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Eutin 08 schiebt Frust pur

Jan-Philipp Wottge
Der Eutiner Kevin Ferchen (li., gegen Inters Veton Hodaj) traf an alter Wirkungsstätte in Risum-Lindholm zur Eutiner Führung. Am Ende standen die Nullachter jedoch mit leeren Händen da. © jpw

Fußball-Oberliga: Viele Fragezeichen nach der 1:2-Niederlage in Risum-Lindholm

Damit hatte überhaupt keiner gerechnet: Eutin 08 trat die 164 Kilometer lange Rückfahrt aus Risum-Lindholm nach der unnötigen 1:2-Niederlage ohne Punkte im Gepäck an. Während der SV Frisia 03 Risum-Lindholm nach fünf Spieltagen überraschend von der Tabellenspitze grüßt, finden sich die Rosenstädter in den Niederungen der Fußball-Oberliga wieder. Der Frust beim Regionalliga-Absteiger saß tief. „Es ist völlig unverständlich, dass wir dieses Spiel verlieren“, ärgerte sich 08-Coach Lars Callsen. Erneut hatte seine Elf Dominanz ausgestrahlt, doch zum wiederholten Male blieb der Lohn aus. Erst ein Saisonsieg nach fünf Spielen steht für die Nullachter zu Buche. Zu wenig!

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In Nordfriesland begannen die Eutiner im Stile eines Spitzenteams. Einer drehte an alter Wirkungsstätte besonders auf: Kevin Ferchen. Bis 2016 trug der 21-Jährige das Frisia-Trikot. Jetzt im 08-Dress legte er los wie die Feuerwehr. Bereits nach vier Minuten köpfte Ferchen an die Latte. Zwei Minuten später durfte der Angreifer jubeln. Nach schneller Kombination über Lukas Schultz und Christian Rave scheiterte Ferchen zunächst an Frisia-Keeper Johnny Nestler, doch im Nachsetzen versenkte er den Ball (6.). „Genau so haben wir uns das vorgestellt. Wir wollten Lindholm früh knacken“, sagte Callsen, der neben Ferchen mit Moritz Achtenberg, Marco Heskamp und Lukas Schultz vier Neue im Vergleich zum Todesfelde-Spiel in die Startelf beordert hatte.

Die Rotationsmaschine war angeschmissen, Startprobleme gab es nicht. „Wir haben in den ersten zehn Minuten vier riesige Torchancen und müssen höher führen. An den Umstellungen lag es nicht“, sagte Callsen und fügte an: „Die haben keine Chancen, machen aber zwei Tore.“ Das Ausgleichstor war der erste Nackenschlag und erfolgte aus dem Nichts. Finn Kalisch tauchte nach einem langen Ball frei vor 08-Keeper Nicky Wulf auf und traf zum 1:1. „Eigentlich haben wir den Ball bereits zweimal erobert, und trotzdem setzt sich Kalisch durch“, bemängelte Callsen die zu zögerliche Zweikampfführung.

Der Bruch erfolgte nach knapp 30 Minuten, als Kapitän Christian Rave mit einem Muskelfaserriss vom Platz humpelte. Eutin blieb dominant, doch die Durchschlagskraft und somit die Torgefahr fehlte schlagartig. Und damit nicht genug. Frisia bestrafte auch die zweite 08-Unachtsamkeit. Marvin Buhr zirkelte per Sonntagsschuss das 2:1 (48.) in die Eutiner Maschen. Vorausgegangen war ein Blackout von Mittelfeldtstratege Florian Härter. „Davon haben wir uns nicht erholt. Wir waren ideenlos, haben nicht den letzten Willen gezeigt. Das Ergebnis ist ein Katastrophe. Wir wollten mit einer Serie oben angreifen“, konstatierte Lars Callsen nach dem Absturz auf den zwölften Tabellenplatz.

