterholz-Scharmbeck): Punktspiele wie jetzt so früh anzusetzen, macht keinen Sinn, aber im Dezember kann man ja meist noch spielen. Man sollte überlegen, erst ab Ende Februar zu spielen. Wenn ich höre, dass es wegen der WM eng werden könnte, kann ich nur sagen: Vom VSK wird sicher keiner nachnominiert. Noch mehr im Sommer zu spielen, halte ich für schwierig, schon aus Wettbewerbsgründen. Wenn in der Mannschaft viele Schüler oder Familienväter sind, die Urlaub machen wollen, könnte man durchaus sein Saisonziel noch verspielen. Noch mehr englische Wochen zu spielen, bringt uns mit unserem 16er-Kader konditionell an die Grenzen. Da gehen wir am Stock.

Sven Vorburg (FC Worpswede):Ich finde es schwierig, schon Mitte oder Ende Januar Punktspiele anzusetzen, wenn ziemlich klar ist, dass Ausfälle drohen. Den Spielbetrieb mehr in den Sommer zu verlagern, würde das Problem mit der Ferienzeit mit sich bringen. Wer steht da zur Verfügung? Auch von mehr englischen Wochen halte ich nichts. Wie sollen wir das mit berufstätigen Spielern hinkriegen?

Philipp Meinke (ATSV Scharmbeckstotel): Für mich ist es nicht verständlich, dass da irgendwo an alten Prinzipien festgehalten wird. Durch dieses Ansetzen der Termine im Januar und Februar sagen wir am Ende jedes Spiel doppelt und dreifach ab. Das ist ja auch für die Staffelleitung viel mehr Arbeit als nötig. Man sollte die Saison nach hinten verlängern. Aber der Rahmenspielplan für nächste Saison wird leider dieselben Probleme bringen.

Oliver Schilling (TSV Wallhöfen): Es muss auf jeden Fall eine Änderung her, weil es so wie bisher nicht mehr funktioniert. Ich weiß, dass das für den Verband schwer umzusetzen ist, aber man muss einfach überlegen, ob nicht länger gespielt wird. Zwei Wochen im Juni würden ja schon enorm helfen. Warum muss wegen der WM im Amateurfußball Ende Mai Schluss sein? Das ist kein Argument. Vielmehr wird der Amateurfußball durch die aktuelle Regelung immer mehr zu einem Zufallssport – und das nervt.

Marko Rebien (MTV Bokel): Momentan ist die Situation grenzwertig. Wir vereinbaren seit Wochen immer wieder aufs Neue Testspiele. Zudem ist die Verletzungsgefahr im Winter nun einmal sehr viel höher. Vereine wir der MTV Bokel, wo es nur einen Platz gibt, kriegen immer größere Probleme. Hinzu kommt die Ungerechtigkeit durch Kunstrasenplätze. Wir haben dreimal im Winter auswärts auf Kunstrasen gespielt, alle Spiele deutlich verloren. Man muss ganz dringend über dieses Thema reden.

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