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"Holsteins Eleven" - Höhepunkte der Vereinshistorie

Am 26. Mai 1912 feierte Holstein Kiel den größten Erfolg der Vereinsgeschichte mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft. Als Meister des NFV (Finale gegen Eintracht Braunschweig 3:2) gewann man das Endspiel mit 1:0 gegen den Deutschen Meister von 1910, den Karlsruher FV. © Holstein Kiel
Holstein Kiel erreichte als Meister der Gauliga Schleswig-Holstein die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 1943 schlug die KSV im Viertelfinale sensationell den Topclub FC Schalke 04 vor der damaligen Kieler Rekordkulisse von 18.000 Zuschauern mit 4:1, verlor das anschließende Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister Dresdner SC aber mit 1:3. © Archiv/Holstein Kiel
Oberliga-Knüller vor stets vollem Haus: Auch wenn hier Holstein-Torwart Henry Peper Stürmer Gerd Krug wagemutig den "Weg ins Glück" versperrt, hatte der HSV am Ende doch meist die Nase vorn. Wie hier am 15. März 1959 in Kiel mit 4:3. Am Karfreitag 1951  lockte das Duell gegen den Hamburger SV 30.000 Besucher ins Holstein-Stadion -  ein ewiger Zuschauerrekord.
Ein weiterer Erfolg vor der Gründung der Bundesliga war der Gewinn der deutschen Amateurmeisterschaft 1961. Mit 5:1 gewannen die Amateure der KSV das Endspiel gegen den Siegburger SV 04 – vor mehr als 70.000 Zuschauern im Niedersachsenstadion in Hannover. © Magrit Magnussen Erben
Die erfolgreichste Regionalliga-Nord-Spielzeit war die Saison 1964/65. Im Sommer 1965 spielte die KSV als Meister der Regionalliga Nord um den Aufstieg in die Bundesliga, scheiterte in der Aufstiegsrunde jedoch an Borussia Mönchengladbach. © Beckmann
In der Saison 1977/78 war Holstein Kiel als Viertplatzierter berechtigt, an der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga Nord teilzunehmen. Zuvor musste die Mannschaft jedoch den Verlierer des Endspiels um die Westfalenmeisterschaft, den 1. FC Paderborn  schlagen. Nach zwei Unentschieden  gewann die KSV das entscheidende dritte Spiel auf neutralem Platz in Osnabrück mit 5:3 (1:1 n.V.) nach Elfmeterschießen. In der Aufstiegsrunde traf der Verein auf OSV Hannover, Olympia Bocholt und Wacker 04 Berlin. Nach einem 1:0-Heimsieg über Wacker 04 Berlin stiegen die Störche in die 2. Bundesliga Nord auf. © Beckmann
Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord 2001: Holstein Kiel traf als Meister auf den Niedersachsen/Bremen-Meister 1. SC Göttingen 05.Die Niedersachsen setzten sich in den Aufstiegsspielen nach einem 0:2 im Hinspiel mit 3:0 im Rückspiel durch, doch aus wirtschaftlichen Gründen wurde dem 1. SC Göttingen 05 die Lizenz für die Regionalliga Nord verweigert, wodurch die KSV als erster Nachrücker nun doch in die Regionalliga Nord aufstieg. © Schwarz
In der Saison 2011/12 sorgt Holstein Kiel für Furore im DFB-Pokal. Die Störche werfen die Zweitligisten Energie Cottbus und MSV Duisburg sowie den Erstligisten Mainz 05 aus dem Wettbewerb. Endstation ist erst im Viertelfinale gegen den den späteren Pokalgewinner Borussia Dortmund. © Paesler
2013 gewann Kiel die Regionalliga-Meisterschaft sowie die anschließenden Aufstiegsspiele gegen den KSV Hessen Kassel mit 2:0 und 2:1 und kehrte in die 3. Liga zurück. © Paesler
2015: Holstein Kiel verpasst im Relegationskrimi gegen den TSV 1860 München den Aufstieg in die 2.Liga nur äußerst knapp. Nach einem 0:0 im Hinspiel platzt der Traum der Störche in der Allianz Arena erst in der Nachspielzeit. © Peter
2017: Holstein Kiel gewinnt bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 1:0 (1:0) und kehrt nach 36-jähriger Abstinenz wieder in die 2. Bundesliga zurück. © Paesler
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Eutin 08 (Herren) Eutin 08 Oberliga Schleswig-Holstein
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